Samstag, 20. Juni 2026
„Ein Festtag für unsere Diözese“
Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann weiht Markus Breuer zum Priester
Speyer. Im Speyerer Dom hat Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann am Samstag Diakon Markus Breuer zum Priester geweiht. Zahlreiche Priester, Angehörige, Freunde, Weggefährten und Gläubige feierten das festliche Pontifikalamt mit. „Es ist ein Festtag für unsere Diözese“, betonte Bischof Wiesemann in seiner Begrüßung. „Die Kirche als Ganzes versammelt sich und sendet einen jungen Mann aus, dass er hinausgeht, das Evangelium zu verkünden und die Sakramente zu spenden.“
Wer an Jesus glaubt, wird leben
In der Predigt nahm Bischof Wiesemann Bezug auf den Primizspruch von Markus Breuer: „Wer an Jesus glaubt, wird leben“ (Johannes 11,25). Dieser Satz setze zwei Wirklichkeiten in eine unmittelbare Beziehung, nämlich Glaube und Leben, führte der Bischof aus. „Der Glaube ist Ihnen schon von frühester Kindheit, mit der Muttermilch könnte man sagen, mit der Familie, der Erziehung, ganz unmittelbar mitgegeben worden“, wandte er sich an Markus Breuer. Dieser Glaube sei in Speyer, in der Verbundenheit mit den Spiritanern und den Dominikanerinnen, weitergewachsen – als Fundament, das „tief in die Seele geschrieben wurde“.
Es habe ihn „berührt“, so der Bischof, zu erfahren, wieso die Wahl Breuers auf eben diesen Primizspruch gefallen sei: „Sie wollten unbedingt aus Ihrer Diakonats-Pfarrei, aus Maria Schutz in Kaiserslautern, etwas Wichtiges in Ihren priesterlichen Dienst mit hineinnehmen.“ In der Kirche von Maria Schutz habe Breuer dann den Primizspruch an der Kanzel entdeckt. „Aber warum Sie daran hängengeblieben sind, haben Sie mir auch erzählt: Dass Ihnen eine kleine Unebenheit in dieser Kanzel aufgefallen ist. Ein kleines Stück, das rausgebrochen ist.“ Es sei nicht das Glatte, auch nicht immer nur das rein Geradlinige – Gott lehre durch manche Umwege, Brüche und Unebenheiten des Lebens erst die Bedeutung des Glaubens, betonte der Bischof. Auch auf seinem persönlichen Weg hätten eben diese Unebenheiten ihn immer wieder wachsen lassen und angefangen, „immer wieder neu herauszufordern“. Genau an diesen Unebenheiten und Bruchstellen des Lebens würde sich häufig die Frage des Glaubens entscheiden.
Veränderung als ‚Veranderung‘
Wiesemann blickte in seiner Predigt auch zurück auf das bisherige Leben des Neupriester Markus Breuer, der „schon ganz früh den innigen Wunsch hatte, Priester zu werden“. Dieser habe ihm auch beschrieben, wie wichtig die Begegnungen im Laufe seines Lebensweges geworden seien. „Begegnungen, da steckt ja im Deutschen schon das Wort ‚gegen‘ drin, als ein Gegenüber, an dem man aber auch wachsen kann, eine Wirklichkeit, die einen herausfordert“, so der Bischof. „Das Leben ist kein rein innerer Kreislauf, sondern es wächst nur in der Offenheit, sich zu öffnen, Begegnung immer neu anzunehmen und zu wagen. Veränderung als ‚Veranderung‘, am anderen zu wachsen, und dadurch das Leben entwickeln zu lassen. So wird aus Glauben eben auch Leben. Und beides kann nur ineinander gehen.“
Angelehnt an den Primizspruch gab er Markus Breuer mit auf den Weg: „Wenn wir in den Kanzeln und überall dort, wo wir verkünden, ein gutes Augenmerk auch auf die Bruchstellen und Unebenheiten haben, dann wird Jesus sprechen, als der eigentliche Seelsorger und Hirte, der durch uns wirkt, und er wird sagen: Wer an mich glaubt, wird leben.“
Priesterweihe mit reicher Symbolik
Die Priesterweihe ist eine liturgische Handlung mit reicher Symbolik. Zunächst legte der Weihekandidat gegenüber dem Bischof sein Weihversprechen ab. Darin verspricht er unter anderem, den Dienst am Wort Gottes treu und gewissenhaft zu erfüllen, die Sakramente gemäß der Überlieferung der Kirche zu feiern, den Heimatlosen und Notleidenden zu helfen sowie Ehrfurcht und Gehorsam gegenüber dem Bischof und seinen Nachfolgern. Die Weihe selbst empfing er durch die Handauflegung und das Weihegebet. Nach dem Bischof legten auch alle anwesenden Priester dem Neupriester die Hände auf und machten so seine Aufnahme in das Presbyterium des Bistums deutlich. Das Messgewand wurde Markus Breuer im Anschluss überreicht. Der Bischof salbte seine Hände mit Chrisam, dem Öl, das auch in der Taufe und bei der Firmung verwendet wird. Auf das Überreichen von Brot und Wein folgte die Umarmung als Zeichen der brüderlichen Verbundenheit.
Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes lag in den Händen des KathedralJugendChors unter der Leitung von Domkapellmeister Markus Melchiori und Domkantor Joachim Weller. Die Orgel spielte Dommusik-Assistenz Frederic Beaupoil.
Die Priesterweihe wurde auf den Social Media Kanälen von Bistum und Dom übertragen: https://www.youtube.com/watch?v=1j1JIc3-7KI
Zum Interview mit dem Neupriester Markus Breuer geht es hier.
Bilder: Klaus Landry








