Was ich erklären kann, nimmt Angst.

Es ist leicht Menschen Angst zu machen. Umso wichtiger ist es in diesen Tagen, den Kopf und den Verstand mit einzubeziehen. Bei allen verständlichen und berechtigten Gefühlen, ist das Wissen um Fakten und Zusammenhänge sowie das Kennen von Lösungsstrategien entscheidend. Informationen schützen und können helfen, die Kontrolle zu behalten und einander bestmöglich beizustehen.

Thomas Stephan, Schul- und Notfallseelsorger

Hinweis: Der nächste Beitrag zum KrisenBlog erscheint Anfang August 2020

KrisenBlog

(Körper-) Übungen für die Seele

Avatar of MWSMWS - 30. April 2020 - KrisenBlog

Körper und Geist, Leib und Seele gehören zusammen. Der Versuch, das eine vom anderen zu trennen, macht in der Regel krank. Um eine belastende Situation besser und erträglicher zu machen, braucht es oftmals gar nicht viel. Dazu gehört die Erkenntnis, dass äußere und innere Haltungen sich wechselseitig positiv beeinflussen können. Manches, was uns hierbei hilft, machen wir automatisch richtig, anders lässt sich leicht erlernen und kann bewusst angewendet, eine große Hilfe darstellen.

In dem kleinen Büchlein „Nur Mut! Das kleine Überlebensbuch. Soforthilfe bei Herzklopfen, Angst, Panik & Co.“ von Dr. med. Claudia Croos-Müller, geht es um kleine (Körper-) Übungen, die eine große Wirkung auf den ganzen Menschen haben. Als Fachärztin für Neurologie und Psychotherapie erklärt sie auf Basis fundierten medizinischen Wissens, was im Körper hierbei vorgeht und warum diese Techniken zu erfolgreich sind.

Der Mensch besteht aus einem Netzwerk aus Körper, Gehirn und Gefühlen. Vor allem die verschiedenen Nervensysteme des Menschen (zentrales-, peripheres-, somatisches-, vegetative-) sind untereinander verschaltet und habe einen enormen Einfluss auf unser Wohlbefinden. Croos-Müller ist davon überzeugt, dass bestimmte Übungen auf unser Nervensystem über Umwege einen positiven Einfluss nehmen. Ihre „Soforthilfe-Übungen“ sollen zu einer nachhaltigen Stabilisierung der Emotionen beitragen.

Im Folgenden möchte ich drei Übungen aus erwähnten Büchlein „Nur Mut!“ verkürzt darstellen, die auf ihre je eigene Weise helfen können, z. B. Angstblockaden zu lösen.

  1. Hände in die Hüfte stemmen.

Wie der Name schon sagt, geht es darum, sich breitbeinig mit erhobenen Kopf und aufrechter Wirbelsäule hinzustellen und in „Supermann-Haltung“, die Hände in die Hüfte zu stemmen. Die körperliche Stabilität kann zu einer emotionalen Stabilität führen und durch die Dehnung des Brustkorbs ist eine bessere und tiefere Atmung möglich. Das Gefühl größer und breiter dazustehen, kann Kraft und Selbstbewusstsein ausdrücken.

 

  1. Duft atmen

Den Duft einer Rose oder von Lavendel zu riechen und tief einzuatmen, kann eine wunderbare Übung sein. Sowohl Rosen als auch Lavendel haben eine beruhigende Wirkung und werden schon lange in der Aromatherapie bei Herzklopfen, Nervosität und Angst eingesetzt. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass sich die Geruchsnerven bis zur Großhirnrinde ziehen und einen stabilisierenden Effekt auf Angst- und Panikreaktionen haben.

 

  1. Brust reiben/klopfen  

Sich die Hand auf das Herz zu legen und dann mit langsamen, ruhigen, kreisenden Bewegungen beginnen, oder zart mit der flachen Hand auf die Herzgegend klopfen, kann enorm beruhigen. Verstärken kann man den Effekt, wenn man z. B. etwas Rosen- oder Lavendelöl zum Massieren verwendet. Dahinter steht die Erkenntnis, dass liebevolle Berührungen zur Ausschüttung des Hormons Oxytocin führen, dass für den Abbau von Stresshormonen verantwortlich ist. Außerdem wird durch die Berührung am Herzen der sog. Vagusnerv positiv stimuliert, der für die ruhige Herzfrequenz zuständig ist.

 

Schreiben Sie mir, welche (Körper-) Übung Ihnen besonders gut getan hat bzw. was ihnen hilft, Angst und Stress abzubauen?

 

Thomas Stephan, Schul- und Notfallseelsorger

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