Was ich erklären kann, nimmt Angst.

Es ist leicht Menschen Angst zu machen. Umso wichtiger ist es in diesen Tagen, den Kopf und den Verstand mit einzubeziehen. Bei allen verständlichen und berechtigten Gefühlen, ist das Wissen um Fakten und Zusammenhänge sowie das Kennen von Lösungsstrategien entscheidend. Informationen schützen und können helfen, die Kontrolle zu behalten und einander bestmöglich beizustehen.

Thomas Stephan, Schul- und Notfallseelsorger

 

KrisenBlog

Wegen Umbau geschlossen!

22. November 2021, KEB - KrisenBlog

Eigentlich müssten alle in der Klasse ein Schild mit der Aufschrift: „Wegen Umbau geschlossen!“ umhängen haben. Wen wundert es, wenn Schüler*innen im besten Pubertätsalter wenig Interesse an- und Verständnis für schulische Themen haben. Sie sind auf ihrer körperlichen und seelischen „Großbaustelle“ mit anderen Dingen beschäftigt. Mit was, davon erfahren Eltern und Lehrer*innen oft erst spät, wenn überhaupt.

Wegen Umbau geschlossen!

"Wenn am Ende des Tunnels kein Lichtblick kommt"

15. November 2021, KEB - KrisenBlog

Was letztendlich der Auslöser war, bleibt meistens ungewiss. Nichts und niemand konnte mehr helfen. Vielleicht hat es auch keiner geahnt, geschweige denn gewusst. Erst als es zu spät war, haben es alle gesehen und sind fassungslos und am Boden zerstört, hilflos der allesbeherrschende Warum-Frage ausgeliefert. Wer hat welchen Anteil an den Ereignissen, wer trägt welche Schuld?  

"Wenn am Ende des Tunnels kein Lichtblick kommt"

Rilke macht Mut

10. November 2021, KEB - KrisenBlog

Rainer Maria Rilke hatte keine schöne Kindheit. Als René Karl Wilhelm Johann Josef Maria Rilke am 04. Dezember 1875 in Prag geboren, war er das zweitgeborene Kind von Josef und Sophie Rilke. Überschattet wurde seine Kindheit durch den Tod seiner älteren Schwester, die 1874 geboren, nur eine Woche alt wurde. Seine Mutter kam nie über diesen Verlust hinwegkam und nannte ihn im Gedenken an sie René, französisch für „der Wiedergeborene“. Bis zu seinem sechsten Lebensjahr wurde er daher als Mädchen erzogen. In frühen Fotografien war er mit langen Haaren und Kleidchen zu sehen. Als Erwachsener änderte er seinen Vornamen von René in Rainer.

Rilke macht Mut

Soziale Ängste

19. Oktober 2021, KEB - KrisenBlog

"Schule ist für mich Horror", schrieb mir ein Schüler vor einiger Zeit in der Online-Beratung.
Auslöser für sein Empfinden war allerdings nicht, dass er sich gemobbt fühlt, oder unter dem schulischen Leistungs- und Notendruck leidet, sondern das Gefühl beobachtet zu werden. Soziale Situationen machen ihm schlichtweg Angst. Kaum vorstellbar für einen Außenstehenden, wie es für ihn sein muss, in der Schule die nahezu pausenlosen Begegnungen und Interaktionen durchstehen zu müssen.

Soziale Ängste

Konstante: Wandel

06. Oktober 2021, KEB - KrisenBlog

Welches ist Ihre frühste Erinnerung? Welche Bilder und Situationen tauchen vor Ihrem inneren Augen auf? Welche Gefühle verbinden Sie mit dieser Zeit?

Meine ältesten Erinnerungen sind Bildfetzen aus dem Kindergarten. Ich kann sie nicht näher einordnen, dennoch kann ich mich an die ein oder andere Begebenheit erinnern. Manchmal ertappe ich mich dabei, wenn ich in einem Fotoalbum aus Kindertagen blättere, dass ich gedanklich in diese längst vergangene Zeit wieder eintauche. Ich erinnere mich an längst verstorbene Familienmitglieder, an längst vergangene Zeiten. Und manchmal muss ich schmunzeln, wenn ich sehe, wie ich mich und wie sich andere seither verändert haben. 

Konstante: Wandel

Trauma-Trigger und Netzwerke der Beratung und Hilfe

24. September 2021, KEB - KrisenBlog

Wasserrauschen, Heizöl-Geruch, Heulen von Sirenen und bestimmte Orte wurden im Ahrtal zu möglichen Trauma-Triggern. Gewissermaßen kann durch sie ein "Knopf" in den Menschen gedrückt werden, der einen "inneren Film" ablaufen lässt. Durch diese Trigger bzw. Auslöser kann es zu einem Wiedererleben von schlimmen - traumatischen Ereignissen kommen.

 

Trauma-Trigger und Netzwerke der Beratung und Hilfe

Äußerer und innerer Aufbau

06. September 2021, KEB - KrisenBlog

Als wir von Seiten der ökumenischen Schul(-notfall-)seelsorge in der letzten Woche den Schulstart in Ahrweiler mitbegleitet haben, konnten wir die enormen Fortschritte und Anstrengungen bei den Aufräumarbeiten seit der Flutkatastrophe vom 14. Juli bestaunen. Berge von zerstörtem Hausrat und unzählige Autowracks sind mittlerweile abtransportiert worden. An allen Ecken und Enden arbeiten Firmen, Hilfsorganisationen und weiterhin freiwillige Helfer*innen, um den langen Weg zurück zur Normalität zu schaffen.

Äußerer und innerer Aufbau

Krisenschauplätze wechseln - Schicksale bleiben

02. August 2021, KEB - KrisenBlog

Eben noch war es die Flutkatastrophe, dann war es die Explosion in einem Chemiepark in Leverkusen, dann ist es wieder Corona ...

Das "Scheinwerferlicht" des medialen Interesses wechselt rasend schnell. Fast täglich muss ein neuer Krisenschauplatz her. Das ist traurig, aber wahr. Um Quote und Auflage zu machen, braucht es fesselnde Bilder und Geschichten, die unter die Haut gehen.

Natürlich ist das auch hilfreich, um Betroffenen zu helfen und für sie Spenden zu sammeln. Aber was ist, wenn das Interesse an ihnen erlahmt? Was ist, wenn das "Auge des Öffentlichkeit" weiterzieht und die Betroffenen fortan sich selbst überlassen werden?

Krisenschauplätze wechseln - Schicksale bleiben

Wo Kirche lebensnotwendig ist

28. Juli 2021, KEB - KrisenBlog

Es gibt Ereignisse, die einen fassungslos zurück lassen. Ungläubig schaut man sich um und kann nicht begreifen, was geschehen ist. Aus einem verträumten Flüsschen, ist in kürzester Zeit eine alleszerstörende Flutwelle geworden. Nichts und niemand konnte sie aufhalten und alles, was sich ihr in den Weg gestellt hat, ist verschlungen worden. Übrig geblieben ist ein Bild der Verwüstung.

Zu einem Ort der (kleinen) Hoffnung, ist die Laurentius Kirche in Ahrweiler geworden.

Wo Kirche lebensnotwendig ist

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