Was ich erklären kann, nimmt Angst.

Es ist leicht Menschen Angst zu machen. Umso wichtiger ist es in diesen Tagen, den Kopf und den Verstand mit einzubeziehen. Bei allen verständlichen und berechtigten Gefühlen, ist das Wissen um Fakten und Zusammenhänge sowie das Kennen von Lösungsstrategien entscheidend. Informationen schützen und können helfen, die Kontrolle zu behalten und einander bestmöglich beizustehen.

Thomas Stephan, Schul- und Notfallseelsorger

 

KrisenBlog

Glück kann man lernen

Avatar of KEBKEB - 17. Juni 2021 - KrisenBlog

Glück gehabt. Das hätte in einer Katastrophe enden können. Nicht auszudenken, was alles hätte passieren können.

Die Rede ist von der missglückten Greenpeace-Aktion wenige Augenblicke vor dem Anpfiff des EM-Spiels Deutschland gegen Frankreich. Ein Motorgleitschirmflieger der Umweltorganisation kam über dem Münchner Fußballstation zum Absturz und verletzte dabei zwei Menschen. Dass sich der Pilot schon wenige Augenblicke zuvor in unmittelbarer Lebensgefahr befand, wurde erst im Nachhinein deutlich, als öffentlich wurde, dass er sich bei dieser Aktion ständig im Visier von Scharfschützen befunden hatte. Wenn sie in ihm eine terroristische Bedrohung gesehen hätten, wäre er abgeschossen worden. Glück gehabt, kann man da nur sagen.

Das mit dem Glück ist so eine Sache. Gerne würden wir es erzwingen und gerade Fußballspieler*innen sollen Gerüchten zur Folge besonders abergläubisch sein und ihre Glücksbringer dabei haben bzw. ihre "glückbringenden Rituale" einhalten.

Doch "Glück" ist weit mehr wie Zufall. Glück im Leben zu haben, ist eine Aufgabe und Anstrengung, die es sich lohnt anzugehen.

Wen wundert es da, dass "Glück" zu einem eigenen Schulfach geworden ist. 2007 startete Ernst Fritz-Schubert als Oberstudiendirektor an seiner Willy-Hellpach-Schule in Heidelberg dieses interessantes Projekt. "Um das Klima dort zu verbessern und der Forderung so vieler Organisationen wie WHO oder OECD nachzukommen, begründete er zusammen mit einem Kompetenzteam das "Schulfach Glück". Aufgabe war und ist es, Lebenskompetenz, Lebensfreude und Persönlichkeitsentwicklung zu fördern und diese auch im Schulalltag zu realisieren."

Quelle: https://www.fritz-schubert-institut.de/newpage30c2ac73 (Zugriff 17.06.2021)

Jenseits einer Lottospieler-Mentalität gibt es Bestrebungen, erlernbarem Glück einen Platz im Leben zu geben. Gerade in Krisenzeit und bei schicksalhaften Ereignissen, wird das "Glück" jedoch schmerzlich vermisst. Es wäre jetzt allerdings ein Missverständnis, wenn angenommen werden würde, dass durch ein "Schulfach Glück" solche Ereignisse und Phasen vermeidbar wären. Das wäre zu schön, um wahr zu sein.

Was allerdings machbar und unterrichtbar ist, ist der Hinweis auf - und das Einüben von Lebenskompetenzen. Bewältigungsstrategien, kommunikative Fähigkeiten und mögliche Hilfsangebote wollen gekannt und eingeübt werden. Die jeweilige Persönlichkeitsentwicklung braucht Zuspruch und Förderung, womit wir bei einer Kernaufgabe schulischer Unterstützung wären. Mit diesen Fähigkeiten kann man zwar in der Regel keine Unglücksfälle verhindern, aber man kann mit den Folgen lernen besser umzugehen.

Vielleicht finden auch Sie im Buch von Ernst Fritz-Schubert "Schulfach Glück. Wie ein neues Fach die Schule verändert" Anregungen für sich und Ihren Alltag.

 

Schreiben Sie mir, worin Ihr großes Glück im Leben besteht?

 

Thomas Stephan, Schul- und Notfallseelsorger

 

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