Was ich erklären kann, nimmt Angst.

Es ist leicht Menschen Angst zu machen. Umso wichtiger ist es in diesen Tagen, den Kopf und den Verstand mit einzubeziehen. Bei allen verständlichen und berechtigten Gefühlen, ist das Wissen um Fakten und Zusammenhänge sowie das Kennen von Lösungsstrategien entscheidend. Informationen schützen und können helfen, die Kontrolle zu behalten und einander bestmöglich beizustehen.

Thomas Stephan, Schul- und Notfallseelsorger

 

KrisenBlog

Konstante: Wandel

06. Oktober 2021, KEB - KrisenBlog

Welches ist Ihre frühste Erinnerung? Welche Bilder und Situationen tauchen vor Ihrem inneren Augen auf? Welche Gefühle verbinden Sie mit dieser Zeit?

Meine ältesten Erinnerungen sind Bildfetzen aus dem Kindergarten. Ich kann sie nicht näher einordnen, dennoch kann ich mich an die ein oder andere Begebenheit erinnern. Manchmal ertappe ich mich dabei, wenn ich in einem Fotoalbum aus Kindertagen blättere, dass ich gedanklich in diese längst vergangene Zeit wieder eintauche. Ich erinnere mich an längst verstorbene Familienmitglieder, an längst vergangene Zeiten. Und manchmal muss ich schmunzeln, wenn ich sehe, wie ich mich und wie sich andere seither verändert haben. 

Konstante: Wandel

Trauma-Trigger und Netzwerke der Beratung und Hilfe

24. September 2021, KEB - KrisenBlog

Wasserrauschen, Heizöl-Geruch, Heulen von Sirenen und bestimmte Orte wurden im Ahrtal zu möglichen Trauma-Triggern. Gewissermaßen kann durch sie ein "Knopf" in den Menschen gedrückt werden, der einen "inneren Film" ablaufen lässt. Durch diese Trigger bzw. Auslöser kann es zu einem Wiedererleben von schlimmen - traumatischen Ereignissen kommen.

 

Trauma-Trigger und Netzwerke der Beratung und Hilfe

Äußerer und innerer Aufbau

06. September 2021, KEB - KrisenBlog

Als wir von Seiten der ökumenischen Schul(-notfall-)seelsorge in der letzten Woche den Schulstart in Ahrweiler mitbegleitet haben, konnten wir die enormen Fortschritte und Anstrengungen bei den Aufräumarbeiten seit der Flutkatastrophe vom 14. Juli bestaunen. Berge von zerstörtem Hausrat und unzählige Autowracks sind mittlerweile abtransportiert worden. An allen Ecken und Enden arbeiten Firmen, Hilfsorganisationen und weiterhin freiwillige Helfer*innen, um den langen Weg zurück zur Normalität zu schaffen.

Äußerer und innerer Aufbau

Krisenschauplätze wechseln - Schicksale bleiben

02. August 2021, KEB - KrisenBlog

Eben noch war es die Flutkatastrophe, dann war es die Explosion in einem Chemiepark in Leverkusen, dann ist es wieder Corona ...

Das "Scheinwerferlicht" des medialen Interesses wechselt rasend schnell. Fast täglich muss ein neuer Krisenschauplatz her. Das ist traurig, aber wahr. Um Quote und Auflage zu machen, braucht es fesselnde Bilder und Geschichten, die unter die Haut gehen.

Natürlich ist das auch hilfreich, um Betroffenen zu helfen und für sie Spenden zu sammeln. Aber was ist, wenn das Interesse an ihnen erlahmt? Was ist, wenn das "Auge des Öffentlichkeit" weiterzieht und die Betroffenen fortan sich selbst überlassen werden?

Krisenschauplätze wechseln - Schicksale bleiben

Wo Kirche lebensnotwendig ist

28. Juli 2021, KEB - KrisenBlog

Es gibt Ereignisse, die einen fassungslos zurück lassen. Ungläubig schaut man sich um und kann nicht begreifen, was geschehen ist. Aus einem verträumten Flüsschen, ist in kürzester Zeit eine alleszerstörende Flutwelle geworden. Nichts und niemand konnte sie aufhalten und alles, was sich ihr in den Weg gestellt hat, ist verschlungen worden. Übrig geblieben ist ein Bild der Verwüstung.

Zu einem Ort der (kleinen) Hoffnung, ist die Laurentius Kirche in Ahrweiler geworden.

Wo Kirche lebensnotwendig ist

Respekt!

19. Juli 2021, KEB - KrisenBlog

Als Teil eines Kriseninterventionsteams der Notfallnachsorge des DRK Bellheim fuhr ich am Freitag in die stark von der Flutkatastrophe betroffene Region Ahrweiler. Wir bekamen Dinge und Umstände zu sehen, die wir in Deutschland nicht für möglich gehalten hätten. Ein "Kriegsschauplatz" bot sich uns dar.

