Was ich erklären kann, nimmt Angst.

Es ist leicht Menschen Angst zu machen. Umso wichtiger ist es in diesen Tagen, den Kopf und den Verstand mit einzubeziehen. Bei allen verständlichen und berechtigten Gefühlen, ist das Wissen um Fakten und Zusammenhänge sowie das Kennen von Lösungsstrategien entscheidend. Informationen schützen und können helfen, die Kontrolle zu behalten und einander bestmöglich beizustehen.

Thomas Stephan, Schul- und Notfallseelsorger

 

KrisenBlog

„Music was my first love“ – Musik als Therapie und Hilfe

Avatar of KEBKEB - 13. Dezember 2021 - KrisenBlog

Als John Miles im Sommer 2019 den Rathausplatz in Landau betrat, war die Überraschung perfekt. Die Anwesenden trauten ihren Augen und Ohren nicht, als er im Rahmen einer Flashmob-Aktion seine weltbekannte Ballade „Music“ aus dem Jahr 1976 vortrug. Das Stück lebt von seinen starken musikalischen Kontrasten. Die Stimmung wechselt darin von sehr langsam und getragen zu schnell und rockig, um schließlich in einem großen getragenen musikalischen Finale zu münden. Vor allem die ersten beiden Textzeilen sind weltbekannt geworden: „Music was my first love – Musik war meine erste Liebe, and it will be my last – und sie wird meine letzte sein.“

Die Bedeutung von Musik ist nicht zu unterschätzen, sie begleitet uns gewissermaßen ein Leben lang. Ihre Stärke liegt vor allem darin, Gefühle und Erinnerungen anrühren zu können, die mit bloßen Worten nicht fassbar sind. Der französische Schriftsteller und Politiker Victor Hugo brachte es einmal so auf den Punkt: „Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist.“

Unterschiedliche Lebenshasen haben unterschiedliche Klänge. Kinderlieder haben hier ebenso ihren Platz, wie die Hits der jugendlichen Sturm-und-Drang-Zeit und die Songs, in denen (in die) wir uns verliebt haben. Auch schwere und traurige Ereignisse haben ihren Soundtrack, der uns noch nach vielen Jahren unter die Haut geht, der uns aber vielleicht auch die Kraft zum Weitermachen gegeben hat.

Dementsprechend kann Musik zur Bewältigung von Krisen einen ungeahnten Beitrag leisten. Vielleicht gehen Sie einmal folgenden Fragen nach:

  • Welchen (biographischen) Bezug haben Sie zur Musik?
  • Machen Sie selber Musik? Wenn Ja, was gibt Ihnen das Musik machen?
  • Welche Musik haben Sie als Kind gern gehört?
  • Welche Musik hören Sie heute gerne und warum?
  • Haben Sie ein Lieblingslied? Von was handelt das Lied? Aus welchem Anlass wurde es zu Ihrem Lieblingslied?
  • Welche Musik/ welches Lied hat Ihnen in Ihrem Leben schon Kraft gegeben? Wann und wie?
  • Wenn Sie eine „Playlist Ihres Lebens“ zusammenstellen würden, welche Titel kämen drauf und warum gerade diese?

 

Thomas Stephan, Schul- und Notfallseelsorger

 

John Miles R.I.P. (*23. April 1949;  † 05. Dezember 2021)

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