Was ich erklären kann, nimmt Angst.

Es ist leicht Menschen Angst zu machen. Umso wichtiger ist es in diesen Tagen, den Kopf und den Verstand mit einzubeziehen. Bei allen verständlichen und berechtigten Gefühlen, ist das Wissen um Fakten und Zusammenhänge sowie das Kennen von Lösungsstrategien entscheidend. Informationen schützen und können helfen, die Kontrolle zu behalten und einander bestmöglich beizustehen.

Thomas Stephan, Schul- und Notfallseelsorger

 

KrisenBlog

Krisenschauplätze wechseln - Schicksale bleiben

Avatar of KEBKEB - 02. August 2021 - KrisenBlog

Eben noch war es die Flutkatastrophe, dann war es die Explosion in einem Chemiepark in Leverkusen, dann ist es wieder Corona ...

Das "Scheinwerferlicht" des medialen Interesses wechselt rasend schnell. Fast täglich muss ein neuer Krisenschauplatz her. Das ist traurig, aber wahr. Um Quote und Auflage zu machen, braucht es fesselnde Bilder und Geschichten, die unter die Haut gehen.

Natürlich ist das auch hilfreich, um Betroffenen zu helfen und für sie Spenden zu sammeln. Aber was ist, wenn das Interesse an ihnen erlahmt? Was ist, wenn das "Auge des Öffentlichkeit" weiterzieht und die Betroffenen fortan sich selbst überlassen werden?

Im Zusammenhang mit der Flutkatastrophe war und ist das Heer der Helfenden (immer noch) phänomenal und die Spenden(-bereitschaft) gigantisch!

Doch damit ist die Katastrophe für die Flutopfer noch lange nicht vorbei. Krisen sind ein Marathon und kein Sprint. Akuthilfe ist ein Baustein, langfristig braucht es aber (Hilfs-)Systeme, die viele Jahre tragen.

Es braucht im Nachgang eine schonungslose Aufarbeitung auf allen Leitungsebenen, großzügige Versicherungsleistungen, die Perspektiven eröffnen, flexible und engagierte Behördenmitarbeiter*innen und kurzfristige Therapieangebote mit langer Laufzeit für besonders Betroffene. 

Krisenschauplätze wechseln - Schicksale bleiben.

Geschundene und verletzte, perspektivlose und verzweifelte Menschen brauchen dauerhafte Hilfen. Dafür braucht es Ressourcen, personelle und finanzielle. Dafür bräuchte es Pläne, kurzfristige und langfristige. Wie sieht es damit aus, haben wir die?

Auch wer keine Antworten hat, muss dennoch unbequeme Fragen stellen dürfen.

 

Schreiben Sie mir, welche Ideen Sie haben, um für mehr langfristige Hilfe zu sorgen?

 

Thomas Stephan, Schul- und Notfallseelsorger

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