Was ich erklären kann, nimmt Angst.

Es ist leicht Menschen Angst zu machen. Umso wichtiger ist es in diesen Tagen, den Kopf und den Verstand mit einzubeziehen. Bei allen verständlichen und berechtigten Gefühlen, ist das Wissen um Fakten und Zusammenhänge sowie das Kennen von Lösungsstrategien entscheidend. Informationen schützen und können helfen, die Kontrolle zu behalten und einander bestmöglich beizustehen.

Thomas Stephan, Schul- und Notfallseelsorger

 

KrisenBlog

Respekt!

Avatar of KEBKEB - 19. Juli 2021 - KrisenBlog

Als Teil eines Kriseninterventionsteams der Notfallnachsorge des DRK Bellheim fuhr ich am Freitag in die stark von der Flutkatastrophe betroffene Region Ahrweiler. Wir bekamen Dinge und Umstände zu sehen, die wir in Deutschland nicht für möglich gehalten hätten. Ein "Kriegsschauplatz" bot sich uns dar.

In der Nacht wurden wir von einem Feuerwehrmann durch die Altstadt von Ahrweiler geführt. Dieselgeruch lag von den vielen Aggregaten, Pumpen und Maschinen in der Luft. Verschiedene Feuerwehren waren dabei, die Tiefgaragen auszupumpen. Meterhohe Berge an zerstörtem Hausrat und Inventar säumte die Straßen. Zerstörte und zerfetzte Autos türmten sich stellenweise übereinander.

In dieser Nacht hätte in Ahrweiler problemlos ein "Südpfalztreffen der Feuerwehren" stattfinden können. Lauter bekannte Ortsnamen. Überall brummte es und überall waren dutzende von Feuerwehrmännern und Feuerwehrfrauen zu sehen, die geschäftig ihrer Arbeit nachgingen.

Auch in und um eine Mehrzweckhalle in Ringen, an der wir waren, in der vor allem ältere Menschen notdürftig untergebracht waren, wuselten Heerschaaren von Rettungskräften, Hilfsdiensten und freiwilligen Helfer*innen herum. Ein Bild des Elends auf der einen Seite, aber auch ein Bild, das dankbar werden lässt. Teilweise 14-15 Stunden und mehr waren manche ununterbrochen im Einsatz.

Was wäre unsere Gesellschaft ohne diese Freiwilligen, ohne das Engagement der Feuerwehren, von Rettungs- und Hilfsdiensten, des THW ... und selbstloser Helfer*innen? Wir könnten einpacken. Ohne diesen größtenteils ehrenamtlichen Einsatz, würde überhaupt nichts gehen.

Ich bin dankbar in einem Land leben zu dürfen, in dem es diesen Einsatz gibt.

Damit dies so bleibt, braucht es auch in Zukunft Menschen, die sich aktiv in den Dienst der guten Sache stellen.

Vielleicht auch Sie?

 

Schreiben Sie mir, wo Sie Möglichkeiten sehen, sich für andere einzusetzen.

 

Thomas Stephan, Schul- und Notfallseelsorger

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