Was ich erklären kann, nimmt Angst.

Es ist leicht Menschen Angst zu machen. Umso wichtiger ist es in diesen Tagen, den Kopf und den Verstand mit einzubeziehen. Bei allen verständlichen und berechtigten Gefühlen, ist das Wissen um Fakten und Zusammenhänge sowie das Kennen von Lösungsstrategien entscheidend. Informationen schützen und können helfen, die Kontrolle zu behalten und einander bestmöglich beizustehen.

Thomas Stephan, Schul- und Notfallseelsorger

 

KrisenBlog

Abstammung als Ressource

Avatar of KEBKEB - 08. April 2021 - KrisenBlog

"Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm" ist ein Redewendung, die anzeigen soll, dass Kinder im Laufe ihres Lebens (un)bewusst Verhaltensweisen ihrer Eltern nachahmen oder an den Tag legen. Dementsprechend werden nicht nur äußerliche Merkmale vererbt, sondern auch Charaktereigenschaften und Grundhaltungen.

Spannend kann es werden, wenn man versucht, sich diesen Einfluss einmal bewusst zu machen. Wir leben nämlich nicht frei und losgelöst von unseren familiären Kontexten, sondern sind eng verwoben mit dem, was wir von "zuhause" mitbekommen haben.

Wissenschaftlich betrachtet können wir mittels eines "Ressourcen-Genogramm" versuchen herauszufinden, welches Potential jede(r) von uns von Seiten seiner Familie mitbekommen hat.

Die familiären Einflüsse können sehr unterschiedlicher Natur sein. Heute lade ich Sie ein, einmal die guten und hilfreichen Aspekte Ihrer Familie in den Blick zu nehmen.

Folgende Fragen können Sie sich einmal stellen:

  • Wen mochten Sie als Kind besonders gerne?
  • Welche Fähigkeiten älterer Geschwister, Eltern oder Großeltern schätzen Sie besonders?
  • Was haben Sie Positives von Vater/Mutter bzw.den Großeltern gelernt?
  • Wie hat es die Familie geschafft, mit schweren Krankheiten, Krisen, Verlusten etc. umzugehen?
  • Welche Menschen in der engeren ode erweiterten Familie waren für Sie besonders wichtig?
  • Wie wurden in Ihrer Familie Feste gefeiert, welche Spiele wurden gespielt?
  • Haben Sie Vorbilder, denen Sie sich innerlich verbunden fühlen?
  • Welche Fähigkeiten haben Sie als Rüstzeug für Ihr Leben aus der Familie mitbekommen?
  • Welche Ressourcen hatten Ihre Verwandten?
  • Welche positiven Mythen oder Geschichten existieren übere Ihre Familie? Lebt Ihre Familie nach einem Familienmotto?
  • Gibt es einen Familienschatz, den es zu bewahren oder zu schützen gilt?
  • Welche positiven Erfahrungen aus Ihrer Herkunftsfamilie sollen Bestand haben und inIhren Kindern weiterleben?
  • Welche Grundüberzeugungen hinsichtlich Gesundheit und Krankheit sind in Ihrer Familie vorherrschend?
  • Welche Bedeutung hat Spiritualität in Ihrer Familie?

 

Quelle: http://www.psychosomatik-aalen.de/ressourcen/material/SB_89173_0001_wachter_AB07.pdf (Zugriff 08.04.2021)

 

Wenn Sie wollen, können Sie im Anschluss einen eigenen Familienstammbaum anfertigen (Anleitung siehe Quelle), der Ihnen helfen kann, sich gerade in Krisenzeiten ein Bild von Ihren positiven familiären Einflüssen zu machen.

 

Schreiben Sie mir, welche positiven Einflüsse aus Ihrer Familie Ihnen heute noch gut tun.

 

Thomas Stephan, Schul- und Notfallseelsorger

 

Neuer Kommentar

0 Kommentare

Wenn neue Blogbeiträge erscheinen, möchte ich benachrichtigt werden

Benachrichtigung bei neuen Blog-Artikeln