Katechese ist vielfältig. Wertvoll.
Vor allem spricht sie über Gott, über Glauben.
Sie hört zu und begleitet Menschen.
Katechese ist persönlich und ist verbunden mit Menschen.

 

Innerhalb unserer Serie
„Glücksmoment Katechese“

berichten Seelsorger*innen von ihren
Erfahrungen mit Katechese in ihrer Pfarrei.


Auf eine Tasse Kaffee
mit Margot Görlinger- Jochem

Margot Görlinger- Jochem
Gemeindereferentin, Ensheim, Hl. Veronika

1. Wie hast du bisher Glauben gelernt? (Durch wen? Mit wem?)

Ich bin ganz traditionell hineingewachsen: durch meine Mutter, die sehr kirchlich  war. Mein Vater war eher distanziert. Seine Zweifel waren aber gut für mich, denn es half kritische Fragen zu stellen und meine Position dadurch auch zu finden. Als 12jährige begann ich die Firmvorbereitung und hatte einen tollen Firmkatecheten, davon habe ich mich begeistern lassen. Ich habe gemerkt, das hat etwas mit mir zu tun. Wir hatten auch einen guten Heimatpfarrer, der mich ernstgenommen hat und wollte, dass ich mit 17 Jahren selbst bei der Firmvorbereitung als Katechetin mitmache. Er pflegte einen sehr wertschätzenden Umgang. Ich bin vor Ort reingewachsen. Die Verbandsarbeit bei der KjG und später bei der CAJ wurde für mich wichtig. Durch Taizébesuche mit meinen Freundinnen entstand der Wunsch, Gemeindereferentin zu werden. Während meines Studiums und der Praktika, konnte ich die vielen Facetten des Glaubens entdecken. Ich hatte an der ersten Stelle in Kaiserslautern einen tollen Chef, der mich auch herausgefordert hat und dazu brachte, Kirche nicht nur im Kleinen zu denken, sondern auch über den Tellerrand hinaus. Bei meinen Stellenwechseln erfuhr ich immer hohe Wertschätzung. Das half meinen inneren Stand zu festigen und mein Bewusstsein zu stärken, wo ich geerdet bin.

2. In welchen Bereichen von Katechese bist du gerade tätig?

Ich bin für Erstkommunion- und Firmvorbereitung zuständig. Auch eine Form von Katechese ist für mich die Arbeit mit Egli Figuren bei Erwachsenen. Die Figuren erzählen vom Glauben. Das kommt gut an und lässt die Katechesen lebendig werden.

3. Was fordert dich heraus?

Die Überwindung der Kluft zwischen Leben und Glauben. Ich versuche immer wieder die sogenannten Andock-Punkte zu entdecken und zu benennen. Wie kann ich gute Impulse setzen? Eine Sprache zu finden, die verständlich ist – auch das ist eine Herausforderung. Etwas begreiflich machen – dabei helfen mir auch die Figuren. Die kirchliche Situation und auch Corona fordert immer wieder heraus: der Stand und das Bild von Kirche und hier bewusst einen Gegenpol zu setzen: es geht auch anders.

4. Wann ist eine Katechese für dich gelungen?

Wenn sich Menschen mit ihrem Leben im Glauben wiederfinden und spüren: ich bin gemeint, ich gehöre dazu. Für mich ist es ganz wichtig, nichts „überzustülpen“, sondern zu schauen, ob es passend ist. Das gelingt mir, indem ich mit den Menschen bin und immer wieder frage und schaue: wie leben die Menschen?

5. Wann und was  war dein letzter Glücksmoment?

Am Besinnungstag mit den Frauen habe ich mit den Egli Figuren gearbeitet. Wir haben die Geschichte von Maria und Marta besprochen und erlebt. Deren Wirkung und die Reaktion der Teilnehmerinnen hatten mich sehr begeistert. Das Abschlussbild, das entstand, haben wir dann im Gottesdienst verwendet und das war so passend. Ich finde es schön zu erleben; es hängt nicht von mir allein ab, alle bringen sich in dieses Erleben ein. Es ist so wichtig, den anderen Raum zu lassen. Für mich ist ganz wichtig, dass „etwas“ beseelt ist, dann ist es wahrhaftig und wird zum Glücksmoment.

6. Ergänze folgenden Satz: Katechese ist für mich…

… ein Geben und Nehmen
…Begegnung auf Augenhöhe
…Leben deuten auf dem Hintergrund des Glaubens
…Raum lassen, damit Glaube sich entwickeln kann


Auf eine Tasse Kaffee
mit Marina Mathias

Marina Mathias
Gemeindereferentin, Annweiler, Hl.Elisabeth

1. Wie hast du bisher Glauben gelernt? (Durch wen? Mit wem?)

Ich habe viel in meiner Kindheit gelernt in der Kita, in der die Erzieherin eine Ordensschwester war. Durch meine Familie bin ich geprägt worden. In meinen Heimatort gab es eine Gemeindereferentin, von der ich viel mitbekomme habe Von Glaubenszeugnissen von anderen Menschen konnte ich immer viel mitnehmen, Ich habe gelernt aus den Begegnungen mit anderen Menschen, hier bei uns also auch in Indien und auf den Philippinen. Es ist immer ein gegenseitiges Lernen.

2. In welchen Bereichen von Katechese bist du gerade tätig?

In der Erstkommunionvorbereitung als Schwerpunkt. Auch auf den Seniorennachmittagen geschieht Katechese. Auch in anderen Bereichen gibt es Berührungspunkte zu Katechese: Gottesdienste, Trauerseelsorge…

3. Was fordert dich heraus?

Unsere Zeit wird immer schneller, vieles verändert sich rasant. Dabei auf die persönlichen Bedürfnisse der Menschen einzugehen, auf ihre Fragen, mit denen sie sich beschäftigen, das ist eine Herausforderung. Sie sollen spüren, dass ich gut mit ihnen unterwegs sein will. Und natürlich die Frage nach der Sprache: Wie sprechen wir, dass es zu den Menschen passt, dass sie verstehen? Für mich ist das auch eine Art der Willkommenskultur.

4. Wann ist eine Katechese für dich gelungen?

Ich würde das in drei Stichworte packen wollen:

  • Verortet: wenn Katechese nah bei den Menschen ist, sie also dort abholt, wo sie sind
  • Aktivierend: wenn Menschen dadurch in ihrem Glauben entwickeln, Freude spüren, Lust auf mehr haben
  • Nachhaltig: Katechese ist gelungen, wenn Menschen sich gerne erinnern, wenn sie es sozusagen im Herzen bewahren und auch bewegen; wenn das Erlebte, Symbole oder Gedanken auch immer wieder „hervorgeholt“ werden. Ich mag den Gedanken, dass es im besten Sinne eingepflanzt ist in Kopf und Herz

Auf jeden Fall hat gelungene Katechese immer etwas  mit Beziehung und den Menschen an sich zu tun

5. Wann und was  war dein letzter Glücksmoment?

DEN großen Glücksmoment kann ich gar nicht so benennen. Ich bekomme unendlich viele kleine geschenkt: sein es ein gelungenes Gespräch, eine Rückmeldung, Ein Lächeln, eine wohltuende Begegnung. Das tut wirklich gut. Ein besonderer Moment war für mich, als eine Seniorin mir erzählte, dass sie das Symbol vom letzten Nachmittag, dass ich mitgebracht hatte, zunächst auf den Wohnzimmertisch legt. Nach einer gewissen Zeit kommt es zu den anderen Symbolen im Schrank. So erinnert sie sich immer wieder an das Treffen und das Gesagte und freute sich schon auf das nächste Symbol.

6. Ergänze folgenden Satz: Katechese ist für mich…

… das Reich Gottes in der Welt sichtbar zu machen
… und das hat eine große Weite


Auf eine Tasse Kaffee
mit Doris Burkhart

Doris Burkhart
Gemeindereferentin, Klingenmünster, Hl. Maria Magdalena

1. Wie hast du bisher Glauben gelernt? (Durch wen? Mit wem?)

Ich bin ganz traditionell hineingewachsen: durch meine Familie, meine Eltern. Da habe ich mein Glaubenspaket bekommen. Aber ich durfte nicht reinschauen, um im Bild zu bleiben: manche Dinge sind so und werden nicht hinterfragt, war die Botschaft. Ich habe das Studium begonnen und dann festgestellt, dass das Paket eigentlich leer war. Das war für mich eine große Enttäuschung und eine sehr schwierige Zeit: ich hatte keine Bilder mehr für meinen Glauben. Ich befand mich im Anerkennungsjahr und hatte eine echte Glaubensdurststrecke. Wie sollte ich etwas vermitteln, von dem ich selbst nichts Genaues spürte? Ich traf aber Menschen, die mir geholfen haben meinen Glauben neu zu finden, die offen waren und sich auch hinterfragen ließen; die mir halfen, Glauben zu entfalten und zu leben.

2. In welchen Bereichen von Katechese bist du gerade tätig?

Ich bin für Erstkommunionvorbereitung zuständig, außerdem bin ich in unseren Kindertagesstätten mit religiösen Einheiten. Eine Form von Katechese war für mich, die Fasten- und Osterlandschaften in diesem Jahr mit biblischen Figuren in unseren acht Kirchen. Die Figuren erzählen von der Botschaft Jesu und regen an, dem den eigenen Glaubensbild nachzuspüren. Das kam gut an.

3. Was fordert dich heraus?

Eine Sprache zu finden, die verständlich ist. Corona hat uns da nochmal deutlich gemacht: Wie rede ich mit Menschen, die der Kirche fern sind? Hier ist auch die Herausforderung diese Menschen zu erreichen, mit ihnen im Gespräch zu bleiben. Die Kirchenkrise und das Trennen vom Geschehen vor Ort und dem, was „die oberen“ machen, werden für mich immer schwieriger. Vieles kann ich nur schwer vertreten. Dabei ist es – auch katechetisch – so wichtig, dass Menschen spüren, dass ich ihnen meine Zeit und mein Herz schenke.

4. Wann ist eine Katechese für dich gelungen?

Wenn mein Gegenüber sagt: Schade, dass es schon vorbei ist oder: Das hat mir gut getan.

5. Wann und was  war dein letzter Glücksmoment?

Ab dem ersten Fastensonntag hatte ich in die Kirche jeden Sonntag kleine Tütchen gestellt. Die hießen: „Balsam für die Seele“ und enthielten Texte, ein Zitat aus der Bibel und ein kleines Symbol. Sie fanden guten Anklang. Am Palmsonntag dann kamen zwei Erstkommunionfamilien auf mich zu und schenkten mir meine „Balsam für die Seele“ Tüte, die sie extra für mich gepackt hatten. Sie wollten mit diese schenken, weil sie gespürt hatten, dass ich das mit Herz mache und es ihnen gut tut. So taten sie mir etwas sehr gutes. Auch eine Briefaktion der älteren Generation an die Erstkommunionkinder in den sie den Kindern schrieben wie ihre Erstkommunion damals war, wurde gut angenommen und das freut mich immer noch.

6. Ergänze folgenden Satz: Katechese ist für mich…

… Nährstoff für den Glauben, damit er lebendig bleibt
… ein lebenslanger Prozess mit anderen auf Augenhöhe
… zusammen mit anderen und für mich alleine die Beziehung zu Gott zu pflegen


Auf eine Tasse Kaffee
mit Jutta Klein

Jutta Klein
Gemeindereferentin, Lauterecken, Hl.Franz Xaver

1. Wie hast du bisher Glauben gelernt? (Durch wen? Mit wem?)

Das war in meiner Familie. In dieser gab es zwei Ordensfrauen und eine Gemeindereferentin, so war mir die Begegnung mit geistlichen Berufungen nicht fremd. Durch meine Eltern machte ich erste und prägende Erfahrungen ganz praktischer Art im Glauben: Unsere Gebetsecke im Haus gestalten, Gottesdienstbesuche, kleiner Austausch über das Sonntagsevangelium und vieles mehr. In unserem kleinen Ort war zudem das Gemeinschaftserlebnis sehr intensiv. Im Gottesdienst traf man immer Gleichaltrige, gern erinnere ich mich an die Schulgottesdienste und die wöchentlichen Gruppentreffen. Später war ich aktiv in der Schönstatt Bewegung. Das weitete auch meinen Blick über  den gemeindlichen Tellerrand hinaus, Es gab bistumsweite und internationale Begegnungen, die mich bis heute bereichern.

2. In welchen Bereichen von Katechese bist du gerade tätig?

Zunächst vor allem in den klassischen Feldern: Bei der Erstkommunionvorbereitung, bei der Firmvorbereitung. Meine anderen Arbeitsbereiche enthalten katechetische Elemente, würde ich sagen: Die Ministranten Arbeit, Begleitung von Katechet:innen, Begegnungen mit Jugendlichen, die ich in die Erstkommunionvorbereitung einbinde. Mittlerweile ist auch die Hauskommunion eine Form von Katechese für mich: Ich führe dort immer sehr interessante Gespräche über die jeweilige Bibelstelle und die Menschen lassen sich gut drauf ein - auch mit ihren Fragen und Zweifeln.

