Was ich erklären kann, nimmt Angst.

Es ist leicht Menschen Angst zu machen. Umso wichtiger ist es in diesen Tagen, den Kopf und den Verstand mit einzubeziehen. Bei allen verständlichen und berechtigten Gefühlen, ist das Wissen um Fakten und Zusammenhänge sowie das Kennen von Lösungsstrategien entscheidend. Informationen schützen und können helfen, die Kontrolle zu behalten und einander bestmöglich beizustehen.

Thomas Stephan, Schul- und Notfallseelsorger

 

KrisenBlog

Wie ich in der Zeit von Covid19 sein will

Avatar of KEBKEB - 13. Oktober 2020 - KrisenBlog

Jeder Mensch kann so sein, wie er will. Er ist aber nicht verpflichtet so zu bleiben.

Dieser Satz begleitet mich schon seit vielen Jahren. Auf eine unaufdringliche Art legt er mir nahe, mein Verhalten und meine Einstellung wahrzunehmen und zu überprüfen. Besonders das letzte halbe bis dreiviertel Jahr war für alle von neuen Herausforderungen und Belastungen gekennzeichnet. Diese Zeit wurde nicht selten zu einem Charakter- und Härtetest für das Berufs- und Privatleben.

Holzschnittartig lassen sich im Hinblick auf den persönlichen Umgang mit der Covid19 - Krise drei „Zonen“ ausmachen, die die (innere) Haltung und Einstellung zur Gesamtsituation widerspiegeln.

1. Angst Zone. Typische Sätze und Einstellungen von Menschen, die sich hier befinden sind:

  • Ich verbreite Emotionen von Angst, Frust und Ärger.
  • Ich beschwere mich regelmäßig.
  • Ich werde schnell wütend.
  • Ich ergattere Essen, Toilettenpapier und Arzneimittel, auch welche, die ich gar nicht brauche.

 

2. Lern Zone. Typische Sätze und Einstellungen von Menschen, die sich hier befinden sind:

  • Ich werde mir meiner Situation bewusst und überlege, was ich tun kann.
  • Ich beginne loszulassen, was ich nicht kontrollieren kann.
  • Ich höre auf, zwanghaft das zu konsumieren, was mich krank macht, von Essen bis Nachrichten.
  • Ich erkenne und benenne meine Gefühle.
  • Ich überprüfe Informationen, bevor ich etwas Falsches verbreite.
  • Ich erkenne, dass wir alle versuchen, unser Bestes zu tun.

 

3. Wachstums Zone. Typische Sätze und Einstellungen von Menschen, die sich hier befinden sind:

  • Ich danke anderen und schätze sie.
  • Ich denke an andere und schaue, wie ich helfen kann.
  • Ich stelle meine Talente denen zur Verfügung, die sie brauchen.
  • Ich übe mich in Ruhe und Geduld, pflege Beziehungen und werde kreativ.
  • Ich suche nach Möglichkeiten mit den Veränderungen mitzugehen, mich anzupassen.

 

Einstellungen und Haltungen können sich verändern. Ängste sind verständlich, aber selten ein guter Ratgeber in Krisenzeiten. Vielleicht können auch harte Zeiten dazu beitragen, etwas dazuzulernen und (innerlich) zu wachsen?  

 

Schreiben Sie mir, wie sich Ihre Haltung und Einstellung zur Covid19 – Krise entwickelt hat?

 

Thomas Stephan, Schul- und Notfallseelsorger

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