Was ich erklären kann, nimmt Angst.

Es ist leicht Menschen Angst zu machen. Umso wichtiger ist es in diesen Tagen, den Kopf und den Verstand mit einzubeziehen. Bei allen verständlichen und berechtigten Gefühlen, ist das Wissen um Fakten und Zusammenhänge sowie das Kennen von Lösungsstrategien entscheidend. Informationen schützen und können helfen, die Kontrolle zu behalten und einander bestmöglich beizustehen.

Thomas Stephan, Schul- und Notfallseelsorger

 

KrisenBlog

Dem Teufelskreis entgehen

Avatar of MWSMWS - 25. August 2020 - KrisenBlog

Die Aussage des berühmten Kommunikationswissenschaftlers Paul Watzlawick: „Kommunikation ist immer Ursache und Wirkung“, gehört seiner Ansicht nach zu den fünf Grundregeln, die die menschliche Kommunikation erklären. Er will damit zum Ausdruck bringen, dass auf jeden Reiz eine Reaktion erfolgt. Daraus entsteht eine Verhaltenskette, die vor allem bei Störungen zu einem regelrechten Teufelskreis führen kann. Beispielsweise in problembehafteten (Paar -) Beziehungen kann „ein Wort das andere ergeben“ und „ein Verhalten das andere verursachen“. Durch die sich zuspitzende Dynamik, ist ein Anfangspunkt (und damit auch Endpunkt) irgendwann nicht mehr auszumachen.

Stress ist die normale Reaktion, auf eine als unnormal erfahrene Situation. Die Corona-Zeit ist eine stressbehaftete Zeit, in der den Menschen viel abverlangt wird. Verhaltensregeln (z. B. das Abstandgebot), körperliche Stressfaktoren (z. B. das Tragen von Mund-Nasen-Schutz) und diverse Ungewissheiten (z. B. mangelnde Planbarkeit des Lebens und Sorgen um den Arbeitsplatz) wirken sich auf das Gesamtbefinden aus. Dementsprechend liegen die Nerven schneller blank, was sich vor allem in einer leichteren Reizbarkeit niederschlagen kann.

Auf diesem Hintergrund ist es wichtig, einmal über sein Kommunikationsverhalten in Corona-Zeiten nachzudenken. Wie sehr beeinflusst mich die gesellschaftliche Gesamtsituation? Wann und wo bin besonders schnell gereizt? Auf was reagiere ich besonders heftig? Wie mache ich meinem Ärger Luft? Zu was bin ich dann nicht mehr in der Lage?

Stress wirkt sich auf unsere Kommunikationsfähigkeit aus. Wir haben schneller keine „Nerven“, um konstruktiv und ausgewogen kommunizieren zu können. Wir tappen rascher in Kommunikationsfallen (z. B. Missverständnisse), da wir weniger bereit und in der Lage sind, einander zuzuhören. Umso wichtiger ist es, sich in einem ruhigen Moment ein paar Kommunikationsregeln anzuschauen und vorzusagen, damit sie in Stresssituationen, größere Chancen haben, nicht in die Falle zu tappen und sich in einem Teufelskreis wiederzufinden.

 

  1. Reden Sie direkt. Es kann Situationen geben, in den es klug ist, durch „die Blume“ zu kommunizieren, aber in Stresssituationen braucht es eine klare und eindeutige Sprache, um nicht missverstanden zu werden.
  2. Verwenden Sie kurze und präzise Sätze. Kommen sie ohne Umschweife auf den Punkt. Versuchen Sie, was Ihnen wichtig ist, in einem Satz auszudrücken.
  3. Bitte Sie um eine Rückmeldung. Was ich sage und der andere versteht, ist nicht immer das Gleiche. Bitten Sie deshalb den anderen darum, Ihnen wiederzugeben, was bei ihm angekommen ist.
  4. Verwenden Sie Ich-Botschaften. Sprechen Sie von sich und vermeiden Sie damit Missverständnisse und direkte Angriffe.

 

Klar ist, dass alles Zeit und Übung braucht. Auch und vor allem in Stresssituationen, wo wir nur ein begrenztes Repertoire an Fähigkeiten zur Verfügung haben.

Umso wichtiger gilt es sich für sein eigenes Kommunikationsverhalten immer wieder die Worte des Verhaltensforschers Konrad Lorenz vor Augen zu halten:

„Gesagt ist noch nicht gehört,

gehört ist noch nicht verstanden,

verstanden ist noch nicht einverstanden,

einverstanden ist noch nicht getan,

getan ist noch nicht beibehalten.”

 

Quelle:https://www.businessvillage.de/Gesagt-ist-nicht-gehoert-gehoert-ist-nicht-verstanden/mag-1735.html (Zugriff 25.08.20)

 

Schreiben Sie mir, was Ihnen hilft, dem Teufelskreis zu entgehen. 

 

Thomas Stephan, Schul- und Notfallseelsorger

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