Mittwoch, 01. April 2026
Paten für Jünger, Jesus oder Engel gesucht
Der Dombauverein baut auf Spender für dringend benötigte Restaurierungsarbeiten am Ölberg
Im Jahr 2025 wurde der Dombauverein Speyer 30 Jahre alt. Aus diesem Anlass wollte der Vereinsvorstand ein besonderes Jubiläumsprojekt auf den Weg zu bringen. Die Entscheidung fiel auf die Sanierung des Ölbergs auf der Südseite des Speyerer Doms. Nachdem die erforderlichen Voruntersuchungen und Probereinigungen durchgeführt wurden, stehen nun die Kosten fest. Gesucht werden ab sofort Patinnen und Paten, welche mit einer Spende die Restaurierung einer der 18 Figuren finanzieren möchten. Eine Kostenübersicht steht auf der Homepage des Dombauvereins bereit. Direkt über die Homepage können auch Spenden erfolgen. Die Kostenübersicht und Spendenformulare sind auch über die Geschäftsstelle des Dombauvereins und in der Dom-Info erhältlich.
Das biblische Geschehen, dramatisch in Szene gesetzt
Der Auftakt der Spendenaktion passt dabei wunderbar in die Karwoche. Denn das Geschehen, welches mittelalterliche und neuzeitliche Künstler in Stein abbildeten, zeigt die ganze Dramatik des Passionsgeschehens. Die dargestellte Szene zeigt die Gefangennahme Jesu nach dem letzten Abendmahl. Während Jesus auf der Spitze des Ölberg betet und von einem Engel einen Kelch überreicht bekommt, schlafen ringsum seine Jünger, während am Fuß des Berges sich die Häscher und Soldaten auf den Weg machen, um Jesus gefangen zu nehmen. Diesem Ereignis gedenkt die Kirche am Gründonnerstag. Intensiviert wird die religiöse Andacht durch bildliche Darstellungen, in diesem Fall durch die Monumentalskulptur des Ölbergs.
Restaurierungsprojekt Ölberg
Einst war der Ölberg ein Wunderwerk gotischer Bildhauerkunst. Kriege und Verwitterung haben dem steinernen Andachtsort über die Jahrhunderte jedoch schwer zugesetzt, so dass sich der Ölberg heute in einem deutlich restaurierungsbedürftigen Zustand befindet. Einzelne Figuren sind beschädigt, das gesamte Ensemble ist reinigungsbedürftig.
Die dringend notwendige Restaurierung des Ölbergs startete bereits im Jahr 2024 mit ersten Vorarbeiten. So wurde mit Unterstützung der Dr. Albrecht-und-Hedwig-Würz-Stiftung das Gitter mit Sandsteinsockel um den Ölberg restauriert.
Durch das Dach, das in den 1950er Jahren errichtet wurde, wird die Monumentalskulptur sehr verschattet. Deshalb wurde die dunkle Holzdecke unter dem Dach entfernt, um den an der Spitze befindlichen Skulpturen nach oben mehr Raum zu geben. Der umlaufende Holzschwellenkranz wurde gereinigt und von dunklen Überzügen befreit. Der Dachbereich soll zukünftig geöffnet bleiben und der Ölberg dort auch eine eigene Beleuchtung erhalten.
Anfang des Jahres 2025 wurde dann ein Gerüst gestellt, um die Schäden am Ölberg und dessen Figuren genauer in Augenschein nehmen zu können und erste Probereinigungen durchzuführen. Im Zentrum der Maßnahmen am Ölberg steht die Reinigung und Restaurierung der Steinoberflächen der Architektur und der 18 Figuren. Eine Vorreinigung der Pfeiler sowie von Teilen des Sockels wurde bereits mit Heißdampf durchgeführt. Die Figuren zeigen verschiedene Schadensphänomene je nach Position: Vergrünung im Norden, schwarze Krusten oben, Teilverschmutzungen im Süden. Je nach Nähe zum Außenbereich sind die Schäden durch Vandalismus unterschiedlich groß.
Figurenpaten gesucht
Inzwischen sind die Kosten für alle noch durchzuführenden Maßnahmen ermittelt. Da der Ölberg in der Bevölkerung erkennbar hohe Wertschätzung genießt, sucht der Dombauverein für die weitere Restaurierung Bürgerinnen und Bürgern, Unternehmen und Vereine, die die Restaurierung mit Spenden unterstützen. Insbesondere für die Restaurierung der 18 Figuren sucht der Verein Paten, welche die Restaurierungskosten übernehmen.
Wer sich für die Übernahme einer „Figurenpatenschaft“ interessiert, kann sich auf der Homepage des Dombauvereins für die Restaurierung einer bestimmten Figur mit einer verbindlichen Spendenzusage registrieren (www.dombauverein-speyer.de) oder per Mail Kontakt aufnehmen (info@dombauverein-speyer.de). Die Geschäftsstelle des Vereins steht auch für telefonische Auskünfte zur Verfügung.
Alle Paten sollen nach Abschluss des Projekts mit einem Schild im Bereich des Ölbergs dauerhaft gewürdigt werden.
Da die mittelalterliche Felsenlandschaft und umgebende Architektur ebenfalls gereinigt und restauriert werden müssen, können zugunsten dieser Arbeiten ebenfalls Spenden gegeben werden. Bei Beträgen über 1.000 Euro werden die Spender ebenfalls namentlich auf einem Schild am Ölberg aufgeführt.
Zur Geschichte des Speyerer Ölbergs
Beim Ölberg handelt es sich um eine steinerne Figurengruppe, die das biblische Geschehen des Gebets Jesu auf dem Jerusalemer Ölberg vor seiner Gefangennahme darstellt. Er bildete ehemals den Mittelpunkt des Domkreuzganges. Einst war dieser Ölberg ein Meisterwerk gotischer Bildhauerkunst und in seiner Zeit berühmter als der Dom selbst. Das in den Jahren 1509-1511 errichtete Bauwerk wurde von den Zeitgenossen einhellig als ein Kunstwerk gepriesen, wie im gesamten Deutschen Reich – und darüber hinaus – kein zweites von gleicher Qualität zu finden sei. Leider wurde der Ölberg 1689 und 1793 bis 1794 durch französische Soldaten schwer beschädigt. Die alten Figuren sind ab Mitte des 19. Jahrhunderts durch Arbeiten von Gottfried Renn ersetzt worden.
Zum Download:
Maßnahmenbeschreibung der Figuren
Verbindliche Spendenzusage für eine Skulptur
Verbindliche Spendenzusage für die Restaurierung des Ölbergs
