Freitag, 12. Juni 2026

„Ich wollte von klein auf Priester werden“

Markus Breuer © privat 

Priesterweihe von Markus Breuer am 20. Juni im Speyerer Dom

Speyer. Am 20. Juni spendet Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann Markus Breuer die Priesterweihe. Der 27-Jährige hat sich ganz bewusst für diesen Beruf entschieden. Im Interview erläutert er, was er damit verbindet.

Warum möchten Sie Priester werden, und wie kam es dazu, dass Sie sich für diesen Lebensweg entschieden haben?

Ich wollte von klein auf Priester werden. Gebet und Gottesdienst gehören fest zu meinem Leben, ebenso das theologische Arbeiten. Ich durfte viele verschiedene Priester mit ihrem individuellen Glaubens- und Lebenszeugnis erleben. Dabei war und bin ich beeindruckt von ihrem unermüdlichen seelsorglichen Einsatz.

Was haben Sie sich für Ihre seelsorgliche Arbeit vorgenommen?

Ich nehme – auch in der heutigen Zeit – eine Vielzahl von Menschen wahr, die mit noch vielfältigeren Interessen, Anliegen und Ansprüchen in der Kirche aktiv mitwirken möchten oder auch mit Sorgen, Nöten und Problemen an unsere Pforte klopfen. Meine erste Aufgabe sehe ich darin, ansprechbar zu sein für jede Person und jedes Anliegen anzuhören. In der Predigt und Katechese ist es mir wichtig, den Reichtum des katholischen Glaubens zu erschließen und anzuregen, wie etwas davon auch unter der Woche das alltägliche Leben prägen kann.

Wie sehen Sie den Priesterberuf in Zeiten von immer weniger werdenden hauptamtlichen Mitarbeitern und Gläubigen, größer werdenden pastoralen Räumen und einer zunehmenden säkularen Gesellschaft?

In gewisser Weise ist das, was wir als die „klassische Pfarrei“ kennen, das heißt ein Pfarrer und eine Kirche im kleinsten Dorf und im entlegensten Stadtteil, eben nicht die Norm, sondern geschichtlich gesehen vielmehr der absolute Ausnahmefall. Auch bei uns war es ja über Jahrhunderte der Normalfall, dass die Menschen über Felder und durch Wälder in ihre Pfarrkirche im übernächsten Ort – zu Fuß – gehen mussten. Daher sehe ich den Herausforderungen der größeren pastoralen Räume durchaus nicht pessimistisch entgegen. Entscheidend wird sein, dass es auch künftig Orte gibt, an denen Menschen zusammenkommen, um die Eucharistie und die anderen Sakramente zu feiern, dass sie das Wort Gottes hören und sich über den Glauben Gedanken machen und sich darüber austauschen. Dabei möchte ich als Priester mitwirken. Idealerweise werden die Strukturen, die immer weiter an die sich wandelnden Umstände angepasst werden müssen, dazu den Rahmen bilden, der das Leben dieser Gemeinschaften bestmöglich unterstützt.

Was braucht es Ihrer Meinung nach, damit die Botschaft Jesu Christi wieder stärker bei den Menschen ankommt?

Wenn Menschen erkennen, dass der Glaube der Christen wirklich ihr Leben und ihr konkretes Handeln bestimmt, dann wirkt das anziehend und überzeugend. Dies gilt gerade auch dann, wenn Anspruch und Wirklichkeit einmal nicht übereingestimmt haben und wenn dann – modern gesprochen – die christliche Fehlerkultur sichtbar wird. In den ersten Jahrhunderten haben sich Menschen taufen lassen, weil sie begeisternde, authentische, aber auch aneckende Menschen erlebt haben, die für ihre Überzeugung – wenn nötig – buchstäblich in den Tod gegangen sind. Unsere Botschaft des Lebens, das über den Tod hinausgeht, muss mit einer solchen Lebensweise übereinstimmen. Und diese Forderung ergeht zuerst an mich.

 

Zum Hintergrund

Markus Breuer ist geboren und aufgewachsen in Speyer. Sein Studium absolvierte der 27-Jährige in Bamberg, Eichstätt, Erfurt und München. Die Berufseinführung als Priester erfolgt derzeit in der Pfarrei Maria Schutz in Kaiserslautern. Der Weihegottesdienst mit Bischof Wiesemann am 20. Juni im Speyerer Dom beginnt um 9.30 Uhr. Die musikalische Gestaltung übernimmt der KathedralJugendChor mit Stücken von Giovanni P. da Palestrina, Charles V. Stanford und Orlando di Lasso sowie Liedsätzen von Menschick und Stollhoff.

Als Primizspruch hat Markus Breuer „Wer an Jesus glaubt, wird leben!“ (vgl. Joh 11,25) gewählt. Seinen Primizgottesdienst feiert er am 25. Juni um 18 Uhr in der Kirche des Priesterseminars St. German in Speyer. Anschließend erteilt der Neupriester den Primizsegen.

 

Text: Petra Derst / der pilger, Pressestelle Bistum Speyer