3. Was fordert dich heraus?

Die fehlende Gemeinschaft und Vereinzelung in der Diasporagemeinde erlebe ich als Herausforderung. Die Menschen kennen sich oft nicht und sind sehr auf ihr direktes Umfeld fixiert; unter diesen Umständen zu einer Gemeinschaft zusammenzufinden – z.B. in den Gottesdiensten der Sakramentenvorbereitung - ist nicht einfach. Auch das Zeitfenster im Rahmen einer Katechese mit Kindern oder  Erwachsenen ist oft zu klein, um intensiver in Kontakt zu kommen und zu bleiben, damit Familien eine gute Gemeinschafts-Erfahrung machen können. Eine dauerhafte Beziehung / Bindung aufbauen zu können gelingt eher selten.

4. Wann ist eine Katechese für dich gelungen?

Wenn ich spüren kann: da ist eine gewisse Neugier oder ein Interesse wach geworden. Es ist wunderbar zu erleben, wie Kinder still werden, gespannt zuhören und staunen, wenn ihnen eine biblische Geschichte erzählt wird. Sowas ist für mich die Vorstufe zu einer gelungenen Katechese. Ein weiteres Zeichen ist, wenn z.B. Eltern erfahren, Glaube hat etwas  mit meinem Leben zu tun, oder wenn Beziehungen entstehen, die wachsen, über den eigentlichen katechetischen Anlass hinaus. So hat mich letztes Jahr ein ehemaliges Kommunionkind gefragt, ob ich ihn als Firmpatin begleiten möchte. Schön ist es, wenn Katechet:innen sich trauern auch ihr eigenen Fragen zu stellen und Zweifel zu äußern. Im Vertrauen kann Katechese gelingen

5. Wann und was  war dein letzter Glücksmoment?

Ganz aktuell bei der diesjährigen Erstkommunionvorbereitung. Da bin ich mit zwei Kindern (Zwillinge) und deren Eltern, die nur wenig Deutsch sprechen – sie sind Italiener – zur Wallfahrt der Kommunionkinder auf den Rosenberg gefahren. Wir waren dort den ganzen Tag unterwegs, haben das Programm mitgemacht und das war eine schöne Erfahrung für alle - im Grunde eine Art Familienkatechese. Das Umhängekreuz, das die beiden Jungs dort gebastelt hatten, trugen sie dann stolz bei der Feier der Erstkommunion. Einen absoluten Glücksmoment gab es auch, als sich nach der Firmung eine Gruppe Jugendlicher weiterhin traf und eine Jugendgruppe daraus erwachsen ist.

6. Ergänze folgenden Satz: Katechese ist für mich…

… nah am Leben - Verbunden mit den Fragen: Welche Menschen habe ich vor mir? Wie können wir den Glaubensweg gemeinsam gehen? Wie gelingt es, einen Raum für Jesus und Gott in deren Leben zu öffnen, zu weiten?
… eine Art Wundertüte (auch nach mehr als 30 Jahren Berufserfahrung)
… die Mitte zu finden zwischen Ideal und Realität
… erfahrbare („praktische“) Seelsorge


Auf eine Tasse Kaffee mit
Julia Ott

Julia Ott
Katechetin, Kirchheimbolanden, Hl. Anna

1. Wie hast du bisher Glauben gelernt? (Durch wen? Mit wem?)

Schon von Kindheit an. Ich bin in einem kleinen Dorf aufgewachsen und Glaube hat beim uns im Alltag dazugehört, sei es durch ein Abend- oder Tischgebet, oder kleine Rituale im Alltag. Ich war auch oft im Kindergottesdienst. Ganz entscheidend war für mich der Religionsunterricht, vor allem in der Oberstufe. Der Lehrer hatte für mich eine echte Vorbildfunktion.  So habe ich mich dann auch entschlossen Theologie zu studieren. Ich bin immer noch Lernende, auf der Suche. Glaube ist für mich kein gleichbleibender Zustand. Er verändert sich. Das merke ich auch im Umgang mit meinen Schülern. Ich unterrichte BWL und Religion an der berufsbildenden Schule. Das ist wirklich sehr spannend

2. In welchen Bereichen von Katechese bist du gerade tätig?

Ich begleite die Erstkommuniongruppen und unterstütze die Pastoralreferentin. Auch meine Arbeit als Lehrerin verstehe ich durchaus als katechetisch

3. Was fordert dich heraus?

Die Arbeit mit meinen Schülern, die eine heterogene Gruppe sind, auch deshalb weil ich im Klassenverband Religion unterrichte, ist herausfordernd. Hier Antworten auf deren Fragen zu geben bzw. die richtigen Denkanstöße geben zu können, ist nicht immer einfach. Viele Sind voreingenommen gegenüber Glaube und Kirche und das versuche ich ernst zu nehmen. Gleichzeitig versuche ich zu vermitteln, dass Jesus etwas mit ihnen zu tun hat. Das ist ein ziemlicher Spagat. Bei den Kommunionkindern ist man nochmal anders gefordert: wie kann ich auf deren Fragen verständliche Antworten finden?

4. Wann ist eine Katechese für dich gelungen?

Das sind die kleinen Momente.
Wenn man dem anderen ansieht, man hat zum Nachdenken angeregt und etwas ganz bewusst mitgegeben. Gelungen ist Katechese dann, wenn man sich gegenseitig zuhört, wirklich miteinander ins Gespräch kommt, und Fragen und Bedenken ernst genommen werden, auch z.b die Kritik an Kirche. Wenn der andere spürt, ich nehme mir wirklich Zeit. Eigene Anknüpfungspinkte an den Glauben finden zu können, ist eine riesen Gewinn.

5. Wann und was  war dein letzter Glücksmoment?

Ich erlebe viele kleine Glücksmomente. Einer war die freudige Erwartung der Kommunionkinder am Tag der Erstkommunion, und deren Freude über den Gottesdienst und das gemeinsame Erleben, das war wunderschön. In der Schule haben wir vor kurzem Gleichnisse ins heute übersetzt. Das sind tolle Ideen entstanden und gute Ergebnisse. Zu spüren, dass das, was man macht, Anklang findet, ist ein echter Glücksmoment.

6. Ergänze folgenden Satz: Katechese ist für mich…

… herausfordernd
… ein gemeinsamer Weg
… Gemeinschaft


Auf eine Tasse Kaffee mit
Jürgen ter Veen

Jürgen ter Veen
Pastoralreferent, Ludwigshafen, Hl. Cäcilia

1. Wie hast du bisher Glauben gelernt? (Durch wen? Mit wem?)

Durch Praxis. Das heißt für mich: seit ich mich erinnern kann, hat Glauben und das Leben für mich dazugehört. In meiner Kindheit und Jugend wurde das nie diskutiert, es war ein Alltagsritual: Wir haben gebetet und sind in den Gottesdienst gegangen. Das hat sich im Teenager Alter vertieft und wurde zur intensiven Sinnsuche. Ich habe versucht im Ordern Heimat zu finden, der wurde aber dann aufgelöst. Es blieb und bleibt also in meiner Praxis: eine betende rituelle Praxis. Trotz meines Jobs ist Glauben einfach ein selbstverständliches Fundament das mit geht in Riten, im Gottesdienstbesuch, im Stundengebet. Kraft gibt mir auch das Rosenkranzgebet. Auch in der Familie sind diese Riten das was trägt: Glauben heißt Praxis. Das habe ich verinnerlicht und das hält auch meine Zweifel aus.

2. In welchen Bereichen von Katechese bist du gerade tätig?

Ich bin bei der Erstkommunionvorbereitung aktiv, die für mich auch immer eine Art Mission ist. 95% haben keine Volksfrömmigkeit mehr, wir haben in unserer Pfarrei viele Milieus und da ist wenig Grundwissen vorhanden. Ich bin in Kitas und Schulen tätig: ca einmal im Monat gestalte ich dort Religion mit Geschichten, Musik, Erzählfiguren. Das ist etwas Ergänzendes zum Religionsunterricht. Ich selbst unterrichte nicht. Und es gibt den Kinderbibeltag, zweimal im Jahr.

3. Was fordert dich heraus?

Die Kinder sind völlig blank, zu klassischen Settings sind sie und ihre Familien kaum zu bewegen. Viele sprechen kaum Deutsch, und wir haben schwierige Milieus. Das fordert mich. Dazu kommen Konzentrations-und Sprachschwierigkeiten bei den Kindern, ich habe kaum ehrenamtliche Helfer*innen, die Bereitschaft der Eltern ist gering. Für diese vielfältigen Herausforderungen braucht es ganz andere Konzepte der Katechese und gefühlt auch jedes Jahr neue.

4. Wann ist eine Katechese für dich gelungen?

Gelungen ist es, wenn die Kinder sich später noch gerne daran erinnern. Wenn die Kinder sich freuen: in der Schule und in der Kita.

5. Wann und was  war dein letzter Glücksmoment?

Ich habe einen immer wiederkehrenden: Wenn ich eine Kita betrete und die Kinder sich freuen und mich jubelnd begrüßen. Das Lachen der Kinder und das Erleben: Menschen sind froh von Gott z hören.Auch das Miteinander im Team ist für Glücksmoment, denn wir gehen gemeinsam den Weg und wir wollen werben für einen einladenden hingehenden Gott. Eine Kirche, die sich auf den Weg macht zu den Menschen.

6. Ergänze folgenden Satz: Katechese ist für mich…

… anstrengend
… Glücksmoment
… immer auch missionarisch


Auf eine Tasse Kaffee mit
Thea Jäger

Thea Jäger
Katechetin, Bad Dürkheim, Hl. Theresia vom Kinde Jesus

1. Wie hast du bisher Glauben gelernt? (Durch wen? Mit wem?)

Als Kind durch meine Eltern. Ich bin in einem ganz katholischen Dorf in der Eifel aufgewachsen. Meine Eltern waren sehr religiös und der Gottesdienstbesuch war selbstverständlich. Da wurde weniger darüber geredet, es wurde gelebt. Ich war in einer Jugendgruppe und mit 16 Jahren habe ich dann selbst eine geleitet. Das Miteinander war wichtig: miteinander zu sprechen, andere Sichtweisen zu hören, auch kirchenkritisch zu hinterfragen. Es hat geholfen zu wissen, wer denkt wie ich, wer fragt wie ich? Wer will über Glauben sprechen? Ich habe immer wieder von Menschen gelernt, im Gespräch über ihren Glauben, ihr Leben, querbeet.Auch heute lerne ich weiter, auf meiner Arbeit, gerade mit Jugendlichen in Gesprächen  - besonders vor den kirchlichen Feiertagen. Auch der interreligiöse Austausch bereichert mich sehr. Ich frage, was den Jugendlichen wichtig ist, was ihnen Auftrieb gibt und was es dann für mich selbst bedeutet.

2. In welchen Bereichen von Katechese bist du gerade tätig?

Ich bin im Katechese Ausschuss unserer Pfarrei. Zunächst waren dort eher Erstkommunion- und Firmkatechese die Schwerpunkte. Irgendwann war klar, dass wir zwar gerne die Hauptamtlichen darin unterstützen und begleiten, aber dass wir mehr machen wollen: Wir laden Erwachsene ein, wollen Menschen zusammenbringen, auch Fernstehende, eine Aktion ist z.b die Nacht der Kirchen. Wir wollen Neugier wecken und ins Gespräch bringen. Im Moment planen wir einen Erlebnisnachmittag im Wald für eine bunt gemischte Zielgruppe.

3. Was fordert dich heraus?

Es ist schwierig mit Erwachsenen, vor allem jungen Erwachsenen, ins Gespräch zu kommen. Wenn man die Menschen nicht (mehr) kennt, ist es schwer, einen Draht zu ihnen zu bekommen. Das ist für mich die große Aufgabe der Zukunft: Wie schaffen wir es diesen Menschen zu begegnen, ihre Fragen und Anliegen zu hören? Als Herausforderung empfinde ich auch, dass in unserer Kirche sehr viel gejammert wird. Mit jammern überzeugen wir niemand. Es gilt auch nach vorne zu schauen und mutige Schritte zu gehen.

4. Wann ist eine Katechese für dich gelungen?

Wenn ich dem anderen gut zuhören konnte, wenn Austausch gelungen ist. Wenn der/ die andere erfährt, das hat etwas mit meinem Leben zu tun, wenn es das Leben bereichert und Menschen sagen: so habe ich das ja noch nicht gesehen, oder sich bestätigt fühlen. Wichtig ist, dass Beziehung entstehen konnte und mich die Sichtweise des anderen bereichern konnte. Das ist ein sehr wichtiger Aspekt vom Sprechen über den Glauben: Es gibt viele verschiedene Wege, und keiner ist besser oder schlechter.

5. Wann und was  war dein letzter Glücksmoment?

Im Gottesdienst unserer Gemeinde war mehrmals eine junge Familie da. Wir haben auch kurz gesprochen. Und so stelle ich mir Kirche vor: Menschen wagen sich auch mit ihren kleinen Kindern in den Gottesdienst, anschließend sind Gespräche möglich. Das macht mich froh und gibt Hoffnung. Ein Glücksmoment war für mich auch der Weltgebetstag der Frauen: Diese Verbundenheit untereinander vor Ort und auf der ganzen Welt, das finde ich sehr bereichernd – und sehr katechetisch.

