Was ich erklären kann, nimmt Angst.

Es ist leicht Menschen Angst zu machen. Umso wichtiger ist es in diesen Tagen, den Kopf und den Verstand mit einzubeziehen. Bei allen verständlichen und berechtigten Gefühlen, ist das Wissen um Fakten und Zusammenhänge sowie das Kennen von Lösungsstrategien entscheidend. Informationen schützen und können helfen, die Kontrolle zu behalten und einander bestmöglich beizustehen.

Thomas Stephan, Schul- und Notfallseelsorger

 

KrisenBlog

Die schlimmsten Folgen verhindern

Avatar of KEBKEB - 04. April 2022 - KrisenBlog

Ein afrikanisches Sprichwort lautet: „Wenn die Elefanten sich streiten, werden die Blumen zertrampelt.“ Diese Weisheit beschreibt treffend die Folgen von Trennungen und Scheidungen, unter denen viele Kinder zu leiden haben. Auch wenn die Eltern dies so nie gewollt haben, wird durch den entstehenden Verlust eines Elternteils, der fortan nur noch zu bestimmten Zeiten auftaucht, die Lebens- und Gefühlswelt von Kindern und Jugendlichen „zertrampelt“.

Jetzt mag es Familien geben, wo eine Trennung der Eltern am Ende einer gescheiterten Beziehungsgeschichte unausweichlich und „besser“ erscheint, aber „gut“ wird sie für die Kinder damit noch lange nicht. In der Fachliteratur ist hierzu alarmierend zu lesen, dass „der Tod eines Elternteils als gravierendstes kritisches Lebensereignis für Kinder, gefolgt von einer Trennung der Kinder von den Eltern und einer Scheidung der Eltern“ angesehen wird. (Sabine Walper, Verlust der Eltern durch Trennung, Scheidung oder Tod.)

Auf diesem Hintergrund ist es keine Übertreibung von möglichen traumatischen Folgen einer Trennung und Scheidung zu sprechen. Hierbei ist zu beachten, dass für Kinder diese Bewältigung u. U. schwieriger sein kann, als wenn ein Elternteil verstirbt, da die Schuldfrage hier nicht mit einem Unfall oder einer Krankheit beantwortet werden kann, sondern das Verlassen- und Alleingelassenwerden mit einer vermeintlich eigenen Schuldhaftigkeit in Verbindung gebracht wird. Dementsprechend geben sich Kinder nicht selten die Schuld an der familiären Situation.

Corona hat viele Familien enorm unter Druck gesetzt. Dies wurde zu einer zusätzlichen Zerreißprobe für Elternpaare. Um die schlimmsten Folgen zu verhindern, sollten zum Wohle der Kinder getrennte oder an Trennung denkende Paare mehr denn je alles in Anspruch nehmen, was es an Paar- und Erziehungshilfen gibt.

 

Beratungsstellen, Hilfen und Informationen zu finden unter:

www.caritas-speyer.de/hilfe-und-beratung/kinder-und-jugendliche/erziehungs-ehe-und-lebensberatung/erziehungs-ehe-und-lebensberatung

www.ekir.de/beratung-rlp/

https://www.uni-ulm.de/fileadmin/website_uni_ulm/zuv/zuv.dezIII.abt1/familie/pdf/2015Wegweiser_UmgangnachTrennung.pdf (Zugriff 29.03.2022)

https://www.bmfsfj.de/resource/blob/95504/1302956aa5ea7b72f92db98d4ad54c68/wegweiser-trennung-scheidung-data.pdf (Zugriff 29.03.2022)

https://monami.hs-mittweida.de/frontdoor/deliver/index/docId/6660/file/Microsoft+Word+-+Bachelorarbeit+06.02.16.doc+fertig.pdf (Zugriff 29.03.2022)

file:///C:/Users/tse/AppData/Local/Temp/143/2015_Trennung-Scheidung_erste-Schritte-2.pdf (Zugriff 29.03.2022)

 

Thomas Stephan, Schul- und Notfallseelsorger

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