Was ich erklären kann, nimmt Angst.

Es ist leicht Menschen Angst zu machen. Umso wichtiger ist es in diesen Tagen, den Kopf und den Verstand mit einzubeziehen. Bei allen verständlichen und berechtigten Gefühlen, ist das Wissen um Fakten und Zusammenhänge sowie das Kennen von Lösungsstrategien entscheidend. Informationen schützen und können helfen, die Kontrolle zu behalten und einander bestmöglich beizustehen.

Thomas Stephan, Schul- und Notfallseelsorger

 

KrisenBlog

Wortkarten als Türöffner zu positiven Erinnerungen

Avatar of MWSMWS - 25. Mai 2020 - KrisenBlog

In Phasen großer Belastung, haben mir nur einen Bruchteil unserer Fähigkeiten, Kräfte und Ressourcen zur Verfügung. Wir vergessen, was im Normalzustand kein Problem wäre. Wir können nicht das abrufen, was uns vielleicht helfen könnte und auch unser Sichtfeld ist stark eingeschränkt. Vielerorts wird dann einseitig auf das geschaut, was unzureichend, lückenhaft und schlecht ist, mit der Folge, dass sich viele in einer Abwärtsspirale deprimierender Gedanken wiederfinden.

Für Betroffene stellt sich dann die Frage, wie komme ich wieder an das heran, was mir gut tut? Vor allem positive Erinnerungen können dann zu einer enormen Kraftquelle werden, wie die namhafte Psychotherapeutin Michaela Huber in ihrer Arbeit vor allem mit traumatisierten Menschen herausgefunden hat: „Wer deprimiert, verzweifelt oder mit Schicksalsschlägen konfrontiert war, denkt oft auch im Nachhinein viel mehr an die schlimmen und bedrohlichen Momente als an Ermutigendes. Dabei ist es so wichtig, gerade dann viel Freundliches, Nettes, Helles ins Leben und die Seele zu lassen. Manchen fällt es überhaupt schwer, überhaupt etwas zu finden, das jemals „nett“ war“, so ihre Einschätzung.   

Überaus praxistauglich und anregend entstanden aus ihrer Idee „99 Wortkarten mit Sätzen. Für Kinder/Jugendliche/Erwachsene ab ca. 12 Jahren“, die unter dem Begriff „Ressourcium“ 2011 auf den Markt gekommen sind. „Jede Karte enthält eine Frage, die zur Erinnerung anregt an Freundliches, Lustiges, Hilfreiches, Interessantes. Jede Frage regt die Phantasie an und ruft Bilder hervor, die geeignet sind, Mut und Zuversicht zu vermitteln“, wie Michaela Huber in ihrem Begleitblatt schreibt.

Als kleine Anregung hieraus ein paar Fragen zum Nachdenken und Nachspüren:

  • Beschreibe das Gefühl des Verliebtseins
  • Auf welche Weise erholst Du dich am besten?
  • Wenn Du die Möglichkeit hättest, nette Dinge in die Welt zu zaubern, was würdest du tun?
  • Wofür bist du von Herzen dankbar?
  • Beschreibe, was Du Dir unter „heiterer Gelassenheit“ vorstellst.
  • In welcher Landschaft fühlst du dich am wohlsten?
  • Wer oder was hat Dir einmal besondere Geborgenheit geschenkt?

 

Schreiben Sie mir, was Ihnen hilft, an positive Erinnerungen heranzukommen.

 

Thomas Stephan, Schul- und Notfallseelsorger

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