Was ich erklären kann, nimmt Angst.

Es ist leicht Menschen Angst zu machen. Umso wichtiger ist es in diesen Tagen, den Kopf und den Verstand mit einzubeziehen. Bei allen verständlichen und berechtigten Gefühlen, ist das Wissen um Fakten und Zusammenhänge sowie das Kennen von Lösungsstrategien entscheidend. Informationen schützen und können helfen, die Kontrolle zu behalten und einander bestmöglich beizustehen.

Thomas Stephan, Schul- und Notfallseelsorger

 

KrisenBlog

... außer man tut es.

05. November 2020, KEB - KrisenBlog

„Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“, so lautet ein berühmtes Zitat von Erich Kästner, das gerade in der Anfangszeit von Corna viele Menschen animiert und motiviert hat, Gutes zu tun.

An vielen Orten ist schon wieder fast in Vergessenheit geraten, was es im ersten „Lockdown“ im März für hilfreiche, ehrenamtliche Initiativen gab. In Windeseile gab es Sportvereine und Jugendgruppen, die Einkaufsdienste für ältere Mitbürger*innen übernommen haben, es gab Balkonkonzerte vor Altenheimen und spontanen Applaus für das Pflegepersonal. Nachbarschaftshilfe und ein gesellschaftliches Zusammenrücken in der Not, war in weiten Teilen spürbar. Digitale Lösungen wurden in vielen Unternehmen gesucht und gefunden und verstärkt wurden regionale Einkäufe getätigt, die die Vorort-Betriebe unterstützen sollten.

... außer man tut es.

Wie ich in der Zeit von Covid19 sein will

13. Oktober 2020, KEB - KrisenBlog

Jeder Mensch kann so sein, wie er will. Er ist aber nicht verpflichtet so zu bleiben.

Dieser Satz begleitet mich schon seit vielen Jahren. Auf eine unaufdringliche Art legt er mir nahe, mein Verhalten und meine Einstellung wahrzunehmen und zu überprüfen. Besonders das letzte halbe bis dreiviertel Jahr war für alle von neuen Herausforderungen und Belastungen gekennzeichnet. Diese Zeit wurde nicht selten zu einem Charakter- und Härtetest für das Berufs- und Privatleben.

Holzschnittartig lassen sich im Hinblick auf den persönlichen Umgang mit der Covid19 - Krise drei „Zonen“ ausmachen, die die (innere) Haltung und Einstellung zur Gesamtsituation widerspiegeln.

Wie ich in der Zeit von Covid19 sein will

Erinnern Sie sich?

02. Oktober 2020, MWS - KrisenBlog

Erinnern Sie sich, als sich spätestens Ende Februar die Corona-Lage auch bei uns zugespitzt hat?

Erinnern Sie sich, als es keinen Tag mehr ohne Sondersendungen dazu gab?

Erinnern Sie sich, als über die vielen Toten und massenhaft Särge aus Italien berichtet wurde?

Erinnern Sie sich, als es unmöglich wurde, Schutzmasken zu bekommen?

Erinnern Sie sich, als Sie das erste Mal Menschen mit einen Mund-Nasenschutz beim Einkaufen gesehen haben?

Erinnern Sie sich, als Sie das erste Mal damit einkaufen waren?

Erinnern Sie sich, als es Einkaufsdienste für Ältere in allen Orten gab?

Erinnern Sie sich, als Sicherheitsdienste die Zugänge zu Supermärkten geregelt haben?

Erinnern Sie sich, als Regale leergefegt waren?

Erinnern Sie sich, als Toilettenpapier und Desinfektionsmittel gehortet und nur rationiert verkauft wurde?

Erinnern Sie sich, als die Straßen im Berufsverkehr plötzlich leer waren?

Erinnern Sie sich, dass Sie für Ihren Weg zum Arbeitsplatz Bescheinigungen dabei haben mussten, um überhaupt dorthin fahren zu dürfen?

