Was ich erklären kann, nimmt Angst.

Es ist leicht Menschen Angst zu machen. Umso wichtiger ist es in diesen Tagen, den Kopf und den Verstand mit einzubeziehen. Bei allen verständlichen und berechtigten Gefühlen, ist das Wissen um Fakten und Zusammenhänge sowie das Kennen von Lösungsstrategien entscheidend. Informationen schützen und können helfen, die Kontrolle zu behalten und einander bestmöglich beizustehen.

Thomas Stephan, Schul- und Notfallseelsorger

 

KrisenBlog

Kontra-Punkt-Ansatz zur Krisenbewältigung - Teil III

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Zwei Männer sind dabei, Holz im Wald zu machen. Beiden haben einen etwa gleichgroßen Holzstoß vor sich, den sie mittels einer Axt, in handliche Holzscheite kleinhacken wollen. Der eine hackt den ganzen Tag pausenlos und wundert sich am Ende des Tages, dass sein Stoß an Holzscheiten nicht annährend so groß ist, wie der Stoß des anderen Mannes, der Pausen gemacht hat. Verwundert fragte er diesen: Wie ist das möglich? Ich habe den ganzen Tag ohne Unterlass Holz gehackt und dennoch hast du viel mehr zustande gebracht als ich. Daraufhin entgegnet ihm der andere: In der Zeit, wo ich Pausen gemacht habe, habe ich meine Klinge geschärft.

Pausen, Auszeiten und Ruhephasen sind wichtig. Desto mehr vor uns liegt, desto mehr wir zu bewältigen habe, desto wichtiger sind diese Zeiten. "Durchpowern" ist auf lange Sicht keine Lösung, im Gegenteil, es kann zum eigentlichen Problem werden.

Als Gegenpol/Gegengewicht/Kontrapunkt zum Erleben von Übererregung und (innerer) Unruhe ist es wichtig, Ruhe zu finden. Der "Kontra-Punkt-Ansatz" zur Krisenbewältigung legt damit einen Finger in die Wunde vieler, die vergessen haben bzw. sich nicht eingestehen wollen, wie wichtig es ist, einen Ausgleich zu den diversen Belastungen des Lebens zu finden.

Spazieren gehen, ruhige Musik hören und Meditation schaffen Auszeiten. Hierbei geht es nicht um Leistung und Anstrengung, sondern darum, loszulassen und sich entspannen zu können. Ge(h)danken können hierbei wieder ins Fließen kommen und auf diesem Weg kann Belastendes abgebaut werden. Besonders erholsam kann es sein, wenn irgendwann der Kopf leer wird und man nur noch "sein darf" und man sich im Einklang mit Gott und Welt erleben darf.

So manches "Flow-Empfinden" kann sich auch beim Schauen eines Lieblingsfilms oder einer Lieblingsserie im Fernsehen einstellen. Auf der Couch, im Sessel oder im Bett kann man es sich gut gehen lassen und abschalten und vielleicht auch gut einschlafen.

 

Schreiben Sie mir, wie Sie am besten entspannen und was Ihnen hilft, zur Ruhe zu kommen? 

 

Thomas Stephan, Schul- und Notfallseelsorger

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