Was ich erklären kann, nimmt Angst.

Es ist leicht Menschen Angst zu machen. Umso wichtiger ist es in diesen Tagen, den Kopf und den Verstand mit einzubeziehen. Bei allen verständlichen und berechtigten Gefühlen, ist das Wissen um Fakten und Zusammenhänge sowie das Kennen von Lösungsstrategien entscheidend. Informationen schützen und können helfen, die Kontrolle zu behalten und einander bestmöglich beizustehen.

Thomas Stephan, Schul- und Notfallseelsorger

 

KrisenBlog

Zuhausebleiben an Ostern

Avatar of KEBKEB - 23. März 2021 - KrisenBlog

Die Osterbotschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel ist kurz und bündig überschrieben mit: "Zusausebleiben".

Wohl noch nie waren (gezwungenermaßen) so viele Menschen an Feiertagen zuhause und in den eigenen vier Wänden, als in Corona-Zeiten. Nicht erst der Osterurlaub ist den hohen Inzidenzwerten zum Opfer gefallen, sondern auch eine Vielzahl anderer Aktivitäten, zu denen wir gerne gefahren wären. Gewissermaßen ist uns als letzte "Zufluchtsstätte" nur unser Zuhause geblieben, an dem wir uns aufhalten dürfen.

Was ein Zuhause wert ist und welche Bedeutung es für das Leben hat, wird einem oftmals erst dann bewusst, wenn wir es verloren haben. Flüchtlinge, aber auch alte Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen ihr Zuhause verlassen müssen, wissen ein Lied davon zu singen.

Geborgenheit, Sicherheit, Vertrautheit und Wohlbefinden gehören zu einem echten Zuhause, aber auch der Begriff Heimat spielt hierbei wichtige Rolle. Zu den bekanntesten Aussprüchen in diesem Kontext zählt: "My home is my castle", der auf den großen Richter Sir Edward Coke (1552–1634) zurückgeht.

Gewissermaßen hat die Pandemie das Zuhause wieder in den Mittelpunkt des allgemeinen Interesses gerückt. Home-office und Home-schooling setzen allerdings ein Zuhause voraus, in dem Arbeiten überhaupt möglicht ist. Unter einem Dach, in einer Wohnung steht das Miteinander jedoch vor besonderen Herausforderungen. Das fast permanente "Aufeinandersitzen" führt zwangsläufig zu Spannungen und Stress.  

Lohnenswert kann es deshalb sein, einen etwas anderen Blick auf das/Ihr Zuhause zu werfen. Wenn Sie sich einmal den Grundriss ihrer Wohnung bzw. ihres Hauses aufzeichnen, in welchen Bereichen bzw. Räumen können Sie Energie auftanken und in welchen Energie abgeben? Hintergrund dieser Frage ist die Notwendigkeit, auch in den eigenen vier Wänden Orte zu haben, die eine Ressource für Sie darstellen können.

Wenn Sie beispielsweise gerne kochen, dann könnte die Küche ein Wohlfühlort für Sie sein, der ihnen gut tun kann. Oder vielleicht ist die Couch für Sie ein Ort, an dem es Ihnen gut geht. Vielleicht haben Sie aber auch einen "Rückzugsraum", der nur Ihnen gehört bzw. in den Sie sich flüchten können, wenn Ihnen alles zuviel wird. Oder Sie haben besondere Zeiten, in denen nur Sie "der Herr im Haus sind" und nach eigenem Ermessen Schalten und Walten können.

Das Wissen um Orte und Zeiten, die zuhause gut tun, ist im Lockdown wichtiger denn je.

 

Schreiben Sie mir, wo Sie sich bzw. wobei Sie sich zuhause besonders wohl fühlen?

 

Thomas Stephan, Schul- und Notfallseelsorger

Neuer Kommentar

0 Kommentare

Wenn neue Blogbeiträge erscheinen, möchte ich benachrichtigt werden

Benachrichtigung bei neuen Blog-Artikeln