Donnerstag, 30. Juli 2026
Junge Europäerinnen bringen am Dom „Steine zum Sprechen“

Esmae Doig, Freya Leenaert, María del Carmen Pardo und Katharina Bührer sind die ARC-Domführerinnen 2026. © Domkapitel Speyer, Foto: Klaus Landry
Spontan und kostenlos laden ARC-Domführerinnen zum Erkunden der Kathedrale und UNESCO-Welterbestätte ein
Speyer. Vom 1. bis zum 16. August erwartet die Besucher des Doms ein besonderes Angebot: Vier Studentinnen aus Belgien, Deutschland, England und Spanien bieten kostenlos und spontan Domführungen in ihrer jeweiligen Muttersprache an. Sie sind damit Teil eines Programms der ökumenischen Organisation ARC, welche für interreligiöse und interkulturelle Verständigung eintritt. In diesem Jahr kommen die Teilnehmerinnen aus Belgien, England, Spanien und Deutschland. Am Dom wollen sie, gemäß dem Motto von ARC, „Steine zum Sprechen bringen“. Ziel ist es, in der Begegnung mit den Besuchern die spirituellen und historischen Dimensionen der beinahe 1000-jährigen romanischen Kathedrale erlebbar zu machen. Das Speyerer Domkapitel beteiligt sich seit 1988 an dem Projekt und übernimmt seither jährlich die Kosten für Kost und Logis in der Domstadt. Die Führungen mit den ARC-Domführerinnen sind kostenfrei, Spenden zu Gunsten von ARC sind willkommen. Das Angebot besteht täglich außer mittwochs, jeweils von 10 bis 12:30 Uhr und 14:30 bis 17:30 Uhr, sonntags nach der Messe ab ca. 11:30 Uhr. Besucher können ohne Voranmeldung je nach Verfügbarkeit die Begleitung in Anspruch nehmen.
„Wir freuen uns, dass wir mit dem ARC-Projekt unseren Besuchern ein tolles Angebot machen können, das sehr gut zur europäischen Dimension unseres Doms passt“, sagt Bastian Hoffmann, Leiter des Dom-Besuchermanagements. „Damit wird der Dom nochmal in besonderer Form als Ort des Austauschs zwischen verschiedenen Nationen und Glaubensbekenntnissen erlebbar.“
Die ARC-Teilnehmerinnen 2026
Esmae Doig ist 24 Jahre alt und arbeitet als Mathematiklehrerin in Cambridge, Großbritannien. Bei der Suche nach einer sinnvollen Beschäftigung für die Sommerferien ist sie auf das ARC-Projekt gestoßen.
Die 24-jährige Belgierin Freya Leenaert steht kurz vor Abschluss ihres Masters im Fach „Cultural Studies“ und besitzt bereits einen Bachelorabschluss in Kunstgeschichte. Sie interessiert sich sehr für religiöses Kulturerbe. Als Ehrenamtliche hat sie bereits ein Ausstellungs-Projekt in ihrer örtlichen Kirche unterstützt, bei dem mittelalterliche religiöse Textilien im Dialog mit Entwürfen des belgischen Modedesigners Dries Van Noten gezeigt wurden.
María del Carmen Pardo Alonso de Linaje ist 21 Jahre alt und lebt derzeit in Burgos, Spanien, wo sie Kunstgeschichte studiert. Auf Grund ihres katholischen Glaubens hält sie sich gerne in Kirchen auf und freut sich darauf, den Besuchern des Doms etwas über dessen religiöse Bedeutung zu erzählen.
Die deutsche Katharina Bührer studiert Sonderpädagogik in Erfurt. Sie kam auf Grund ihres geschichtlichen Interesses zum ARC-Projekt und nach Speyer. Sie wird eine Woche lang dem Projekt vor Ort angehören und dann von Viktor Timrott abgelöst, der im August ein Praktikum beim Dom-Kulturmanagement absolviert und ansonsten in Heidelberg Geschichte studiert.
Ausflüge in die Umgebung
Teil des Projekts ist das Leben als internationale, christliche Gemeinschaft. Die jungen Leute eint nicht nur ihre Tätigkeit am Dom. Sie leben als internationale Gemeinschaft in einer Unterkunft und verbringen ihre Freizeit miteinander – auch dies ist Teil der Grundidee des Programms, das der Verständigung zwischen Konfessionen und Nationen dienen soll.
Alle Teilnehmerinnen waren bereits zuvor in Deutschland, allerdings nicht in Speyer oder der Metropolregion.Die ersten Tage verbringen sie damit, sich gegenseitig kennen zu lernen sowie den Dom und die Stadt zu erkunden. Neben einer halbtägigen Domführung stehen auch der Besuch des Dom- und Diözesanmuseums im Historischen Museum der Pfalz und eine Stadtführung auf dem Programm. Geplant und betreut wird das alles von Bastian Hoffmann vom Dom-Besuchermanagement. Er organisiert auch verschiedene Aktivitäten und Ausflüge in die Umgebung. Hierbei dürfen die Teilnehmerinnen selbst wählen, welche Orte sie sehen möchten. In der Vergangenheit waren dies etwa Wanderungen im Pfälzer Wald, ein Ausflug nach Heidelberg oder auch die Besichtigung der Welterbestätte Kloster Maulbronn, das einst im Gebiet des Bistums Speyer lag.
ARC
ARC ist eine internationale ökumenische Organisation, die in den Sommermonaten Führungen an bedeutenden europäischen Kathedralen organisiert. Die drei Buchstaben ARC stehen für die französischen Wörter „Accueil“ (Empfang), „Rencontre“ (Begegnung) und „Communauté“ (Gemeinschaft). ARC gibt es auch in Belgien, den Niederlanden, Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien. Jedes Land entsendet Teilnehmer zu den einzelnen Kirchenführerprojekten – so entstehen kleine ARC-Gruppen mit jungen Menschen aus verschiedenen Ländern. Außer in Speyer engagieren sich ARC-Führer europaweit an vielen großen Kathedralen. Weitere Informationen: www.arc-deutschland.de