Erinnern Sie sich, als fast alles zu war?

Erinnern Sie sich, als der Himmel ohne Kondensstreifen war, weil keine Flugzeuge geflogen sind?

Erinnern Sie sich, als die Luft in den Städten viel besser geworden war?

Erinnern Sie sich, als Sie nicht mehr Ihre Angehörigen in Krankenhäusern und Altenheimen besuchen durften?

Erinnern Sie sich, als nur Balkongespräche und über die Gartenzaun erlaubt waren?

Erinnern Sie sich, als Sie sich abgeschnitten, allein und ohnmächtig gefühlt haben?

Erinnern Sie sich, als Zukunftsängste das beherrschende Thema waren?

Erinnern Sie sich?

Gut für sich sorgen

25. September 2020, MWS - KrisenBlog

Belastende Ereignisse, Krisen und Schicksalsschläge kosten enorm viel Kraft. Betroffene werden an- und nicht selten über ihre Belastungsgrenze geführt. Emotionale Schwerstarbeit wird hierbei geleistet, die nicht auf Dauer erbracht werden kann, ohne ihren körperlichen oder seelischen Tribut zu fordern.

Gut für sich sorgen

Fließender Übergang

18. September 2020, MWS - KrisenBlog

Wann wird der Alkoholkonsum zum Problem? Eine schwierige Frage.

Nachgewiesenermaßen ist aber gerade der Alkoholkonsum in der Corona-Zeit für viele zu einem Problem geworden, wie eine anonymen Online-Befragung  des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim und der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie im Klinikum Nürnberg gezeigt hat.

Quelle: www.zdf.de/politik/frontal-21/alkohol-konsum-in-corona-zeiten-100.html (Zugriff 18.09.20)

Fließender Übergang

Hilfen für Opfer

11. September 2020, MWS - KrisenBlog

In einem meiner letzten Einsätze in der Notfallseelsorge, wurde mir wieder einmal eindrücklich bewusst, in wie kurzer Zeit die Welt für Betroffene Kopf stehen kann. In der einen Sekunde noch vermeintlich alles in Ordnung und im anderen Augenblick alles anders. Besonders der Tod von jungen Menschen, die ihr Leben sprichwörtlich noch vor sich hatten, zieht weite Kreise der Erschütterung. Angehörige, Freunde, aber auch Rettungskräfte und Polizei, fühlen sich auf ihre je eigene Weise getroffen.

Hilfen für Opfer

Et kölsche Jrundjesetz

04. September 2020, MWS - KrisenBlog

Wer am Hauptbahnhof in Köln aussteigt und Richtung Domplatte geht, kann es gegenüber dem Dom finden, das „Rheinische Grundgesetz“ oder besser besagt „Et kölsche Jrundjesetz“.

11 Lebensweisheiten sind darin aufgeführt, die auf alle Lebenslagen anwendbar sind.

So gesehen lohnt sich vielleicht gerade in schwierigen Zeiten ein Blick darauf.

Et kölsche Jrundjesetz

Dem Teufelskreis entgehen

25. August 2020, MWS - KrisenBlog

Die Aussage des berühmten Kommunikationswissenschaftlers Paul Watzlawick: „Kommunikation ist immer Ursache und Wirkung“, gehört seiner Ansicht nach zu den fünf Grundregeln, die die menschliche Kommunikation erklären. Er will damit zum Ausdruck bringen, dass auf jeden Reiz eine Reaktion erfolgt. Daraus entsteht eine Verhaltenskette, die vor allem bei Störungen zu einem regelrechten Teufelskreis führen kann. Beispielsweise in problembehafteten (Paar -) Beziehungen kann „ein Wort das andere ergeben“ und „ein Verhalten das andere verursachen“. Durch die sich zuspitzende Dynamik, ist ein Anfangspunkt (und damit auch Endpunkt) irgendwann nicht mehr auszumachen.

Dem Teufelskreis entgehen

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