Was ich erklären kann, nimmt Angst.

Es ist leicht Menschen Angst zu machen. Umso wichtiger ist es in diesen Tagen, den Kopf und den Verstand mit einzubeziehen. Bei allen verständlichen und berechtigten Gefühlen, ist das Wissen um Fakten und Zusammenhänge sowie das Kennen von Lösungsstrategien entscheidend. Informationen schützen und können helfen, die Kontrolle zu behalten und einander bestmöglich beizustehen.

Thomas Stephan, Schul- und Notfallseelsorger

Hinweis: Der nächste Beitrag zum KrisenBlog erscheint Anfang August 2020

KrisenBlog

Richtig Fluchen

Avatar of MWSMWS - 16. Juni 2020 - KrisenBlog

Beim Autofahren, in der Schlange im Supermarkt und bei kleineren und größeren Missgeschicken gehören sie selbstverständlich dazu: Flüche! Ärger, Frust und Aggressionen kann man mit ihnen ablassen. Manchmal ist man froh, dass einem dabei keiner zuhört, denn das, was einem mitunter über die Lippen kommt, unter aller Kanone sein kann.

Auch und gerade in Krisenzeiten gibt es viel Angestautes, was raus muss. In diesen Zeiten kann und will man nicht alles auf die Goldwaage legen. Dennoch gibt es die Erfahrung, dass einem so manches gesagte Wort im Nachhinein Leid tut. Nicht mit jeder Äußerung würde man später gerne zitiert werden, umso wichtiger ist es, das „richtige“ Fluchen zu lernen.

Auf der Suche nach einer verträglichen Lösung, habe ich von einem Kollegen einen Tipp bekommen. Der sog. „halbtagsblog“ von Jan-Martin Klinge hat unter der Überschrift „Richtig Fluchen im Unterricht“ nicht nur für Schüler*innen ein paar wertvolle und zugleich heitere Anregungen zu diesem Thema parat.

Als Gegenentwurf zu verletzenden und vulgären Kraftausdrücken schlägt Klinge „themenorientiertes Fluchen“ vor:

Fluchen und Schimpfen sind bei mir absolut erlaubt: Aber nur zu einem bestimmten, gemeinsam ausgewählten Thema. Diese Woche zum Beispiel: Gemüse. Erlaubt sind also Schimpftiraden wie „Du … Gurkenscheibe!“ oder „Du bist so eine Paprika!“ 

Das klingt erstmal lächerlich. Tatsächlich ist diese Einführung für die Kinder zunächst ein großer Spaß. Es wird geschimpft und geflucht, was das Zeug hält (und nebenher viele neue Vokabeln gelernt „…du Rettich!“ „Was ist denn das?“)

Es ist schier unmöglich, dabei im gleichen, aggressiven Grundton zu bleiben. Und je freundlicher ich als Lehrer auf das Motto hinweise – Schimpfen ausdrücklich erlaubt, aber im Rahmen der Regeln! – desto absurder wird die Situation.

Wenn gelacht wird, geht es oft wieder in die richtige Richtung.

Quelle: https://halbtagsblog.de/?s=fluchen (Zugriff 16.06.2020)

 

Was für eine tolle Idee! So macht Fluchen wieder Spaß und keiner muss mehr ein schlechtes Gewissen haben, wenn er oder sie das „Alphabet“ mit einem anderen durchmacht.

 

Schreiben sie mir, wie sie einen Streit oder Ärger auf charmante Weise gelöst haben.

Thomas Stephan, Schul- und Notfallseelsorger

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