Was ich erklären kann, nimmt Angst.

Es ist leicht Menschen Angst zu machen. Umso wichtiger ist es in diesen Tagen, den Kopf und den Verstand mit einzubeziehen. Bei allen verständlichen und berechtigten Gefühlen, ist das Wissen um Fakten und Zusammenhänge sowie das Kennen von Lösungsstrategien entscheidend. Informationen schützen und können helfen, die Kontrolle zu behalten und einander bestmöglich beizustehen.

Thomas Stephan, Schul- und Notfallseelsorger

 

KrisenBlog

Inzidenz Abstinenz tut gut

Avatar of KEBKEB - 05. Februar 2021 - KrisenBlog

Unter "Redundanz" versteht man in der Sprachtheorie die mehrfache Nennung von Informationen, die für das Verständnis des Gesamtkontextes nicht notwendig sind." Weniger akademisch, aber dafür umso griffiger, hat es der Wort-Künstler Karl Valentin einmal ausgedrückt: "Es ist schon alles gesagt, aber noch nicht von allen".

Hand aufs Herz, wie viel Neues haben Sie in den letzten Wochen und Monaten wirklich noch über das Corona-Virus erfahren? Lassen wir mal die Corona-Mutationen und das Drama im Zusammenhang mit dem Impfen weg, was haben wir nicht zum x-ten Mal gehört und gelesen? Seit einem Jahr sind Zeitungen, Berichterstattungen und selbst alltägliche Gespräche voll vom gleichen Thema. Noch nie gab es in den letzten Jahrzehnten weltweit so viel Worte, über das ein und dasselbe.

Wie im überaus erfolgreichen Film "Und täglich grüßt das Murmeltier" aus dem Jahr 1993 kann man sich seit über einem Jahr fühlen. Kein Morgen, kein Mittag, kein Abend ohne Coronanachrichten - das Gefühl in einer Endlosschleife gefangen zu sein. Das frustriert nicht nur, sondern kann deprimieren und/oder aggressiv machen.

Wie wäre es mal mit "Inzidenz-Abstinenz"? Anstatt alles an Nachrichten mitzunehmen, was es gibt, einfach mal abschalten? Mal einen Tag in der Woche ein "Nachrichten-Fasten" einschieben, auch wenn die Fastenzeit noch nicht begonnen hat? Da Fastnacht sowieso ausfällt, kann man doch schon einmal mit Fasten beginnen.

Im Ernst. Die Situation in Deutschland und der Welt ist nicht lustig, überhaupt nicht. Existenzen stehen auf dem Spiel, Dramen spielen sich ab und Schicksale ereignen sich zuhauf. Auch und gerade deswegen ist es wichtig, sich zu schützen. Dies kann bedeuten, für sich einmal auch eine Nachrichtensperre auszurufen. Denn allzu viele negative Nachrichten werden zu negativen Gedanken und allzu viele negative Gedanken können krank machen.

 

Schreiben Sie mir, wie Sie mit der Flut an Corona-Berichterstattungen umgehen?

 

Thomas Stephan, Schul- und Notfallseelsorger

 

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