6. Ergänze folgenden Satz: Katechese ist für mich…

… Auftanken
… im Gespräch über Glauben bleiben
… über die Verschiedenheit von Glaubenden sprechen
… und das als Gewinn sehen

 

 


Auf eine Tasse Kaffee mit
Isabel Meiser

Isabel Meiser
Katechetin, Bexbach, Hl. Nikolaus

1. Wie hast du bisher Glauben gelernt? (Durch wen? Mit wem?)

Durch meine Familie, durch meine Oma und meine Mutter, mit der ich auch heute noch über alles reden kann, Sie war Relilehrerin in der Grundschule, und in der Gemeinde sehr aktiv, z.b. im Ökumenekreis. Auch mein Vater ist ein gläubiger Mensch. So hat es bei uns dazu gehört. Mein Elternhaus war gegenüber der Kirche, so dass Kirche auch räumlich für mich einfach präsent war. Als ich dann Messdienerin war, wollte ich später unbedingt Ordensschwester in Afrika werden, das war für mich tätiger Glaube. Das kam dann ja anders, ich war auf der Waldorfschule, die ich als sehr schöpfungsnah erlebt habe. Durch meinen Sohn habe ich dann später wieder Kontakt zur Kirche bekommen: Er ist Messdiener geworden und ich habe ihn begleitet. Die Familie ist ein wichtiger Ort für Glaubensentwicklung – so habe ich es selbst erlebt und so will ich es weitergeben.

2. In welchen Bereichen von Katechese bist du gerade tätig?

Ich war Katechetin bei der Erstkommunion meiner Tochter, kam dann in den Gemeindeausschuss. Ich leite eine Firmgruppe und kümmere mich um die Messdiener*innen: um Werbung, deren Ausbildung und um Nachwuchs.

3. Was fordert dich heraus?

Corona und die schwierige Lage der Kirche: wie kann man Menschen ansprechen? Sie aus ihrem Alltag heraus rufen? Sie gewinnen, damit Gemeinde auf dem Weg bleibt und frisches entsteht? Auch durchzuhalten in so manchen Situationen ist eine Herausforderung. Und dann ist es mir wichtig, Traditionen zu pflegen, aber sie sollen nicht langweilig werden oder nicht alltagstauglich sein.

4. Wann ist eine Katechese für dich gelungen?

Wenn Familien – nach der Erstkommunion z.b – da bleiben, wenn sie sich wohlfühlen, gestärkt werden und angekommen sind. Durch die Art und Weise des Umgangs – ein Lächeln bei der Begegnung – kann ich spüren, dass Beziehung gelingt.

5. Wann und was  war dein letzter Glücksmoment?

Ich bekam ein kleines Lob von einem Bekannten: Du bist ein Motor für die Gemeinde, deine Impulse tun gut. Ein Glücksmoment ist es auch immer, wenn die Messdiener sich freuen oder die Gemeinde aktiv dabei ist.

6. Ergänze folgenden Satz: Katechese ist für mich…

…Wegbegleitung.
… ein langer Prozess, der nie abgeschlossen ist.
… eine Beziehung in der man auf Vertrauensbasis Glaubenserfahrungen austauschen kann.
…einen anderen Blickwinkel zu bekommen.
…etwas gegenseitiges.

 

 


Auf eine Tasse Kaffee mit
Franz Ramstetter

Franz Ramstetter
Pfarrer, Rodalben, Maria Königin

1)    Wie hast du bisher Glauben gelernt? (Durch wen? Mit wem?)

Mein Heimatpfarrer hat für mich da eine große Rolle gespielt. Seine Art, seine gesunde Ruhe war ansprechend und prägend. Ein besondere Rolle spielte auch meine Oma mütterlicherseits: sie war die einzige, die mir bewusst immer zum Namenstag gratuliert hat, dadurch habe ich mich auch selbst damit beschäftigt. In der Jugend schon war ich bei Schönstatt, hier ging es auch immer um den Glauben. Ich war mit Menschen unterwegs, die zum einen Vorbilder und zum anderen im gleichen Alter waren. Dadurch erlebte ich eine Art Neuorientierung und Weiterentwicklung. Ich mochte vor allem den Austausch im Kleinen, ganz nach dem Motto: wo zwei oder drei… Letztlich ist meine Berufungsgeschichte – ich habe zunächst bei der BASF eine Ausbildung gemacht und war dann nach dem Fachabi Ingenieur FH – ein Mosaikbild, das über die Jahre gewachsen ist.

2)    In welchen Bereichen von Katechese bist du gerade tätig?

Ich bin in der Firmvorbereitung und für den Katechese Ausschuss zuständig. Viele meiner Erfahrungen fließen auch bei TEK in unserer Pfarrei mit ein.

3) Was fordert dich heraus?

Wie kommt man mit Jugendlichen in Kontakt? Wie kann ich deren Sprache sprechen, an deren Gedanken- und Lebenswelt anknüpfen? Eine Wertschätzung und das Persönliche sind so wichtig, und spüren, wo das Evangelium zur Sprache gebracht werden kann. Da Katechese ein Prozess ist, der nicht gleich sichtbar ist, ist auch eine Herausforderung, Ehrenamtliche dafür zu gewinnen, die sich in diesem Bereich engagieren können und wollen. Die sich stark machen für Katechese.

4)    Wann ist eine Katechese für dich gelungen?

Wenn sich der Gegenüber für die Glaubenserfahrung öffnen kann,
wenn er / sie davon zehrt und es mit dem eigenen Leben in Verbindung bringen kann.
Wenn Menschen, ihren Weg mit Gott finden und im Dialog weiterwachsen, weiterdenken.

5)    Wann und was  war dein letzter Glücksmoment?

Tatsächlich sind das für mich die Erfahrungen im Bereich der Taufelternkatechese. Wir haben das Projekt in der Pfarrei gemeinsam erarbeitet und es war ein toller Moment, als es anlief und gelang.
Die positiven Reaktionen der Menschen wirken nach.

6)    Ergänze folgenden Satz: Katechese ist für mich…

…ein Öffner
… etwas, das Dinge ermöglicht und erschließt
…ein Weg zum Evangelium, das aus sich heraus in Wort und Tat wirkt

 


Auf eine Tasse Kaffee mit
Michael Kapolka

Michael Kapolka
Dekan, Schönenberg-Kübelberg, Hl. Christophorus

1)    Wie hast du bisher Glauben gelernt? (Durch wen? Mit wem?)

Zunächst in der Familie. Die polnische Prägung – wir lebten bis ich 5 Jahre alt war in Polen – war ein Indikator. Dann hatte ich die sogenannte klassische Karriere: Erstkommunion, Messdiener, Engagement in der Pfarrei. Dadurch habe ich Glaube kennen gelernt und immer tiefer erlebt, und einen eigenen Weg gesucht. Ein Eckpfeiler war sicher die Begleitung durch die Bewegung Licht-Leben in Carlsberg. Hier wurde ich angeregt, selbst zu suchen, auch kritisch zu fragen und ein mündiger Christ zu werden, Glauben verstehen zu lernen. Ich vertiefe meinen Glauben stetig, ich lerne von den Menschen in der Pfarrei, von älteren und jüngeren, mit denen ich Gespräche - die dann eigentlich Glaubensgespräche sind – führe und ich so deren Sichtweise höre und deren Erleben wahrnehme. Meine Haltung ist: Profis im Glauben sind wir alle, wenn wir den Weg mit Gott gehen.

2)    In welchen Bereichen von Katechese bist du gerade tätig?

Ich bin hauptsächlich bei der Ehe- und Taufvorbereitung tätig. Auch Gespräche mit Menschen, die wieder eintreten wollen sind ein Bereich. Neu erlebe ich gerade die Begleitung und Vorbereitung für eine Erwachsenentaufe. Das finde ich sehr spannend und muss selbst hineinwachsen. Bei den anderen Sakramentenkatechesen- für die die Gemeindereferentin zuständig ist - bin ich bewusst dabei, weil mir das wichtig ist.

3) Was fordert dich heraus?

Wie überwindet man Sprachbarrieren? Wie gelingt es Dinge in Worte zu fassen, wenn es kein Fundament gibt, auf dem wir aufbauen in unserer Katechese? Ich finde es herausfordernd, Menschen mit hineinzunehmen und einen guten Zugang zu finden, wenn ich merke, da ist zwar Interesse, aber es gibt keine Prägung, keine Grundlage: Wir fangen ganz neu an. Eine Herausforderung ist es auch, sich an Gottesbildern zu reiben: wie gehe ich mit schwierigen Gottesbildern um, ohne es dem anderen gleich abzusprechen? Wie bringe ich es so ins Wort, dass es mehr ist als eine Floskel?

4)    Wann ist eine Katechese für dich gelungen?

Das ist eine schwierige Frage. Ich mag Katechese weniger mit einem Ziel verbinden. Sie ist für mich eher Türöffner, kann dem anderen zum AHA Erlebnis verhelfen, zu einem Prozess, der angeregt wird. So dass jemand nachdenkt über seine Gottesbeziehung, und ich darf Begleiter auf diesem Weg sein.

5)    Wann und was  war dein letzter Glücksmoment?

Das war in der Sakristei: Ein Gespräch mit der Sakristanin bei dem es zunächst nur um eine Sachfrage ging. Dadurch aber dass wir über Zeichen und Bilder in der Liturgie sprechen und ich meine Erfahrungen dazu legen konnte, erlebte ich bei ihr zunächst einen Moment des Erschreckens, der sich veränderte in Richtung: da muss ich nochmal neu nachdenken. Eventuell sind da ganz alte Bilder zusammen gebrochen- auf jeden Fall ist etwas aufgebrochen. Da bin nach Hause mit einem Glücksgefühl. Ich bin selbst gestärkt aus diesem Gespräch und es war spürbar: da hat Gott gewirkt, bei uns beiden Manche Glücksmomente werden einfach geschenkt.

6)    Ergänze folgenden Satz: Katechese ist für mich…

… Zeugnis
… Verkündigung
… Austausch von Glaubenserfahrungen
… Wegbegleitung (wie ich Seelsorge überhaupt verstehe)

 


Auf eine Tasse Kaffee mit
Petra Benz

Petra Benz
Gemeindereferentin, Otterberg, Mariä Himmelfahrt

1)    Wie hast du bisher Glauben gelernt? (Durch wen? Mit wem?)

Ich bin hineingewachsen in meinem Umfeld: durch meine Familie, meine Eltern, die sehr engagiert waren in der Gemeinde vor Ort, durch meine Großeltern: Der Opa war Sakristan, mein Vater im Kirchenchor und Sakristan, beide Eltern in den Räten engagiert, mein Großonkel Pfarrer, meine Tante Ordensschwester …
Die Sonntagspflicht war bei uns z.B. sehr wichtig. Ich war in einer katholischen Kita und erinnere mich noch an Sr. Franziska. In der Grundschule hatten wir eine tolle engagierte Katechetin. Sie hat mir dann sogar zu meiner Aussendungsfeier ein Bild geschenkt, das ich in der dritten Klasse gemalt hatte: Abraham, der auszieht ins gelobte Land. Mit 12 wurde ich dann Messdienerin, dort war ich dann sehr engagiert. Ich war auf dem Edith Stein Gymnasium, hier wurde der Glaube auch in der Klassengemeinschaft gelebt und es begann auch eine kritische Auseinandersetzung damit. Ich hatte einen Freundeskreis, in dem über Glauben gesprochen wurde. Nur eine Gemeindereferentin kannte ich nicht. Und trotzdem fand ich über die Blätter zur Berufskunde zu diesem Beruf. Ich entschied mich für diese Studium, weil ich gern praktisch arbeite. Durch meinen Großonkel hatte ich die Gelegenheit spannende theologische Literatur zu lesen: z.b. über die Kirchenväter, da er mir seine Bibliothek vererbte. Menschen spielten immer eine wichtige Rolle: Mein erster Chef hat mich sehr beeinflusst v.a durch seine Nähe zur französischen Kirche. Mit meinem zweiten ehemaligen Chef führte und führe ich viele theologische Diskussionen und wir sind auch heute noch in guten Kontakt.

2)    In welchen Bereichen von Katechese bist du gerade tätig?

Mein derzeitiger Schwerpunkt ist die Erstkommunionvorbereitung. Im letzten Sommer hatte ich eine Firmgruppe, die vor allem digital stattfand und auch in der Taufelternkatechese bin ich immer wieder dabei.

3) Was fordert dich heraus?

Auf die Bedürfnisse der unterschiedlichsten Menschen einzugehen. Das hat nichts damit zu tun, dass ich es allen recht machen will, sondern es ist die Herausforderung durch die Art und Weise meines Handelns ein positiver Touchpoint für Menschen zu sein. Sodass Menschen ein gute Erfahrung mit Glaube und Kirche machen können.Dafür gibt es natürlich keine Patentrezepte. Die persönliche Begegnung ist das wichtigste und dass Menschen, die Träger*innen der Katechese glaubwürdig und authentisch erleben.

