Was ich erklären kann, nimmt Angst.

Es ist leicht Menschen Angst zu machen. Umso wichtiger ist es in diesen Tagen, den Kopf und den Verstand mit einzubeziehen. Bei allen verständlichen und berechtigten Gefühlen, ist das Wissen um Fakten und Zusammenhänge sowie das Kennen von Lösungsstrategien entscheidend. Informationen schützen und können helfen, die Kontrolle zu behalten und einander bestmöglich beizustehen.

Thomas Stephan, Schul- und Notfallseelsorger

 

KrisenBlog

Hilfen für Opfer

Avatar of MWSMWS - 11. September 2020 - KrisenBlog

In einem meiner letzten Einsätze in der Notfallseelsorge, wurde mir wieder einmal eindrücklich bewusst, in wie kurzer Zeit die Welt für Betroffene Kopf stehen kann. In der einen Sekunde noch vermeintlich alles in Ordnung und im anderen Augenblick alles anders. Besonders der Tod von jungen Menschen, die ihr Leben sprichwörtlich noch vor sich hatten, zieht weite Kreise der Erschütterung. Angehörige, Freunde, aber auch Rettungskräfte und Polizei, fühlen sich auf ihre je eigene Weise getroffen.

Der Wahnsinn, den dabei besonders Familien mitmachen müssen, ist unmenschlich und letztlich unbeschreiblich. „Das ist doch alles nicht wahr. Das kann ich nicht glauben“, sind nur allzu verständliche Äußerungen. Wie soll man den Tod, die Bilder, Gefühle und Gedanken nur bewältigen? Wie kann es ein „Weiter“ im Leben noch geben, wo doch alles „Aus“ zu sein scheint?

In diesen Situationen geht es zu allererst, um das Überleben. Es geht darum, nicht völlig überzuschnappen.

Heute jährt sich wieder der 11. September, jener schicksalhafte Tag, der 2001 die ganze Welt in ihren Bann gezogen hat. So vieles hat sich seither verändert, nicht nur für die Angehörigen der Opfer dieser Terroranschläge.    

„Opfer“ gibt es viele, nicht nur damals, und es ist erschreckend, dass das Wort „Opfer“ im Straßenjargon zu einem Schimpfwort geworden ist. Die, die Hilfe am nötigsten hätten, werden dadurch verunglimpft und der Lächerlichkeit preisgegeben.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hat 2019 eine Handreichung für Erwachsene und 2020 für Kinder und Jugendliche zusammengestellt. „Informationen für Betroffene und Angehörige“ sind darin aufgeführt, um den „Opfern“ und ihrem Umfeld, Hilfen an die Hand zu geben.

Klar ist zwar jedem, dass damit kein Ereignis ungeschehen und „wieder gut“ gemacht wird, aber vor allem für die ersten Stunden und Tage „danach“, finden sich darin (Überlebens-) Hilfen, die zu einem kleinen Halt im großen Leid werden können.

 

Für Erwachsene:

https://www.bbk.bund.de/SharedDocs/Downloads/BBK/DE/Publikationen/Broschueren_Flyer/Mit_belastenden_Ereignissen_umgehen_Flyer.html (Zugriff 11.09.20)

 

Für Kinder und Jugendliche:

https://www.bbk.bund.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/BBK/DE/2020/02/PM_Abschluss_KiKat_Projekt.html (Zugriff 11.09.20)

 

Schreiben Sie mir von den Hilfen, die Ihnen gut getan haben. 

 

Thomas Stephan, Schul- und Notfallseelsorger

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