Was ich erklären kann, nimmt Angst.

Es ist leicht Menschen Angst zu machen. Umso wichtiger ist es in diesen Tagen, den Kopf und den Verstand mit einzubeziehen. Bei allen verständlichen und berechtigten Gefühlen, ist das Wissen um Fakten und Zusammenhänge sowie das Kennen von Lösungsstrategien entscheidend. Informationen schützen und können helfen, die Kontrolle zu behalten und einander bestmöglich beizustehen.

Thomas Stephan, Schul- und Notfallseelsorger

 

KrisenBlog

6 Hut-Methode

Avatar of KEBKEB - 12. November 2020 - KrisenBlog

Krisenbewältigung ist eine Sache von Zuständigkeiten. Es gibt klare Hierarchien und Verantwortungsbereiche. Dies ist nicht nur in Politik, Rettungsdienst und Militär so, sondern letztlich überall. Salopp ausgedrückt, kommt es vor allem in schwierigen Situationen darauf, wer welchen Hut auf hat und wie die handelnden Akteure zusammenarbeiten.

Die im Folgenden dargestellt 6-Hut-Methode lädt dazu ein, sich in andere Rollen, Zuständigkeiten und Sichtweisen hineinzudenken. Es gibt selten nur eine Sicht auf die Dinge und letztlich kommt es auf das Zusammenspiel von allen an, damit letztlich ein gutes und tragfähiges Ergebnis herauskommt.

Quasi spielerisch besteht nun die Möglichkeit, sich einmal in den verschiedenen Rollen auszuprobieren und für sich herauszufinden, welcher "Hut" am besten passt.

Der weiße Hut steht für Objektivität und Neutralität. Wer ihn auf hat, für den stehen Zahlen und Fakten im Vordergrund.

Der rote Hut steht für subjektives Empfinden und persönliche Meinung. Menschen mit diesem Hut lassen ihren Bauch sprechen.

Der schwarze Hut steht für objektiv-negative Aspekte. Leitsatz von Menschen, die diesen Hut tragen, lautet: "Dagegen spricht, dass ..."

Der gelbe Hut steht für objektiv-positive Aspekte. Diesen Menschen liegen Chancen, Pluspunkte und realistische Ziele am Herzen.

Der grüne Hut steht für neue Ideen. Hier spielt es keine Rolle, ob diese verrückt oder unrealistisch erscheinen.

Der blaue Hut, ist der Hut des Dirigenten bzw. der Dirigentin. Er oder sie hat die Aufgabe, eine Metaebene einzunehmen.

In Krisenzeiten werden alle "Hüte" gebraucht. Gerade die Komplexität der Corona-Krise braucht die Einschätzung und das Zusammenspiel der verschiedenen "Hüte". Klar ist aber auch, dass irgendwann Entscheidungen getroffen werden müssen und womöglich nicht alle "unter einen Hut" zu bringen sind. Umso wichtiger ist es, gut hinzuhören und jeder Stimme eine Chance zu geben. Dies gilt für unsere Gesellschaft, aber auch für die vielen unterschiedlichen "Hüte" bzw. Stimmen in uns selbst.

 

Schreiben Sie mir, welcher "Hut" Ihnen besonders nahe ist und auf welcher Grundlage Sie in schwierigen Zeiten Entscheidungen treffen?

 

Thomas Stephan, Schul- und Notfallseelsorger

 

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