4)    Wann ist eine Katechese für dich gelungen?

Wenn man in gutem Austausch war und das Gefühl da ist, dass jedes Puzzle an den richtigen Platz gesetzt wurde. Ein guter Austausch ist ein wirkliches Gespräch – nicht nur einer redet- über Glaubensinhalte, so dass es gelingen kann, dass auch das Herz angerührt wird.

5)    Wann und was  war dein letzter Glücksmoment?

Im Moment ist es aufgrund der Pandemie nicht einfach in der Katechese Glücksmomente zu erleben. Ich erinnere mich aber an Glücksmomente und sehne mich danach, dass sie wieder hergestellt werden können. Wir hatten in Kaiserslautern einen Kanufirmkurs, da gab es viele Glücksmomente: wir erlebten eine Einheit zwischen Tun, lernen und leben. Die Jugendlichen waren wirklich dabei, es gab wunderbare Anknüpfungspunkte. Wir haben gezeltet, gekocht, hatten Zeit, machten Katechese auf dem Wasser. Wir waren auch ein gutes Team und nah an den Jugendlichen dran, so dass wir wirklich Glauben teilen konnten und es eine gemeinsame Suche war. Eine andere Art des Glücksmoments erlebe ich bei Taufelterngesprächen: da war es bei einem Treffen mit vier Familien gelungen, dass sie wirklich miteinander ins Gespräch kamen und sehr offene Glaubensgespräche entstanden. Ich konnte mich also zurücknehmen und war nicht mehr die Macherin.

6)    Ergänze folgenden Satz: Katechese ist für mich…

… wie eine lange Wanderung mit vielen Aussichtspunkten und manchen Herausforderungen

 


Auf eine Tasse Kaffee mit
Pfarrer Alexander Klein

Alexander Klein
Pfarrer, St. Ingbert , Hl. Martin

1)    Wie hast du bisher Glauben gelernt? (Durch wen? Mit wem?)

Das begann in der Familie, durch meine Eltern. Ich würde sagen, wir sind eine gläubige Familie, in der Gebet und Gottesdienst einfach dazu gehört haben. Vor allem meine Oma war da auch prägend. Aber es geschah immer alles in aller Offenheit. Meine Erstkommunionvorbereitung ist mir noch in guter Erinnerung. Danach wurde ich Messdiener.Das hat mir viel Freude bereitet, die Jugendarbeit, die Zeltlager, die Zeit bei der Kolpingjungend.Das war auch mein Freundeskreis, hier wurden dann auch Glaubensgespräche geführt oder wir waren gemeinsam in Münsterschwarzach um anders Silvester zu feiern. Das war intensiv und gut. In der Schule hatte ich einen guten Religionslehrer, mit dem wir religiöse Wochenenden erlebt haben.Wenn ich einzelne Personen benennen will, fallen mir vor allem mein ehemaliger Heimatpfarrer Markus Hary und Pfarrer Volker Sehy ein. Das waren wertvolle Begegnungen und Begleitungen. So setzt sich mein „Glauben lernen“ aus vielen Puzzleteilen zusammen, die mich geprägt haben und weiter prägen. Man wächst ja auch weiter im Glauben durch den Austausch mit anderen, das gemeinsame Unterwegssein, in dem man verschiedene Formen und Orte kennenlernt, in dem man offen bleibt.

2)    In welchen Bereichen von Katechese bist du gerade tätig?

Ich bin bei der Erstkommunionvorbereitung aktiv. Mit dem Pfarreirat wollen wir einen Glaubenskurs anbieten und sind da gerade auf der Suche. Dieser soll auch breiter in die Gemeinde hin angelegt sein. Ich führe die Gespräche bei der Taufvorbereitung und bin auch mit Angeboten in unseren Kitas. Außerdem biete ich ein Fastenprojekt für Männer an (Exodus 90).

3) Was fordert dich heraus?

Manche Dinge sind gegeben, damit muss man umgehen. Menschen tun Dinge, weil sie es schon immer tun (z.B Sakramentenfeier). Hier ist es eine Herausforderung auch bewusste Entscheidungen zu fördern, zu hinterfragen, weil nicht alles selbstverständlich ist. Wo finde ich Anknüpfungspunkte- auch an die Themen, die die Menschen beschäftigt? Wie kann ich das gut ins Wort bringen? Wichtig finde ich es auch, dass man im „Alltagstrott“ immer wieder Freiräume für Neues schafft. Eine sehr konkrete Herausforderung ist das Umgestalten der Firmvorbereitung – da wurden wir aber durch Corona ausgebremst.

4)    Wann ist eine Katechese für dich gelungen?

Ich nenne es im engeren Sinn: Katechetische Einheit. Sie gelingt, wenn Menschen ins Nachdenken gebracht werden, wenn Menschen im besten Sinne betroffen sind, begeistert werden, Interesse haben. Menschen sollen spüren, dass Glaube aufbaut und stärkt, dass Glaube Freude macht- das ist mir wichtig. Dabei will ich authentisch bleiben.

5)    Wann und was  war dein letzter Glücksmoment?

Das war bei einem Besuch in der Kita. Ich machte eine Einheit zu den Heiligen und wir haben gemeinsam verschiedene Heilige entdeckt durch Bilder und Erzählen. Auch über Namenspatrone haben wir gesprochen. Die Neugierde und die Begeisterung der Kinder faszinieren mich und es ist einfach schön, wie sie mitgehen.

6)    Ergänze folgenden Satz: Katechese ist für mich…

… zum einen: konkrete Aufgabe in konkreten Kontexten (Sakramentenkatechese, Glaubensweitergabe)
…zum anderen: positive authentische Weitergabe des Glaubens in unterschiedlichen Formen bei allen Altersgruppen
…Vielfalt
… sie geschieht durch Handeln und Wirken


Auf eine Tasse Kaffee mit
Katrin Ziebarth

Katrin Ziebarth
Pastoralreferentin, Herxheim, Hl.Laurentius

1)    Wie hast du bisher Glauben gelernt? (Durch wen? Mit wem?)

Vor allem durch meine Oma und meine Mutter. Sie haben mit mir gebetet oder mir mit Weihwasser ein Kreuz auf die Stirn gezeichnet. In der Schule erfuhr ich viel durch die Schwestern dort, auch von Geistlichen in der Gemeinde. Immer waren es Menschen, von denen ich gelernt habe. So z.B auch die Sakristanin, eine fromme Frau, die ihren Glauben einfach vorgelebt hat. Bei den Messdienern waren die „Großen“ die Vorbilder. Ich war sieben Jahre alt, als ich Messdienerin wurde. Die Jüngste und es hat ein paar Anläufe gebraucht bis der Pfarrer mich aufgenommen hat: Ich war im Gottesdienst und hörte den Satz: und alle, die zum Dienst in der Kirche bestellt sind“… und ich wollte Messdienerin werden, weil ich dachte, genau die sind damit gemeint. Es hat mir gut getan, als es dann möglich war, Messdienerin zu werden und ich spürte, dass der Pfarrer meinen Wunsch ernst nimmt. Letztlich ist es die Summe von Momenten, die den Glauben ausmachen und entwickeln, die den Glauben zu einem persönlichen Glauben machen. Durch und mit Anderen bekommen wir eine Ahnung davon, wie Gott wirkt – in welcher Vielfalt.

2)    In welchen Bereichen von Katechese bist du gerade tätig?

Ich bin bei Erstkommunionvorbereitung dabei, bin in unseren Kitas – Ich bin für die Firmvorbereitung verantwortlich und für Bibelgesprächsabende – ein Ort an dem Katechese mit Erwachsenen nochmal auf andere Art und Weise geschieht.

3) Was fordert dich heraus?

Worte zu finden – eine Sprache auch für Kirchenferne. Anderen erklären zu können, was gemeint ist – auch das Abstrakte. Keine Berührungsängste zu haben – das ist herausfordernd. Kinder z.b sind da sehr ehrlich – sie spiegeln dir sofort, was sie verstehn. Die Grenzen an die wir mit unseren Worten stoßen.

4)    Wann ist eine Katechese für dich gelungen?

Wenn Katechese den Weg zum Gegenüber findet; wenn mir oder dem anderen etwas klar wird; wenn ich erlebe: hier spricht Gott. Wenn ich spüre: es geht ganz konkret um mich. Und wenn auf einmal Gottes Liebe erfahrbar wird.

5)    Wann und was  war dein letzter Glücksmoment?

Ich hatte eine Kirchenraumerkundung mit Kita- Kindern und wir waren in der Sakristei. Ich zeigte ihnen die Monstranz und fragte, ob sie wissen, was das ist. Da antwortete ein Kind: „ Ja, das ist das Schloss, in dem Jesus wohnt“. Das hat mich echt sprachlos gemacht. Dieses Kind hat die passenden Worte gefunden – einfach und aus sich heraus hat es den Kern getroffen.

6)    Ergänze folgenden Satz: Katechese ist für mich…

… ist etwas Gegenseitiges.
… ein Türöffner zu Gott.
… die Wahrnehmung, dass Gott in der Welt ist.
… das Ernstnehmen, dass Menschen Abbild Gottes sind und Gott durch sie wirkt.


Auf eine Tasse Kaffee mit
Michael Kolar

Michael Kolar
Gemeindereferent, Deidesheim, Hl.Michael

1)    Wie hast du bisher Glauben gelernt? (Durch wen? Mit wem?)

Zunächst durch meine Eltern. In der Kindheit und Jugend war ich in meiner Heimatpfarrei (im saarländischen Blieskastel-Bierbach) Messdiener. Das Gefühl von Gemeinschaft war für mich sehr berührend. Dieser feste Zusammenhalt hatte sogar selbst in der Zeit meiner kaufmännischen Berufsausbildung bis hin zu meinem Studium der Praktischen Theologie in Mainz noch Bestand. Die wöchentlichen Treffen waren dabei mein „jour fixe“. Die Aktionen, die Freizeiten, die Gruppenstunden, das Rätschen, besondere Gottesdienste, die wir geplant haben, die Frühschichten – das alles waren für mich prägende Momente. Wir wurden gefragt und akzeptiert. Mein Freundeskreis war bei den Messdienern, manche davon sind heute Berufskollegen oder wurden Priester. So erlebte ich viele Schritte im Glauben. Sehr prägend war für mich unser Pfarrer. Seine Umgangsformen und seine Zugewandtheit haben uns das Gefühl von Wertschätzung gegeben. Für mich ist Glaube Gemeinschaft, und diesen Glauben in Gemeinschaft zu leben, ist wichtig. Durch das Studium hat sich mein Glaube vertieft und im Austausch mit anderen auch weiterentwickelt.

2)    In welchen Bereichen von Katechese bist du gerade tätig?

Bei der Erstkommunion– und Firmvorbereitung. Es gilt Katechese weiter zu entwickeln, auch mit den Erfahrungen, die man macht und eine dichte Atmosphäre zu schaffen. Ich bin im Pastoralteam zuständig für den Katechese-Ausschuss und arbeite auch bei der Taufelternkatechese mit. Die pastorale Begleitung der Kitas und Schulgottesdienste erlebe ich ebenfalls als Form der Katechese.

3) Was fordert dich heraus?

Den Katechese-Ausschuss neu aufzustellen und zu sortieren – auch auf dem Hintergrund der Erfahrungen, die uns Corona „beschert“ hat. Die persönliche Begegnung ist dabei sehr wichtig und zugleich die Frage: Wie gelingt es, hier Ressourcen zu haben? Auch die Frage nach ansprechenden Katecheseformen und das gesamtkirchliche Klima ist eine Herausforderung. Denn als kirchlicher Mitarbeiter will ich authentisch bleiben und erlebe die vielen Spannungsfelder. Es bleibt auch herausfordernd, unsere Botschaft so zu erneuern, dass sie gehört werden kann und dass Menschen sich nicht von uns überrumpelt fühlen.

4)    Wann ist eine Katechese für dich gelungen?

Wenn das Bauchgefühl stimmt. Wenn ich am Ende merke: es hat alles gepasst. Und auch wenn Rückmeldungen kommen – in der Firmvorbereitung war das z.B. sehr deutlich spürbar. Letztlich habe ich keine messbaren Indikatoren. Es sind Momentaufnahmen und ein Gefühl.

5)    Wann und was  war dein letzter Glücksmoment?

Beim Crash-Wochenende bei der Firmvorbereitung – trotz der Rahmenbedingungen erlebte ich: die Jugendlichen und jungen Erwachsenen kommen mit Interesse sowie ihren teils sehr verschiedenen Lebenswelten und wollen etwas von uns. Im gesamten hat einfach die Atmosphäre zwischen ihnen und unserem sehr motivierten Team der Firmbegleiter:innen gestimmt, und das hat man eben auch bei den Firmgottesdiensten gespürt, die übrigens an einem ganz anderen Ort stattgefunden haben: bei herrlichem Spätsommerwetter im Freien.

6)    Ergänze folgenden Satz: Katechese ist für mich…

… wenn es gelingt die Freude am Glauben an andere weiter zugeben.


