Freitag, 11. September 2026

Called by name

Die Teilnehmenden von Called by name © Bistum Speyer 

„Was hat Gott mit meinem Leben vor?“

Speyer. Rund 30 junge Menschen, ein Nachmittag im Speyerer Dom und jede Menge Fragen an das eigene Leben: Beim ersten CALLED BY NAME der Berufungspastoral Speyer ging es am 30. August 2026 um Talente, Träume, Lebenswege – und um die Frage, was Gott damit zu tun hat.

 

Berufung ist mehr als die Frage nach dem Beruf

„Was ist eigentlich meine Berufung?“ Eine Frage, auf die es keine einfache Antwort gibt. Genau deshalb lud CALLED BY NAME junge Menschen zwischen 16 und 30 Jahren dazu ein, sich Zeit für die eigenen Fragen zu nehmen und unterschiedliche Lebenswege kennenzulernen.

Rund um und im Speyerer Dom wurde erzählt, gefragt, diskutiert und ausprobiert. Ein besonderer Höhepunkt war das Speed-Dating: Menschen aus ganz unterschiedlichen Bereichen des Bistums erzählten von ihrem Leben und ihrem Engagement. Ob in der Pfarrei, im Jugendverband, bei der Caritas oder im eigenen Beruf – die Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner gaben persönliche Einblicke und stellten sich den Fragen der jungen Erwachsenen.

Auch Weihbischof Otto Georgens nahm am Speed-Dating teil. Offen und persönlich erzählte er von seinem eigenen Weg – von der Entscheidung für das Priestertum bis hin zu seinem heutigen Dienst als Weihbischof „im Ruhestand“.

 

„Von Gott gerufen sein“ als Lebenshaltung

Den inhaltlichen Auftakt gestaltete P. Clemens Blattert SJ aus Frankfurt, Leiter der Berufungspastoral in Deutschland. In seinem Impuls eröffnete er verschiedene Zugänge zum Thema Berufung und machte deutlich: Berufung bedeutet nicht einfach, den „richtigen Beruf“ zu finden. Vielmehr geht es um eine Haltung zum eigenen Leben und um die Frage: Wofür bin ich da?

Dass „von Gott gerufen sein“ eine Frage des ganzen Lebens sein kann, war für viele Teilnehmende eine überraschende und zugleich spannende Perspektive.

 

Mitten durch den Dom – auf dem eigenen Berufungsweg

Beim anschließenden Berufungstrack konnten die Teilnehmenden diesen Gedanken ganz persönlich weiterverfolgen. Der Besinnungsweg führte durch den Dom und lud dazu ein, innezuhalten und auf das eigene Leben zu schauen.

Drei Fragen standen dabei im Mittelpunkt:

  • Was macht dich einzigartig? Wo liegen deine Begabungen und Talente?
  • Wo möchtest du die Welt um dich herum verändern?
  • Und was hat Gott mit all dem zu tun?

Es ging nicht darum, an diesem Nachmittag fertige Antworten zu finden. Vielmehr sollten die jungen Menschen ermutigt werden, den eigenen Fragen Raum zu geben und den persönlichen Weg aufmerksam weiterzugehen.

 

Ein Auftakt, der weitergehen soll

Zum Abschluss feierten die Teilnehmenden gemeinsam Gottesdienst in der Apsis des Speyerer Domes. In seiner Ansprache griff Weihbischof Georgens die Gedanken des Nachmittags auf und ermutigte dazu, dem eigenen Weg und der eigenen Berufung zu vertrauen.

Regens Franz Vogelgesang und das Vorbereitungsteam verabschiedeten die jungen Menschen schließlich mit einem Wunsch: Dass aus den Begegnungen dieses Nachmittags mehr entsteht.

Erste Ideen für regelmäßige regionale Treffen gibt es bereits. CALLED BY NAME soll deshalb nicht nur ein besonderer Nachmittag im Dom bleiben, sondern ein Anfang sein – für neue Kontakte, gemeinsame Fragen und die persönliche Suche nach dem eigenen Weg.

Denn vielleicht beginnt Berufung genau dort: bei einer Frage, die man sich selbst noch nie gestellt hat.

 

Text: Franz Vogelgesang