Was ich erklären kann, nimmt Angst.

Es ist leicht Menschen Angst zu machen. Umso wichtiger ist es in diesen Tagen, den Kopf und den Verstand mit einzubeziehen. Bei allen verständlichen und berechtigten Gefühlen, ist das Wissen um Fakten und Zusammenhänge sowie das Kennen von Lösungsstrategien entscheidend. Informationen schützen und können helfen, die Kontrolle zu behalten und einander bestmöglich beizustehen.

Thomas Stephan, Schul- und Notfallseelsorger

 

KrisenBlog

Über den eigenen Tellerrand schauen - Teil 1

Avatar of KEBKEB - 11. März 2021 - KrisenBlog

"Wenn jeder an sich selbst denkt, dann ist an jeden gedacht". Oder nicht?

Die Pandemie legt offen, wie es um die Welt bestellt ist. Gesundheitliche Versorgung ist immer noch an Privilegien, Macht und vor allem Geld geknüpft. Wen wundert es da, dass beim Blick auf die Weltkarte, vor allem die ärmsten Länder der Welt (wieder einmal) abgehängt sind.

Aktuell muss man feststellen, dass von den ärmsten Ländern der Welt nur Guinea in der Lage war, zu impfen. Nämlich 55 Menschen!

Das ist eigentlich zum Lachen ... oder besser zum Heulen.

"Sauerstoff, gebt uns Sauerstoff" ist ein bekannt gewordener verzweifelter Hilferuf einer brasilianischen Krankenschwester in Pandemiezeiten. Solche und ähnliche Aussagen kennzeichnen die weitverbreitete dramatische Unterversorgung mit lebenswichtigen medizinischen Hilfsmitteln. Auf diesem Hintergrund wirken manche unserer Probleme in diesen Tagen wie Banalitäten.

Wie sieht es um unseren Solidaritäts- und Verantwortungsbegriff aus? Endet er nicht allzu schnell an der eigenen Haustür? Wie sehr geht uns das Schicksal wesentlich ärmerer Länder an?   

Auch in unserem Land sind viele Menschen in Notlagen gekommen und auch hier lautet die berechtigte Frage, was haben wir für sie übrig?

"Wer für alles verantwortlich ist, ist für nichts mehr verantwortlich." Darin besteht eine Gefahr.

Umso wichtiger ist es, den Blick über den eigenen Tellerrand nicht zu vergessen. Wir leben nicht allein auf dieser Welt. Es ist an jedem, seinen (möglichen) Teil beizutragen.

 

Schreiben Sie mir, wie es Ihnen in Pandemiezeiten gelingt, verantwortungsvoll und solidarisch zu leben?  

 

Thomas Stephan, Schul- und Notfallseelsorger

 

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