Auf eine Tasse Kaffee mit
Bernd Adelmann

Bernd Adelmann
Pastoralreferent, Trulben, Hl. Wendelinus

1)    Wie hast du bisher Glauben gelernt? (Durch wen? Mit wem?)

Meine Familie und ich waren damals regelmäßig im Gottesdienst, wie das so üblich war. Meine Eltern waren im Chor und im Pfarrgemeinderat. Die Toleranz meiner Eltern habe ich sehr geschätzt: Sie haben mich im Jugendalter nicht zum Gottesdienstbesuch gedrängt. Im Gymnasium hatte ich einen sehr kritischen Religionslehrer, bei ihm lernte ich, zu hinterfragen. Ich habe vier Semester Informatik studiert: die Anfragen und Diskussionen mit den anderen Studierenden über den Glauben haben mir geholfen, in einem reflektierten Glauben zu wachsen. Dort habe ich in einer Pfarrei auch einen sehr engagierten Pfarrer erlebt. Ich begann Theologie zu studieren. Hier konnte mein Glaube tragfähiger werden und so manches hat sich mit neuem Leben gefüllt. In dieser Zeit war ich auch ein Jahr in Irland: das Miteinander von Tradition und  Befreiungstheologie war spannend – im wahrsten Sinne des Wortes. Weiterführend war für mich auch meine Krankenpflege-Ausbildung und mein Studenten-Job am Lehrstuhl für Caritaswissenschaft.Ein weiterer Baustein war  die Zeit in der Jugendarbeit bei den Vinzentinerinnen. Durch die Lektüre von Büchern, Gespräche im Krankenhaus, den Austausch mit Kollegen wachse ich im Glauben und er wird mit Leben gefüllt.

2)    In welchen Bereichen von Katechese bist du gerade tätig?

Das ist sehr vielfältig: Ich mache katechetische Angebote in verschiedenen Kitas, in der Coronazeit klappte das sogar online. Ich gebe auch gerne den Nikolaus, denn das ist mehr als nur “Spiel“, es ermöglicht einen Zugang in allen Altersklassen. Firmvorbereitung und Unterricht in der zehnten Klasse Realschule, sowie die Vorbereitung auf Erwachsenentaufe und -Firmung gehören zu meinen Aufgaben. Auch im Krankenhaus gibt es katechetische Situationen: z.B. in Gesprächen mit Patienten in der Psychiatrie, die oft interessante Fragen stellen. Die Krankenpflegesschule mit dem Unterricht in Ethik und interkultureller Pflege sehe ich auch als ein katechetisches Feld an. Wichtig sind mir  Predigten bei Wortgottesfeiern oder Beerdigungen, sowie das Trauergespräch.

3) Was fordert dich heraus?

Authentisch zu bleiben: Ich möchte nichts sagen, hinter dem ich nicht stehen kann oder das ich später mal widerrufen müsste. Menschen, die anders glauben als ich sind mir eine Herausforderung, gegenseitig zu lernen., Auch die (psychisch) Erkrankten fordern mich heraus: Sie stellen oft Fragen, die mich sehr nachdenklich stimmen. Wie kann Glauben verkündigen heute gehen, in einer Zeit, in der der Transzendenzbezug immer mehr verschwindet, wie kann ich da meinen Glauben einbringen? Auf meiner To do Liste stehen TEK und Erwachsenenkatechese.

4)    Wann ist eine Katechese für dich gelungen?

Ich kann nichts „machen“ – das steht über allem. Aber wenn es mir gelingt, gut zu zuhören, das Erfahren und Erleben eines Menschen wahrzunehmen und einen Impuls geben zu können zum Weiterdenken, und dann ein Wegbegleiter zu sein, ist schon viel gelungen.

5)    Wann und was  war dein letzter Glücksmoment?

Der war in der letzten Schulstunden vor den Sommerferien: Ein Schüler hat sich bei mir bedankt: in meinem Unterricht habe er endlich verstanden, was ihm bis jetzt fremd geblieben war. Und ein weitere Glücksmoment auch in dieser Klasse: Bedingt durch meinen Einsatz bei der Notfallseelsorge, habe ich zwei Kinder beerdigt, die ums Leben gekommen waren. Die Beerdigung fand während des Religionsunterrichtes statt und ich wurde vertreten. Die Schüler*innen wussten das. So schlug einer in dieser Unterrichtsstunde vor, für die Kinder und die Familien eine Gedenkminute zu halten.
Das Mit-Leiden und innerliche Mitgehen der Klasse – das hat mich sehr berührt, als es mir erzählt wurde.       

6)    Ergänze folgenden Satz: Katechese ist für mich…

…authentisch  Glauben zu vertreten und Menschen ermutigen Ihren Zugang zum Glauben zu finden.


Auf eine Tasse Kaffee mit
Annika Bär

Annika Bär
Pastoralassistentin, Rülzheim, Hl. Theodard

1)    Wie hast du bisher Glauben gelernt? (Durch wen? Mit wem?)

Vor allem durch Gemeinschaft – Die Erfahrungen im Jugendverband auf allen Ebenen, der gemeinsame Austausch, die Auseinandersetzung und die Erlebnisse waren für mich sehr prägend. In meinem Elternhaus war der Kirchgang, das Gebet selbstverständlich und das ist mir auch heute noch wichtig. Gemeinsam haben wir das Kirchenjahr gefeiert und dadurch habe ich Glauben gelernt. Ich habe Menschen kennen gelernt, die mich begeistert haben und selbst Heimat gefunden, Ich habe gespürt: ich bin willkommen. In der Kolpingjugend z.b waren die anderen ähnlich alt, und denen geht es wie mir. Genau das ermöglichte ein tolles Erleben und bestärkte mich in dem Wunsch: so will ich auch begeistern können und Zeugin sein.

2)    In welchen Bereichen von Katechese bist du gerade tätig?

In der Erstkommunion- und Firmkatechese. Ich überarbeite Konzepte, orientiere mich immer wieder neu – ich bin ja auch noch neu in der Pfarrei. Ich bin zuständig für den Katechese Ausschuss und entdecke immer auch katechetische Elemente im Religionsunterricht.

3) Was fordert dich heraus?

Coronakonforme Katechese:  Katechese auf Distanz, das fordert mich und bringt viele Fragen mit sich:
Was macht Sinn? Geht alles online? Wie ist das mit Kindern?
Eine große Herausforderung ist auch die Frage nach der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen. Was ist deren Form? Wie spreche ich sie an? Welche Medien nutze ich? Ist unsere Denkweise auch deren Denkweise?

Wir sind in einer schnelllebigen Zeit, es gib unendliche Möglichkeiten da verändern sich Dinge sehr schnell und man muss die Dinge neu bedenken und anpassen.
Ein Grundproblem ist auch die Frage der Relevanz unserer Themen.
Eine persönliche Herausforderung ist für mich das mediale schlechte Bild von Kirche. Immer wieder bin ich damit konfrontiert und muss mich rechtfertigen, dass ich bei der Kirche arbeite. Das belastet schon.

4)    Wann ist eine Katechese für dich gelungen?

Wenn Kinder und Jugendliche Dinge für ihr Leben entdecken, wenn sie Spaß und Freude haben und ich ihnen die Begeisterung im Gesicht ansehen kann. Wenn man die Momente erlebt, in denen ich spüre: hier passt alles und man selbst beseelt ist.

5)    Wann und was  war dein letzter Glücksmoment?

Die Beichtnachmittage der Erstkommunion Kinder. Ich habe ihnen angesehen, dass sie dabei sind und dass in ihnen etwas passiert ist. Zunächst waren sie angespannt und aufgeregt, aber nach dem Gespräch erleichtert. Und dann sitzt du da und hast 10 glückliche Kinder um dich herum, und das dreimal hinter einander. Das ist so ein Moment der Leichtigkeit, rundum schön – ein Glücksmoment eben. Und das Beste ist: zwei solcher Treffen kommen noch.

6)    Ergänze folgenden Satz: Katechese ist für mich…

… immer anders
… kreativ
… Beziehungssuche zwischen Gott und den Menschen
... eine Entdeckungsreise des Glaubens


Auf eine Tasse Kaffee mit
Hans-Werner Schottmüller

Hans-Werner Schottmüller
Gemeindereferent, Wörth, Hl. Christophorus

1)    Wie hast du bisher Glauben gelernt? (Durch wen? Mit wem?)

Ich lerne Glauben immer noch, das geht immer weiter. Angefangen hat es aber in meiner Herkunftsfamilie durch regelmäßige Gottesdienstbesuche. Mit ca. 10 Jahren kam dann eine schwierige Phase: Ich habe mich nicht mehr richtig wohl gefühlt. Ich fand den Weg zur Schönstatt-Jugend: da war immer etwas los, das hat mich sehr angesprochen und das religiöse Programm hat mir geholfen, mich zu entwickeln und persönlich mit Gott in Kontakt zu kommen. Das ist ein Prozess, der bis heute weiter geht. Das Studium in Mainz schuf dann eine breitere Grundlage. Dort habe ich viele Menschen kennen gelernt, die sehr engagiert waren, auch „ohne Vorwissen“ – das hat mich sehr beeindruckt, ebenso die Dozenten, die eine gute Ergänzung zu meinen bisherigen Erfahrungen waren und es war dann an mir, beides zu verbinden. Wichtig war für mich auch Weihbischof Gutting: er war in religiösen Dingen sehr erfahren und so erfrischend normal. Bei der Katechese geht es für mich auch um die Haltung: Was kann ich jetzt von den Beteiligten lernen?

2)    In welchen Bereichen von Katechese bist du gerade tätig?

Ich bin verantwortlich für Erstkommunion- und Firmvorbereitung. Ich biete Bibelgespräche mit dem KigoTeam, den Messdienern und Ehrenamtlichen 1x im Monat, während Corona auch online. Jetzt steht ein personeller Umbruch in der Pfarrei an, da wird sich wohl einiges verändern.

3) Was fordert dich heraus?

Wie kommen wir Beteiligte in Kontakt und Beziehung zueinander? Ich versuche aufmerksam wahrzunehmen, wer vor/ mit mir ist. Es gilt nicht nur ein Programm abzuspulen, sondern Begegnung ermöglichen – von Herz zu Herz. Wie kann ich Menschen, die fern sind von Kirche, wenigstens ein bisschen etwas erschließen von der Botschaft Jesu und dass es etwas mit ihnen zu tun hat? Eine praktische Herausforderung: Konzepte müssen immer wieder verändert und angepasst werden.

4)    Wann ist eine Katechese für dich gelungen?

Wenn Kinder sich wohlfühlen und glänzende Augen haben und ich merke: Sie sind dabei, es rührt sie an. Manche Lerninhalte werden sie später nicht mehr wissen, aber die Erinnerung an das Gefühl, das sie hatten, die bleibt. Gelungen ist Katechese auch, wenn ich einen Raum eröffnen kann, in dem z.B. Familien aufatmen können, wir als Gemeinde vermitteln: Ihr seid willkommen. Wenn sie spüren: hier ist Wohlsein (wie die Jünger bei Jesus)

5)    Wann und was  war dein letzter Glücksmoment?

Wenn Kinder und Jugendliche gerne kommen und sie mit unseren Inhalten etwas anfangen können. Schön ist es, wenn das Eis gebrochen ist und Nähe entsteht.

6)    Ergänze folgenden Satz: Katechese ist für mich…

… Begegnung
... Kommunikation
... wenn Gott wirkt
… wenn geschieht: Ich glaube dir, was du sagst und probiere das jetzt selbst aus


Auf eine Tasse Kaffee mit
Tobias Heil

Tobias Heil
Kooperator, Bad Bergzabern, Hl Edith Stein

1)    Wie hast du bisher Glauben gelernt? (Durch wen? Mit wem?)

Das kam von zu Hause aus, vor allem meine Mutter, sie war mein erstes Vorbild. Von ihr habe ich beten gelernt. Auch meine Großmutter war wichtig. So lernte ich langsam aber wie selbstverständlich glauben. Auch Begegnungen mit Pfarrern, Religionslehrern und bei den Messdienern waren prägend. Ich habe mich immer mehr interessiert. Für mich sind auch Heilige gute Wegbereiter, Vorbilder im Glauben, die helfen, noch mehr hineinzuwachsen und Glauben im Leben Raum zu geben. Es ist ein „learning by doing“ – nichts theoretisches. Glauben lernen ist ein Weg, den ich selbst gehen muss.

2)    In welchen Bereichen von Katechese bist du gerade tätig?

In fast allen Bereichen. Coronabedingt findet gerade keine Taufelternkatechese statt, so dass ich die Vorbereitungsgespräche selbst führe.  Ich bin für die Firmkatechese zuständig und bei der Erstkommunionvorbereitung mit dabei. Ebenso begleite ich Erwachsene, die sich taufen oder firmen lassen möchten, oder konvertieren. Außerdem möchte ich mit der Erwachsenenkatechese beginnen.

3) Was fordert dich heraus?

