Was ich erklären kann, nimmt Angst.

Es ist leicht Menschen Angst zu machen. Umso wichtiger ist es in diesen Tagen, den Kopf und den Verstand mit einzubeziehen. Bei allen verständlichen und berechtigten Gefühlen, ist das Wissen um Fakten und Zusammenhänge sowie das Kennen von Lösungsstrategien entscheidend. Informationen schützen und können helfen, die Kontrolle zu behalten und einander bestmöglich beizustehen.

Thomas Stephan, Schul- und Notfallseelsorger

 

KrisenBlog

Schatzkiste Ressourcen

Avatar of MWSMWS - 14. April 2020 - KrisenBlog

Wertvolles muss nicht immer teuer sein. Kleinigkeiten können unbezahlbar werden.

Was einen Wert hat, ist nicht immer eine Frage des Feingoldanteils oder der Karat-Zahl. Vielmehr entscheidend können die Personen und Umstände sein, die z. B. in einem Gegenstand präsent sind. So kann in einer schlichten Rose, einer einfachen Muschel oder einem abgegriffenen Stofftier eine tiefe Bedeutung und enorme Kraft innewohnen.

Wer den Begriff „Ressource“ analysiert, stößt auf das englische Wort „source“, was übersetzt „Quelle“ bedeutet. Ressourcen sind demnach „Quellen“, aus denen man schöpfen kann, um ein gutes und zufriedenstellendes Leben führen zu können, sie können aber auch helfen, Probleme zu lösen und Schwierigkeiten zu meistern. Wichtig ist zu beachten, dass für jeden Menschen, jede Situation, jede Herausforderung andere Ressourcen hilfreich sind. Es gibt keine Ressourcen, die ein für allemal passend zur Verfügung stehen. Idealer Weise braucht es ein Repertoire, eine Schatzkiste voller Kraftquellen, die für unterschiedliche Lebensphasen und unterschiedliche Umstände zum Einsatz gebracht werden können.

Dass wir Menschen nicht immer gleich belastbar sind, ist ein Erfahrungswert. Je nach aktueller Disposition sind wir einmal stressresistenter und ein anderes mal stressanfälliger. Fakt ist, jeder hat eine individuelle Schmerzgrenze, einen Schwellenwert, der uns anzeigt, ab jetzt kann es zu krankmachenden Stresssymptomen kommen. Desto länger wir uns dann im „roten (Stress-) Bereich“ befinden, desto wahrscheinlicher werden spürbar negative körperliche oder seelische Folgen.

Die Funktion von Ressourcen ist hierbei, als eine Art Puffer zu fungieren. Sie „federn“ quasi die Folgen der Belastungen ab. Durch sie verschiebt sich praktisch die Schwelle zu den krankmachenden Symptomen. In diesem Sinne schützen Ressourcen vor krankmachenden Stressfaktoren.  

In eine „Schatzkiste“ könnten sie (direkt oder im übertragenen Sinne) folgende Dinge für die Corona-Zeit als hilfreiche Ressourcen einpacken:

  • Dinge von besondere Bedeutung für sie: Andenken aus dem Urlaub, Eintrittskarten von Konzertbesuchen, Erbstücke …
  • Dinge, die sie anschauen können: Fotos, Postkarten, Bilder, die sie an tolle Ereignisse und besondere Menschen erinnern …
  • Dinge, die sie hören können: Lieblingsmusik, Sprachnachrichten, gutes Hörbuch …
  • Dinge, die sie riechen können: Blumen, Duftöle, Duftkerzen, Weihrauch …
  • Dinge, die sie schmecken können: Lieblings-Schokolade, Lieblings-Bonbons …
  • Dinge, die sie fühlen können: Stofftier, Igelball, Stein, der sich gut anfühlt …
  • Dinge, die sie lesen können: Lieblingsbuch, Liebesbrief, Lieblingsbibelstelle …
  • Lieblingsbewegung (-übung): Yoga, spazieren gehen, laufen …

 

Schreiben sie mir, was in ihre „Schatzkiste“ hineingehört.

 

Thomas Stephan, Schul- und Notfallseelsorger

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