In der Nacht wurden wir von einem Feuerwehrmann durch die Altstadt von Ahrweiler geführt. Dieselgeruch lag von den vielen Aggregaten, Pumpen und Maschinen in der Luft. Verschiedene Feuerwehren waren dabei, die Tiefgaragen auszupumpen. Meterhohe Berge an zerstörtem Hausrat und Inventar säumte die Straßen. Zerstörte und zerfetzte Autos türmten sich stellenweise übereinander.

Respekt!

Urlaub ist gesund

13. Juli 2021, KEB - KrisenBlog

Der Begriff "Urlaub" geht auf das alt- und mittelhochdeutsche Substantiv "urloup" zurück. Dies bedeutet seinem Ursprung nach "Erlaubnis". Im höfischen Jargon bat z. B. ein Ritter seinen Lehensherrn um "urloup", wenn er die Erlaubnis einholen wollte, wegzugehen.

Kurz vor Beginn Ferienzeit, kann es einmal wichtig sein, die Sinnhaftigkeit und Heilsamkeit des Weggehens - des Urlaubs - hervorzuheben. Wohl niemand wird bestreiten können, dass nach den Strapazen und Belastungen der letzten Monate alle Urlaubsreif sind.

Urlaub ist gesund

Mein sozialer Fußabdruck

02. Juli 2021, KEB - KrisenBlog

Mit dem Bild der "Fußabdrücke" wurde in den letzten Jahren vor allem im Zusammenhang mit Umweltschutz und Nachhaltigkeit gearbeitet. Beispielsweise verwendet die Umweltorganisation BUND e.V. zur Verdeutlichung des globalen Ressourcenverbrauchs einen "Land-Fußabdruck", einen "CO2-Fußabdruck", einen "Wasser-Fußabdruck" und einen "Material-Fußabdruck". All diese "Fußabdrücke" sollen den (negativen) Einfluss menschlichen Handelns und Wirtschaftens auf die gesamte Erde vor Augen führen.   

Neben den äußerst bekannten "ökologischen Fußabdrücken", gibt es den weitaus weniger bekannten Begriff des "sozialen Fußabdrucks". Während es bei den Ersteren um eine Verkleinerung geht, also die Verringerung des Ressourcenverbrauchs, hat der Zweitgenannte die Vergrößerung, nämlich die Steigerung sozialen Engagements, zum Ziel.

Vor allem in Krisenzeiten braucht es einen verstärkten Einsatz im sozialen Bereich. Dementsprechend möchte ich mit Ihnen zusammen überlegen, wie sich diesbezüglich etwas verbessern ließe.   

 

Mein sozialer Fußabdruck

Eigentlich und wirklich

24. Juni 2021, KEB - KrisenBlog

"Wer für alles offen ist, kann nicht ganz dicht sein."

Über diesen prägnaten Satz bin ich vor Jahren gestolpert. Auf wunderbare Weise konterkariert er die gesellschaftliche Forderung nach Offenheit. Wiewohl Offenheit für multikulturelle Gesellschaften eigentlich unabdingbar ist, so sehr scheitert allzuoft deren Umsetzung in Wirklichkeit.

Eigentlich hätte ein regenbogenfarben angestrahltes Fußballstadium keine Schlagzeile wert sein dürfen. Leider klaffen jedoch Anspruch und Wirklich wieder einmal weit auseinander. Eine (eigentliche?!) Selbstverständlichkeit wurde in Wirklichkeit zu einem Politikum. 

Hand aufs Herz, wie offen sind Sie wirklich?

Eigentlich und wirklich

Glück kann man lernen

17. Juni 2021, KEB - KrisenBlog

Glück gehabt. Das hätte in einer Katastrophe enden können. Nicht auszudenken, was alles hätte passieren können.

Die Rede ist von der missglückten Greenpeace-Aktion wenige Augenblicke vor dem Anpfiff des EM-Spiels Deutschland gegen Frankreich. Ein Motorgleitschirmflieger der Umweltorganisation kam über dem Münchner Fußballstation zum Absturz und verletzte dabei zwei Menschen. Dass sich der Pilot schon wenige Augenblicke zuvor in unmittelbarer Lebensgefahr befand, wurde erst im Nachhinein deutlich, als öffentlich wurde, dass er sich bei dieser Aktion ständig im Visier von Scharfschützen befunden hatte. Wenn sie in ihm eine terroristische Bedrohung gesehen hätten, wäre er abgeschossen worden. Glück gehabt, kann man da nur sagen.

Das mit dem Glück ist so eine Sache. Gerne würden wir es erzwingen und gerade Fußballspieler*innen sollen Gerüchten zur Folge besonders abergläubisch sein und ihre Glücksbringer dabei haben bzw. ihre "glückbringenden Rituale" einhalten.

Doch "Glück" ist weit mehr wie Zufall. Glück im Leben zu haben, ist eine Aufgabe und Anstrengung, die es sich lohnt anzugehen.

Glück kann man lernen

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