Die größte Herausforderung ist die Frage an mich selbst: Was will ich? Was möchte ich vermitteln? Wo sollen die Menschen weiterkommen? Das soll realistisch, aber trotzdem anspruchsvoll sein, hier gilt es das richtige Maß zu finden und Ziele nicht zu hoch zu stecken. Manches Grundlegendes bringen Menschen heute nicht mehr mit, das im Blick zu haben und zu schauen, was bringen sie mit, ist auch herausfordernd. Ebenso die Heterogenität von Gruppen, gerade bei Erwachsenen. Hier alle ansprechen zu können, ist nicht einfach

4)    Wann ist eine Katechese für dich gelungen?

Wenn AHA Momente da sind.
Wenn innerliche Türen geöffnet werden und offen bleiben.
Wenn Menschen einen Gewinn für ihr Leben erfahren und sie ihr Leben anders deuten, dadurch tiefere Einsichten gelingen und Glauben fruchtbar wird.
Letztlich kann man es aber nur nach der konkreten Situation spezifizieren.

5)    Wann und was  war dein letzter Glücksmoment?

Die Erstkommunion Katechese, die wir hatten. Zu erleben, was doch unter diesen Bedingungen (Corona)  doch möglich war und Beziehung zu den Kindern gelang, sie sich öffnen konnten und viel gutes mitgenommen haben.

6)    Ergänze folgenden Satz: Katechese ist für mich…

… eines meiner liebsten Betätigungsfelder.


Auf eine Tasse Kaffee mit
Sabine Fehrenbach

Sabine Fehrenbach
Gemeindereferentin, Hettenleidelheim, Hl. Lukas

1)    Wie hast du bisher Glauben gelernt? (Durch wen? Mit wem?)

Ich lerne immer noch. Hineingewachsen bin ich durch meine Mama, durch mein Elternhaus. Wir haben vor dem Essen und abends gebetet. Wenn ich als Kind aus dem Haus bin, hat sie mir mit Weihwasser ein Kreuzzeichen auf die Stirn gemacht. Das habe ich auch beim Älter werden noch sehr lange eingefordert, weil es mir so wichtig war. Ich war Messdienerin, und ehrenamtlich in der Firmkatechese tätig, sowie aktiv in der Schönstatt Bewegung. Gottesdienst feiern hat mir immer viel gegeben. Aus Glaubenszeugnissen von anderen Menschen konnte ich immer viel mitnehmen, das hat geholfen, meinen eigenen Glauben lebendig zu halten.

2)    In welchen Bereichen von Katechese bist du gerade tätig?

In der Erstkommunionvorbereitung als Schwerpunkt. Außerdem in der Kita mit dem Team und den Kindern. Die Firmkatechese unterstütze ich. Auch in anderen Bereichen gibt es Berührungspunkte zu Katechese: Schulgottesdienste, Trauerseelsorge, Hausbesuche, Gespräche bei der KfD.

3) Was fordert dich heraus?

So manches… Unter anderem die Menschen – im Sinne von: wie kann ich sie erreichen und so sprechen, dass es zu ihrem Leben passt? Mir ist es wichtig, da die richtigen Worte zu finden. Eine Herausforderung ist es auch, dass viele einfach nichts mehr „wollen“ bzw. nur eine gewisse Leistung fordern und dabei hohe Erwartungen haben, ohne Bereitschaft sich selbst mit einzubringen. Im Petrusbrief heißt es sinngemäß: „Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der euch nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt“. Aber wer fragt eigentlich noch? Biedern wir uns an mit unseren Angeboten? Was wollen und brauchen die Menschen? Fragen, die mich sehr beschäftigen.

4)    Wann ist eine Katechese für dich gelungen?

Schwierig zu messen finde ich. Oft bekommt man es vielleicht gar nicht (mehr) mit, welche Saat wie aufgeht. Aber ich würde sagen, wenn die entsprechenden Rückmeldungen kommen, dass es schön war, Spaß gemacht hat. Wenn Ich spüre, da ist etwas hängen geblieben, jemand ist ins Nachdenken gekommen und kann selbstverantwortet eine Entscheidung treffen. Wenn Menschen entdecken, dass Glaube etwas mit ihrem Leben zu tun hat, wenn er im Alltag wichtig wird.

5)    Wann und was  war dein letzter Glücksmoment?

Bei der letzten Erstkommunionvorbereitung konnten drei Tage hintereinander in Präsenz stattfinden. Am Tag danach – als also kein Treffen mehr war – stand eine Mutter mit einem Kommunionkind bei mir im Büro und bat mich, ihrem Kind zu sagen, dass heute wirklich kein Treffen mehr sei. Das Kind wollte sich nicht damit abfinden, weil die Treffen so schön und spannend gewesen waren. Das hat mich gefreut.Insgesamt waren auch unsere sechs Erstkommunionfeiern wirkliche Glücksmomente.

6)    Ergänze folgenden Satz: Katechese ist für mich…

… Wegbegleitung.
… gemeinsam nach Antworten suchen.
… Vermittlung zwischen Gott und Mensch (manchmal auch zwischen Mensch und Kirche).
… den Glauben näher bringen (das finde ich so wichtig).
… Gemeinschaft und Beziehung.
… sehr persönlich aber nie privat.


Auf eine Tasse Kaffee mit
Clemens Kiefer

Clemens Kiefer
Gemeindereferent, Maikammer, Maria, Mutter der Kirche

1)    Wie hast du bisher Glauben gelernt? (Durch wen? Mit wem?)

Als Kind ganz traditionell in der Familie, es wurde gebetet, meine Mutter hat uns gesegnet. Wir haben die Feste begangen und der Sonntag war Ruhetag. Mit meinem Vater bin ich regelmäßig in die Kirche. Er hat mir z.b die Heiligen erklärt und er war für  mich der beste Lehrer. Als Kind fand ich es ganz besonders von der Empore herunter in die Kirche zu schauen. Im Kindergarten und der Schule waren Ordensschwestern, auch die haben mich geprägt und der Kirche für mich ein Gesicht gegeben. Wir waren selbst organisiert in der KJG, es gab Ferienlager und Jugendkreuzwege. Ich erlebte die Gemeinschaft. Für mich eine Grundvoraussetzung. Später habe ich Krankenpfleger gelernt. Ich habe erlebt, wie Kirche begleitet. Auch heute lerne ich immer weiter: durch Begegnungen mit Jung und Alt, durch die Lebensgeschichten und die Vielfalt. Es ist schön, wenn ich die Botschaft von Jesus ins Gespräch bringen kann.

2)    In welchen Bereichen von Katechese bist du gerade tätig?

In meiner ganzen Arbeit gibt es immer wieder katechetische Momente: bei Begegnungen, in Gesprächen, bei Trauergesprächen, im Lehrerzimmer… Zuständig bin ich für die Erstkommunionvorbereitung, ich unterrichte Religion und bin punktuell bei der Taufelternkatechese.

3) Was fordert dich heraus?

Die Größe der Pfarrei verbunden mit den unterschiedlichen Traditionen. Da etwas gemeinsam auf den Weg zu bringen, einen guten Rahmen zu schaffen. So oft fehlt einfach der persönliche Bezug und es ist so ein Gefühl des „Einfliegens“ und „die Katechese machen“. Es bleibt an der Oberfläche. Es wird leider überhaupt immer schwieriger ins Gespräch zu kommen mit den Menschen. Die Worte fehlen oft und unsere Sprache wird nicht mehr verstanden.

4)    Wann ist eine Katechese für dich gelungen?

Wenn ein gutes Gespräch auf Augenhöhe über Gott und die Welt stattfindet. Wenn mehr entstanden ist, als man planen konnte und sich jemand mir geöffnet hat, begeistert wird im Blick auf Jesus. Dadurch entstehen positive Erfahrungen mit Kirche.

5)    Wann und was  war dein letzter Glücksmoment?

Mit den Kommunionkindern gehe ich auf den Kirchturm. Ich verknüpfe die verschiedenen Stationen mit Erfahrungen und komme mit den Kindern ins Gespräch: z.B beim Blick über die Pfarrei: was sind eure Erfahrungen? Oder wenn wir die Glocke in Schwung setzen: wir brauchen uns gegenseitig um etwas zu bewegen. Diese Treffen sind immer sehr schön. Und ich genieße sehr den Blick auf meinen Gartenteich – ein persönlicher Glücksmoment.

6)    Ergänze folgenden Satz: Katechese ist für mich…

… Begegnung
… Horizonterweiterung
… ein großer Schatz
… aus mir heraus zu gehen
… eine lebenslange schöne Aufgabe, die gute Nachricht Jesu ins Gespräch zu bringen

 


Auf eine Tasse Kaffee mit
Sonja Schmith

Sonja Schmith
Katechetin, Schifferstadt, Hl. Edith Stein

1)    Wie hast du bisher Glauben gelernt? (Durch wen? Mit wem?)

Durch beeindruckende Vorbilder: Meine Eltern waren gläubig und engagiert, meine Großeltern waren große Beter und meine Oma hat immer so wunderbar Geschichten erzählt. Ich hatte zwei Großtanten, die Paulus Schwestern waren, die ich dann im Kloster besucht hatte. Ich bin im Glauben groß geworden. Und doch habe ich erst als Jugendliche verstanden, dass es um eine persönliche Beziehung zu Gott geht, dass es etwas mit mir selbst zu tun hat.  Zusammen mit Schulfreunden war ich bei einer Freikirche. Wie dort gebetet wurde, hat mich sehr beindruckt: als würden sie Gott persönlich kennen. Die Gemeinschaft hat mich getragen und Glaube wurde im Alltag erlebbar. Letztlich kann man Glaube nicht machen, oder sich einfach dafür entscheiden. Es braucht das Staunen und Ergriffen sein von Gott.  Ich erinnere mich auch noch an meinen alten Pfarrer, der mich viel teilhaben ließ. Ich habe sogar Theologie bis zum Vordiplom studiert, dann aber aufgehört, um Erzieherin zu werden.

2)    In welchen Bereichen von Katechese bist du gerade tätig?

Zum 10. Mal jetzt in der Erstkommunionkatechese. In den Jahren habe ich viel erlebt und kennen gelernt: Kindertreffen, Wochenendkurs, Familienkatechese und dieses Jahr zum ersten Mal Online Treffen mit den Kindern. Außerdem engagiere ich mich im Katechese Ausschuss und in der Firmvorbereitung.

3) Was fordert dich heraus?

Katechese so zu gestalten, dass Menschen erkennen, das ist nichts, was man abarbeitet, sondern dass es um eine Beziehung zu Gott geht, der uns im Sakrament begegnet. Es gilt Erfahrungsräume zu öffnen und neue Wege zu gehen, damit andere Zugänge gelingen können. Wir erleben ja ganz oft, dass der Empfang des Sakraments oft sozusagen das Ende ist, dass Menschen keine Veränderung bei sich spüren können. Davon sich nicht entmutigen zu lassen, dran zu bleiben – ist eine Herausforderung. Das Projekt in unserer Pfarrei (Abschied von der Jahrgangskatechese) macht mir da viel Hoffnung.

4)    Wann ist eine Katechese für dich gelungen?

Wenn ich auch selbst staunen darf, staunen wie Gott wirkt. Wenn sich im Leben etwas verändert, wenn durch eine Begleitung auch in mir selbst etwas Neues entsteht.
Wenn Menschen im Glauben wachsen, und damit ist man ja nie fertig. Es geht darum, immer mehr zu entdecken und tiefer zu verstehen.

5)    Wann und was  war dein letzter Glücksmoment?

Beim Alpha Online Kurs nahmen auch Firmbewerber*innen teil. Bei der Gebetszeit am Heilig Geist Tag erlebte ich, wie ergriffen ein Jugendlicher war, wie dicht und intensiv das Gebet für ihn war. Das zu sehen, hatte einen richtigen WOW Effekt und hat mich sehr fasziniert. Ein weiterer Online Glücksmoment war bei der Erstkommunion Vorbereitung: Ich hatte Psalm 139 in einer kindgerechten Version vorgelesen und habe die Kinder dann gefragt, was sie jetzt dazu denken, wie es ihnen damit geht. Da antwortete ein Mädchen: Das fühlt sich an wie eine warme Dusche.

6)    Ergänze folgenden Satz: Katechese ist für mich…

…missionarisch
…lebensverändernd
…ein Auftrag .. auch für mich persönlich
…weitersagen, was ich selbst erfahren habe
… beziehungsstiftend  zu Gott und untereinander
…ein Prozess, der lebenslang geht und nicht abgeschlossen wird

 


Auf eine Tasse Kaffee mit
Isabelle Blumberg

Isabelle Blumberg
Pastoralreferentin, Blieskastel, Hl. Familie

1)    Wie hast du bisher Glauben gelernt? (Durch wen? Mit wem?)

Meine Eltern sind sehr religiös, Glaube war ein wichtiger Teil des Familienlebens und ich war in kirchlichen Gruppen: bei den Messdienern, den Pfadfindern, im Kinderchor, Familienkreis Bibel und Wandern. Dadurch wurde Glaube für mich zu einem tragenden Pfeiler und das Fundament wurde in meiner Heimatgemeinde grundgelegt. Eine prägende Zeit war für mich auch das Studium in Vallendar. Die Spiritualität des Ortes, eine gute, fast familiäre Gemeinschaft unter den Studierende und Dozierenden, das gemeinsame Lernen, der Austausch, das gemeinsame Feiern und Leben rund um die Hochschule, vertiefte meinen Glauben. Glauben lernen – das hört ja nicht auf. Wenn ich mit Menschen im Gespräch bin, beim Bibelteile oder im Gottesdienst – das alles erlebe ich als Lernort, als Entwicklung. Auch Lesen hilft, weiter zu lernen – leider komme ich viel weniger dazu, als ich mir das wünsche.

