Mittwoch, 29. April 2026
„Es braucht noch immer den Bund der Frauen!“
Delegiertenversammlung des KDFB Diözesanverbands in Speyer
Speyer. Auch das zeichnet den Katholischen Deutschen Frauenbund (KDFB) aus: Die Delegiertenversammlung begann mit einer stärkenden Wort-Gottes-Feier, geleitet von Ulrike Groß, Geistliche Beirätin des Diözesanverbandes, in der Kapelle des Pastoralseminars.
Dorothee Sandherr-Klemp, Geistliche Beirätin des Bundesverbandes aus Bonn brachte in ihrem Grußwort den Dank des Bundesvorstandes für den regen und agilen Speyerer Diözesanverband mit und erinnerte an den historischen Gründungsimpuls des KDFB. „Es braucht noch immer den Bund der Frauen“, betonte sie, denn politisch ganz aktuell werde weltweit der Kern des Christlichen pervertiert. Empathie sei zentral in der biblischen Botschaft und gerade jetzt sei es an der Zeit, das Augenmerk auf den mitfühlenden Jesus zu legen. Vorgeblich „christliche“ ideologische Bewegungen aus den USA mit sehr viel Geld zielten genau auf diese Verächtlichmachung der echten Empathie. Dieser Kern des Christlichen dürfe nicht auf Frauen abgewälzt werden, sondern fordere alle Getauften beständig heraus.
Im beindruckenden Jahresbericht wurde deutlich, wie aktuell die Frauen auf politisch herausfordernde Themen im Jahresprogramm eingingen. Fruchtbar erwiesen sich hier die vielfältigen Kooperationen, wie unter anderem mit den Omas gegen rechts. Gleichzeitig gab es das ganze Jahr über spirituelle Angebote und Möglichkeiten zur Begegnung sowie kirchenpolitische Aktionen, zum Beispiel zum Tag der Diakonin. Dabei kam es auch zu einem wertschätzenden Treffen mit Bischof Wiesemann.
Elisabeth Reis trug als Schatzmeisterin den Finanzbericht des Diözesanverbandes vor. Daria Dick, Mitglied des Vorstandes erläuterte, wie sich in den kommenden Jahren die gekürzten Zuschüsse des Bistums und der kontinuierliche Rückgang der Mitglieder finanziell auswirken werden. Schwierig ist in diesem Zusammenhang die wohl nötige Verringerung der hauptamtlichen Stunden zur Konsolidierung der Finanzen.
Monika Kreiner, Referentin für Frauenseelsorge, bedankte sich auch im Namen von Thomas Bauer, Leiter der Abteilung Seelsorge in Pfarrei und Lebensträumen, für die konstruktive und wertvolle Zusammenarbeit. Sie ermutigte, trotz schwindender finanzieller und personeller Ressourcen mit Freude und Lust das verbandliche Leben weiter zu gestalten und die Möglichkeiten zu nutzen, in die Gesellschaft hineinzuwirken.
Ein Schwerpunkt der Versammlung lag in der Vorstellung des verbandlichen institutionellen Schutzkonzepts (ISK), das nach intensiver Arbeit fertiggestellt und den Mitgliedern vorgelegt wurde. Daraus entstand ein konkreter Verhaltenskodex, der für alle Zweigvereine wegweisend sein kann. Die Chancen und Herausforderungen des ISK wurden von den Delegierten angeregt diskutiert.
Vorgestellt wurde ebenfalls die neue Mitgliedsverwaltungssoftware, mit deren Einführung der Verband einen wichtigen Schritt in die gemeinsame digitale Zukunft geht. Sie ermöglicht einfachere und einheitliche Abläufe, sorgt für bessere Kommunikation auf allen Ebenen und gewährleistet mehr Sicherheit in Sachen Datenschutz.
Monika Keggenhoff, Diözesanvorsitzende wies darauf hin, dass 2027 das 120jährige Bestehen des Verbandes ansteht und lud zu kreativen Formen des dezentralen Feierns in den Zweigvereinen ein.
Zum Hintergrund:
Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) ist ein unabhängiger Frauenverband. Im Bistum Speyer wurde der Diözesanverband 1907 gegründet. Die Mitglieder sind auf örtlicher Ebene in elf Zweigvereinen organisiert oder nehmen ihre Mitgliedschaft als Einzelmitglied im Diözesanverband wahr. Sie engagieren sich für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Politik, Gesellschaft und Kirche.
Weitere Informationen und Veranstaltungskalender im Internet: www.frauenbund-speyer.de
Text: KDFB Bistum Speyer
