Was ich erklären kann, nimmt Angst.

Es ist leicht Menschen Angst zu machen. Umso wichtiger ist es in diesen Tagen, den Kopf und den Verstand mit einzubeziehen. Bei allen verständlichen und berechtigten Gefühlen, ist das Wissen um Fakten und Zusammenhänge sowie das Kennen von Lösungsstrategien entscheidend. Informationen schützen und können helfen, die Kontrolle zu behalten und einander bestmöglich beizustehen.

Thomas Stephan, Schul- und Notfallseelsorger

 

KrisenBlog

Rilke macht Mut

Avatar of KEBKEB - 10. November 2021 - KrisenBlog

Rainer Maria Rilke hatte keine schöne Kindheit. Als René Karl Wilhelm Johann Josef Maria Rilke am 04. Dezember 1875 in Prag geboren, war er das zweitgeborene Kind von Josef und Sophie Rilke. Überschattet wurde seine Kindheit durch den Tod seiner älteren Schwester, die 1874 geboren, nur eine Woche alt wurde. Seine Mutter kam nie über diesen Verlust hinwegkam und nannte ihn im Gedenken an sie René, französisch für „der Wiedergeborene“. Bis zu seinem sechsten Lebensjahr wurde er daher als Mädchen erzogen. In frühen Fotografien war er mit langen Haaren und Kleidchen zu sehen. Als Erwachsener änderte er seinen Vornamen von René in Rainer.

Ich finde es immer wieder erstaunlich, welche positiven Wendungen das Leben manchmal nehmen kann, so auch bei Rainer Maria Rilke. Obgleich belastet und überschattet von einer äußerst problematischen Mutterbeziehung, wurde er ein weltberühmter Dichter. Trotz oder vielleicht gerade wegen des Erlebens vielfachen Scheiterns in seinem Leben hat er nicht aufgegeben, sondern weitergemacht.

Wahrscheinlich kennen Sie alle den Eingangs- und Schlussvers seines Gedichtes „Lichtlein“, das auf vielen Kerzen und Wandtäfelchen zu finden ist: „Wenn Du denkst es geht nicht mehr, kommt irgendwo ein Lichtlein her.“ Dahinter steckt die Erfahrung, dass auch in tiefster Dunkelheit eine Hoffnung aufleuchten kann.

Schreiben Sie mir, wofür Sie in schweren Zeiten dankbar sind und wer für Sie schon einmal zu einem Licht der Hoffnung geworden ist?

Thomas Stephan, Schul- und Notfallseelsorger

 

P.S.: Da viele nur diesen einen Vers kennen, hier nun das ganze Gedicht "Lichtlein" von Rainer Maria Rilke:

„ Wenn Du denkst es geht nicht mehr,
kommt irgendwo ein Lichtlein her.
Ein Lichtlein wie ein Stern so klar,
es wird Dir leuchten immer da.

Wird zeigen Dir den Weg zurück,
den Weg zu einem neuen Glück.
Drum glaub daran – verzage nie,
es geht schon weiter – irgendwie.

Und mit Willen, Kraft und Mut,
wird dann alles wieder gut.
Du mußt nur immer fest dran glauben
und laß Dir nur den Mut nie rauben.

Es gibt für alles einen Weg,
und sei’s auch nur ein kleiner Steg.
Es gibt nun mal nicht nur gute Zeiten,
das Leben hat auch schlechte Seiten.

Doch wie bist Du stolz, wenn Du’s geschafft,
aus Sorgen und Nöten – mit eigener Kraft,
herauszukommen, was Du nie geglaubt,
da man Dich sooft schon der Hoffnung beraubt.

Doch die Hoffnung auf ein besseres Leben,
die lasse Dir bitte, niemals nehmen.
Denn wenn Du denkst es geht nicht mehr,
kommt irgendwo ein Lichtlein her.“

Quelle: https://www.meingebet.de/gedichte/lichtlein.html (Zugriff 10.11.21)

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