2)    In welchen Bereichen von Katechese bist du gerade tätig?

Erstkommunionvorbereitung, katechetische Begleitung unserer Kitas – das war alles nur sehr eingeschränkt möglich in letzter Zeit- so habe ich auch Online Angebote gemacht. Ich hoffe, dass bald wieder mehr stattfinden kann: Kindergottesdienste, Kinderbibeltage, Bibliolog, die Begleitung der Kfd Gruppen, …

3) Was fordert dich heraus?

Die wachsende Distanz zwischen jungen Familien und Kirche: im alltäglichen Leben der meisten Familien spielen wir keine Rolle mehr– so erlebe ich das. Hinzukommen Terminfragen, zeitlicher Druck. Wir als Kirche haben große Konkurrenz in unseren Veranstaltungen. Für mich ist es wichtig, Gemeinde vor Ort attraktiv für Familien zu gestalten, als einen Ort, an dem sie jeder wohl und sich willkommen fühlen kann. Eine Herausforderung ist für mich auch, das Gefühl zu haben, sich immer wieder für Kirche in Anbetracht der Krisen und Skandale rechtfertigen zu müssen. Die Anfrage wie ich für eine solche Institution arbeiten kann, steht schon mal im Raum.

4)    Wann ist eine Katechese für dich gelungen?

Wenn Kinder begeistert sind, Spaß haben, selbst von ihren Erfahrungen erzählen, eigene Ideen entwickeln und Fragen wachrufen. Ich bin da sehr gerne mittendrin, in diesem erzähle lassen und zuhören. Ich liebe es Kindern von Gott zu erzählen und biblische Geschichten möglichst ganzheitlich zu vermitteln. Letztlich weiß man  nie was ankommt und wann Katechese gelungen ist. Manchmal ist es nur ein Satz, ein Lied oder auch nur eine Geste, was in Menschen etwas zum Klingen bringt. Und manchmal kann es sein, dass eine gut vorbereitete Katechese am Interesse der Kinder / Menschen vorbeigeht. Ich finde da schwer Indikatoren für eine gelungene Katechese zu finden.

5)    Wann und was  war dein letzter Glücksmoment?

Wenn ich beim Präsenztreffen bei der Erstkommunionvorbereitung sagen kann: Schön, dass wir uns hier treffen können.

6)    Ergänze folgenden Satz: Katechese ist für mich…

… mit Menschen über Gott ins Gespräch zu kommen
… ein gemeinsames Entdecken
… ein Miteinander
… im Miteinander ist Gotteserfahrung möglich
… ein wechselseitiges Geschehen: ich – du - Gott

 

 

 


Auf eine Tasse Kaffee mit
Susanne Bohlander

Susanne Bohlander
Katechetin, Rockenhausen, Hl. Franz von Assisi

1)    Wie hast du bisher Glauben gelernt? (Durch wen? Mit wem?)

Durch meine Familie, vor allem durch meine Oma, die sehr gläubig und kirchlich engagiert war. Sie war bei der Styler Mission tätig. Glaube und Kirche gehörten einfach dazu. Als Familie besuchten wir den Gottesdienst, das war für mich sehr stimmig. Oder meine Großtante nahm mich mit nach Mehlingen. Da es in meinem Heimatort keine katholische Kirche gibt, hat sich der Anschluss für mich nicht ergeben. Ich war also bei der Evangelischen Jugend: Auf Freizeiten und in Gruppenstunden. Das hat viel Spaß gemacht. Ich besuchte das St. Franziskus Gymnasium, das hat mir gut gefallen: Die Besinnungstage, die Schulgottesdienste, das gemeinsame Gebet. Jetzt unterrichte ich neben Musik auch Religion und lerne hier immer dazu. Der Religionsunterricht ist für mich eine Bereicherung. Ich würde sagen, ich habe Glaube/ Gott nicht bewusst gesucht, sondern er war einfach Bestandteil meines Lebens, begleitend da und das fühlt sich gut an.

2)    In welchen Bereichen von Katechese bist du gerade tätig?

In der Firmkatechese und im Religionsunterricht

3) Was fordert dich heraus?

Wie kann ich das, was mir wichtig ist, transportieren und in Worte fassen?
Wie kann ich Gefühle beschreiben, die sich irgendwie nicht erklären lassen.
Ich möchte den Funken überspringen lassen ohne anderen etwas überzustülpen. Der Inhalt soll ankommen und berühren, so dass es eine Relevanz für den anderen bekommt, dass es weiterbringt. Das ist herausfordernd

4)    Wann ist eine Katechese für dich gelungen?

Wenn die Herausforderung gelungen ist. Wenn ich das Gefühl habe, es ist angekommen. Es sind auch Momentaufnahmen, z.b wenn gute Gespräche entstehen, oder wir ins Nachdenken kommen. Man kann das schlecht messen. Damit so etwas geschehen kann, braucht es Zeit. Ich kann etwas säen/pflanzen, das sich jetzt entwickeln darf und wachsen kann.

5)    Wann und was  war dein letzter Glücksmoment?

Das Gespräch mit einem Jugendlichen nach der viertägigen Firmvorbereitung. Da hatte er nur wenig gesprochen und ich konnte ihn kaum einschätzen. Bei unserem  Gespräch kam er dann richtig ins erzählen, hat viel Persönliches mit mir geteilt und seine positive Rückmeldung zur Vorbereitung kam so richtig von innen. Sein Wohlfühlmoment wurde mein Glücksmoment. Überhaupt die Rückmeldungen der Jugendlichen auf die Vorbereitung waren Glücksmomente.

6)    Ergänze folgenden Satz: Katechese ist für mich…

…auch für mich selbst immer wieder eine Bereicherung
… lebensnah

 

 


Auf eine Tasse Kaffee mit
Pater Dr. Christogonus Keke

Pater Dr. Christogonus Keke
Kaplan, Frankenthal, Hl. Dreifaltigkeit

1)    Wie hast du bisher Glauben gelernt? (Durch wen? Mit wem?)

Meine Glaubensreise begann in der Familieund in der christlichen Gemeinde (in Nigeria), in der ich geboren und aufgewachsen bin. Aber ganz konkret, habe ich vor allem durch meine Mutter, deren Glauben mich sehr beeindruckt hat Glauben gelernt. Sie hat mich auch bis zu ihrem Tod begleitet. Mit fast 12 Jahre kam ich ins Knabenseminar, und dort ging der Glaubensweg weiter. Später studierte ich. Das alles, und meine eigenen Erfahrungen sowie meine Begegnungen mit Menschen lassen meinen Glauben wachsen. Das geschieht noch bis heute.

2)    In welchen Bereichen von Katechese bist du gerade tätig?

Ich bin fast  überall aktiv. Sehr intensiv aber in der Taufelternkatechese, Firmvorbereitung und bei der Vorbereitung von Schulgottesdiensten.Vorher war ich im Bereich - Erstkommunionkatechese tätig.

3) Was fordert dich heraus?

Als ausländischer Priester besteht immer die Herausforderung, zwei verschiedene Kulturen und Weltanschauungen in Einklang zu bringen. Nur so kann ich die Herzen der Menschen erreichen.
Momentan ist natürlich die jetzige Situation eine Herausforderung: 
Wie kann ich Menschen erreichen, die keinen Bezug mehr zu Glaube haben, und sie für Gott gewinnen?
Die vielen Kirchenaustritte machen  mir auch Sorge und die Frage: was geschieht nach diesem langen Corona Lockdown? Wie geht es weiter?

4)    Wann ist eine Katechese für dich gelungen?

Wenn ich merke, dass die Menschen vom Glauben begeistert sind oder sie etwas Konkretes mitnehmen können. Wenn Gespräche Früchte tragen, usw.
Letztlich weiß man es aber nie genau.

5)    Wann und was  war dein letzter Glücksmoment?

Das war vor ein paar Monaten: wir fanden eine neue aber erfahrene Katechetin für unser TEK Team. Eine solche Verstärkung zu finden, war für mich und das ganze Team eine große Freude. Es ist immer schön, Begeisterung zu erleben.

6)    Ergänze folgenden Satz: Katechese ist für mich…

... so Vieles z.b.,
… Auseinandersetzung mit dem Glauben.
… Glauben leben und weitergeben.
… der Versuch, Gott zu verstehen und zu lieben und ihn geliebt zu machen.
.... andere Menschen näher zu Gott zu bringen.

 

 


Auf eine Tasse Kaffee mit
P. Hieronim Jopek OFMConv

P. Hieronim Jopek OFMConv
Pfarrer, Blieskastel, Hl. Franz von Assisi

1)    Wie hast du bisher Glauben gelernt? (Durch wen? Mit wem?)

Ich bin in Polen aufgewachsen. Als Jugendlicher hatte ich in Religion den Kaplan als Lehrer, der war richtig gut. Er unterrichtete Themen, die interessant waren und war locker. Er nahm mich auch mit in eine Jugendgruppe. Die war mir zunächst fremd und was sie taten, z.b. regelmäßig beten, kam mir seltsam vor. Aber der Kaplan ermutigte mich, dabei zu bleiben und mich ganz langsam darauf einzulassen. Er hat uns begleitet und einfach gute Arbeit gemacht. Außerdem erinnere ich mich noch sehr gut an meine Firmung, das ist jetzt 30 Jahre her. Dieses Ereignis hat innerlich etwas mit mir gemacht, das war sehr besonders. Durch diese Zeit passierte es, dass ich in mir den Ruf hörte, Franziskaner zu werden. Auch das war mir zunächst eigentlich fremd, ist mir aber zur Heimat geworden. Gott hat mich geführt und es zu meinem werden lassen. Gott wirkt und so ist der Orden meine Heimat und ich bin immer noch begeistert von Kirche und Glauben.

2)    In welchen Bereichen von Katechese bist du gerade tätig?

Ich kümmere mich vor allem um die Erwachsenen, bei Wiedereintritt und Taufe. Es ist schön, Menschen hier begleiten zu können. Auch die Trauerbegleitung – vor allem nach der Beerdigung, wenn ich dann Besuche mache – erlebe ich als Katechese und ist mir wichtig.

3) Was fordert dich heraus?

Die größte Herausforderung ist für mich, wenn Menschen nicht mehr suchen, nicht mehr in die Tiefe gehen wollen. Ich möchte Menschen helfen, dass sie wieder auf die Suche gehen- nach dem „mehr“, nach dem, was auch ich erlebt habe, was mich neugierig gemacht hat. Ich möchte Menschen einladen, wieder Fragen zu stellen, wie z.B: Glauben Sie das eigentlich, was Sie da erzählen? Das ist doch ein guter Gesprächseinstieg.

4)    Wann ist eine Katechese für dich gelungen?

Wenn Menschen wieder begeistert werden vom Glauben. Wenn man sich in Gesprächen öffnet und sich dadurch nah kommt. Erstgespräche sind oft entscheidend. Wenn Menschen Gemeinschaft erleben und durch die Katechese z.b in der Taufvorbereitung belebt werden, und ich das Gefühl haben kann, ich bin dabei, wir sind gemeinsam unterwegs.

5)    Wann und was  war dein letzter Glücksmoment?

Ein älterer Herr, schon lange aus der Kirche ausgetreten, hat unsere Youtube Videos gesehen, und daraufhin, das Gespräch mit mir gesucht. Er bat darum, auch ein paar Tage bei uns im Kloster mit leben zu dürfen. Er ist dann wieder in die Kirche eingetreten. Das macht schon glücklich. Und das andere: Ein junger Mann besuchte regelmäßig den Gottesdienst. Ich sprach ihn an, weil ich ihn nicht kannte. Da sagte er, dass er sich taufen lassen wolle. Ich habe ihn begleitet. In der Osternacht wurde er getauft. Das war ein großes Glück für mich: Da hat sich einer finden lassen von Gott und ist begeistert, will mehr.

Wir treffen uns immer noch. Die Gespräche bereichern auch mich selbst.

6)    Ergänze folgenden Satz: Katechese ist für mich…

… ein Zeugnis, für das, was ich erlebe und anderen mitgeben will.
… etwas, das andere selbst zu Zeugen werden lässt.
… Erfahrungen im Glauben weiterzugeben: meine Liebe zu Gott und Gottes     Liebe zu mir.

 

 


Auf eine Tasse Kaffee mit
Nina Bender

Nina Bender
Pastoralreferentin, Zweibrücken, Hl. Elisabeth

1)    Wie hast du bisher Glauben gelernt? (Durch wen? Mit wem?)

Der Grundstein für meinen Glauben wurde in meinem Elternhaus gelegt. Ganz entscheidend war, dass ich nach der Erstkommunion Messdienerin wurde. Durch verschiedene Menschen und Gespräche konnte ich meinen Glauben intensivieren: Heimatpfarrer, Pastorale Mitarbeiterinnen, die Ordensschwester in der Sakristei, .... Durch die Teilnahme an Weltjugendtagen, an Messdienerwallfahrten und Fahrten nach Taize habe ich meinen Glauben vertieft. Auch im Studium habe ich mich viel mit meinem Glauben auseinandergesetzt. Im Oktober 2019 habe ich nochmal ganz neue Glaubenserfahrungen in Togo gemacht. Prägend war dort v.a. die Freude am Glauben. 

2)    In welchen Bereichen von Katechese bist du gerade tätig?

Die Erstkommunion- und Firmvorbereitung sind meine Schwerpunkte. Katechese findet für mich auch in der Schule, bei den Messdienern, bei Beerdigungen, und bei vielen punktuelle Begegnungen statt. Katechese erlebe ich außerdem nicht nur im beruflichen Kontext, sondern auch dort, wo ich als die, die bei der Kirche arbeitet, da bin und Gespräche über den Glauben entstehen.

3) Was fordert dich heraus?

Wie kann ich eine passende Sprache finden? Wie kann ich etwas, das für mich selbstverständlich ist, in Worte fassen, dass andere es verstehen. Wie kann Katechese und dadurch die Auseiandersetzung mit dem eigenen Glauben zur Lebensbegleitung werden und nicht nur punktuell stattfinden?

4)    Wann ist eine Katechese für dich gelungen?

Wenn Menschen Freude für den Glauben spüren, Begeisterung erleben und ihr Glauben ihnen Freude schenkt. Wenn ich spüre, es kommt etwas an. Dafür braucht es keine Worte, oft genügt der Gesichtsausdruck. Wenn durch die Katechese, z.B. während der Erstkommunionvorbereitung, die Inhalte der Treffen zum Thema in der Familie werden und der Glaube alltagsrelevant wird.

5)    Wann und was  war dein letzter Glücksmoment?

Bei unserer Erstkommunionfeier: Als die Kinder für den Kommunionempfang  die Maske abgenommen haben: dieses Strahlen in den Gesichtern. Ich merkte, die Kinder spüren, was hier dran ist und erleben es als großes Geschenk. Dieses Gefühl kam im Dankgottesdienst zur Sprache: Anders als erwartet, antworteten viele Kinder aus tiefer Überzeugung, dass der Empfang der Kommunion für sie das Schönste an ihrem Erstkommuniontag war.

6)    Ergänze folgenden Satz: Katechese ist für mich…

… ein lebenslanger Glaubensprozess für mich persönlich und zugleich ein Prozess, bei dem ich viele Menschen begleiten darf (Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren)
…  ein Geschenk
… Freude

 


Auf eine Tasse Kaffee mit
Maximilian Brandt

Maximilian Brandt
Kaplan, Speyer, Pax Christi

1)    Wie hast du bisher Glauben gelernt? (Durch wen? Mit wem?)

Durch meine Familie, meine Oma, die mich immer in die Kirche mitgenommen hat. Durch Priesterpersönlichkeiten, denen ich begegnet bin: Mein geistlicher Begleiter ist mir sehr wichtig. Er zeigt mir, dass Glaube jung hält, er hat mir Glauben vorgelebt und ist voller Energie. Dass Glaube attraktiv ist, habe ich durch ihn gelernt. Ich bin dankbar, dass er mich seit 15 Jahren begleitet.

2)    In welchen Bereichen von Katechese bist du gerade tätig?

Ich bin übergreifend tätig. Bei Erstkommunion- und Firmvorbereitung bin ich dabei. Auch Beichte und Einzelgespräche oder die Arbeit mit den Messdienern erlebe ich als Katechese. Manches ergibt sich einfach. Alle Erstkommunionkinder und Firmlinge habe ich einzeln besucht, da ergaben sich Gespräche. Daraus entstand eine Gruppe, in der wir uns digital treffen wollen, um über „Gott und die Welt“ sprechen – hier kommt für die Jugendlichen zur Sprache, was sie brauchen und für sie dran ist.

3) Was fordert dich heraus?

Das technische… Wie kann ich Menschen erreichen? Wie kann ich Dinge online ansprechend gestalten? Wie kann ich die Schönheit und Freude des Glaubens virtuell weitergeben? Wie kann ich gut über Glaube sprechen? Hier bin ich für die Erfahrungen in Italien sehr dankbar: Hier war ich gezwungen, einfach zu sprechen, da ich die Sprache anfangs nicht so gut konnte. Diese Erfahrung hilft mir auch jetzt, wenn ich über Glauben spreche.

4)    Wann ist eine Katechese für dich gelungen?

Katechese ist ein Entwicklungsprozess. Ich erlebe, dass Menschen zur Glaubenspersönlichkeit wachsen. Wenn sie glücklich und erfüllt sind, strahlen, und einer immer mehr der ist, der er sein will, dann ist Katechese gelungen. Auch wenn auf mich selbst zurückstrahlt. Katechese im Miteinander und durch einander.

5)    Wann und was  war dein letzter Glücksmoment?

Das war ein AHA –Erlebnis durch die Firmlinge: in der Gruppe wurden wir immer mehr. Daraus entstanden dann auch sogenannte Emmaus Gespräche. Als ich mit einem Jugendlichen unterwegs war, entstand ein tiefes Gespräch. Das hat mich sehr berührt. Glücklich macht es mich immer, wenn etwas von uns als Kirche eingefordert wird, wenn man gemeinsam weitergeht und im Glauben wächst. Wenn ich das mit den jungen Menschen erlebe, habe ich keine Angst um die Zukunft der Kirche.

6)    Ergänze folgenden Satz: Katechese ist für mich…

… Beziehung
… Beziehung  von du und ich und Gott
… ein gemeinsames Entdecken der Spuren Gottes im Leben der Menschen
… ein Wachsen

 


Auf eine Tasse Kaffee mit
Jutta Zwehn-Gaul

Jutta Zwehn-Gaul
Gemeindereferentin, Feilbingert, Hl. Disibod

1)    Wie hast du bisher Glauben gelernt? (Durch wen? Mit wem?)

Kann man Glauben lernen? Ich würde sagen, ich bin hineingewachsen in meinem Umfeld: für meine Eltern war das selbstverständlich, zu beten, das Kirchenjahr zu begehen. Nach der Erstkommunion habe ich – wie das bei uns üblich war – zusammen mit anderen Mädchen die Andachten vorgebetet, bevor ich dann selbst Messdienerin sein konnte. Das war ich bis zum Studium. Wichtig waren für mich die Gespräche am Rande des Gottesdienstes: mit dem Pfarrer, der Sakristanin, ... Sie haben mir geholfen zu verstehen, und manches richtig einzuordnen. Das führte zu meiner Entscheidung, dabei bleiben zu wollen, auch wenn nicht alles immer so passt – in dieser Kirche.Ich habe erfahren, dass Glauben durchs Leben hilft, der sich in der Praxis bewährt.

2)    In welchen Bereichen von Katechese bist du gerade tätig?

Bei der Erstkommunionvorbereitung. Einen katechetischen Charakter haben für mich auch die Kirchen Rallyes und unsere Gottesdienste. Auch die Schule ist wichtig für den Kontakt. Viel rundum Katechese passiert am Rande: in Gesprächen, in Begegnungen geschieht Glaubensweitergabe.

3) Was fordert dich heraus?

Bei der Erstkommunionvorbereitung ist es immer wieder herausfordernd, bei Menschen, die der Kirche eher fern sind, anzuknüpfen und denen Dinge neu oder anders zu erschließen. Mich fordert es auch, zu spüren, dass Menschen nichts mehr von Kirche erwarten. Hier gilt es die richtigen Worte und das richtige Maß zu finden, damit man nichts überklappt. Das braucht Fingerspitzengefühl. Es bleibt eine Balance zwischen bewahren und neu/ kreativ auslegen. Letztlich, das muss uns klar sein, machen wir nur ein Angebot und müssen akzeptieren, wenn es nicht angenommen wird. Die Diaspora erlebe ich im Zusammenhang mit einer guten Öffentlichkeitsarbeit als Herausforderung. Wie gelingt es zu kommunizieren, was gut bei uns ist?
Dass wir ein offenes Ohr und ein offenes Herz haben? Weil z.B die Protestantische Kirche mehr in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Und ganz wichtig: Ich will glaubwürdig und authentisch sein.

4)    Wann ist eine Katechese für dich gelungen?

Wenn ich spüren kann, dass etwas ankommt. Wenn ich Fragen, die gestellt wurden, beantwortet habe, eine Hilfe zum Verstehen gegeben habe. Wenn Katechese beiträgt zum Akzeptieren und auch Tolerieren, was vorher fremd war. Wenn wir begleiten und im Gespräch bleiben.

5)    Wann und was  war dein letzter Glücksmoment?

Bei einer unserer Erstkommunionfeiern: der Gottesdienst im kleinen und persönlichen Rahmen. Das war eine Atmosphäre, die mich angerührt hat. Das war gemeinsames Erleben, da hat alles gestimmt.

6)    Ergänze folgenden Satz: Katechese ist für mich…

… etwas lebenslängliches
… reden, fragen, erklären, neu fragen
… die Bereitschaft, das eigene Wissen weiter zu geben
… voneinander zu lernen
… ein Angebot, das auch abgelehnt werden darf
… den Glauben im Alltag leben und feiern
… die Bereitschaft, selbst zu hören

 


Auf eine Tasse Kaffee mit
Peter Heinke

Peter Heinke
Kaplan, Edenkoben, Hl. Anna

1)    Wie hast du bisher Glauben gelernt? (Durch wen? Mit wem?)

Als Kind vor allem von meinen zwei Omas und einer Großtante, die mir sozusagen die Basics beigebracht haben, die mit mir gebetet, von Jesus und von Heiligen erzählt haben. So konnte eine Beziehung zu Gott und Jesus entstehen. Später dann durch Gespräche mit Freunden, ich war schon ganz gut vernetzt und hatte dadurch gute Diskussionen. Das ermöglichte die Auseinandersetzung mit dem Glauben. Auch das Hinterfragen in Schicksalsmomenten – z.B. bei Todesfällen in der Familie, hat mich weiter gebracht. Da ging der Glaube dann an die Existenz – im Nachhinein war das sehr gut für mich. Natürlich auch das spätere Studium. Außerdem habe ich schon immer gerne und viel gelesen – das ist für mich dann nicht bloß Theorie, sondern wirkliche Vertiefung meiner eigenen Fragen.

2)    In welchen Bereichen von Katechese bist du gerade tätig?

Ich bin erst seit September in der Pfarrei, vieles konnte noch nicht stattfinden.
Die Erwachsenenkatechese ist mein Bereich, da bereite ich mich gerade vor. Ein Alphakurs ist geplant oder auch andere Formen von Glaubenskursen. Außerdem habe ich eine katechetische Predigtreihe zu den Sakramenten initiiert. Wichtig sind mir die „Stehgreif- Katechesen“ mit den Messdiener*innen nach dem Gottesdienst in der Sakristei, die ungeplant aus Fragen entstehen.

3) Was fordert dich heraus?

Herausforderungen sind ja erstmal gut. Ich würde vier benennen: Die Distanz durch Corona, die auch das Ankommen in der Pfarrei erschwert. Menschen, die Fragen haben treffen nicht auf die, die mit ihnen Antworten suchen wollen, weil viele Menschen die Antworten oft nicht bei bzw. in der Kirche suchen: Es braucht Formate für Neugierige – wie motiviert man Menschen zu fragen? Eine weitere Herausforderung ist vor allem im Umgang mit Jugendlichen, deren Unverbindlichkeit, wie kann man miteinander dranbleiben, unterwegs sein? Und eine große Aufgabe ist die Sprache mit der wir sprechen. Oft wenn es kompliziert wird, wird es auch floskelhaft. Sich da selbst zu überprüfen, und die Aussage in einfache Worte zu fassen, bringt mich auch selbst weiter.

4)    Wann ist eine Katechese für dich gelungen?

Um es in Bildern zu beschreiben: Wenn in einem Menschen etwas aufbricht, wenn der Horizont sich weitet, sich etwas eröffnet und ein Durst nach „mehr“ entsteht. Wenn Menschen in die Beziehung mit Jesus hineinwachsen. Mein eigener „AHA“ – Moment im Gespräch mit einem anderen, ist ein Zeichen für gelungene dialogische Katechese.

5)    Wann und was  war dein letzter Glücksmoment?

Das Gespräch mit zwei Messdienern nach einem Gottesdienst – entstanden durch eine Frage, die uns dann immer weiter und tiefer geführt hat. Wir haben uns über den Glauben ausgetauscht, das war sehr offen und tief. Die beiden zu erleben und den Weg, den sie gehen, das ist einfach schön.

6)    Ergänze folgenden Satz: Katechese ist für mich…

… ganz vielschichtig
… eine Aufgabe für das ganze Leben
… oft total spannend
… ein Weg um in der Beziehung zu Jesus bzw Gott zu wachsen
…ein Meer, in das man eintauchen kann, ohne ans Ende kommen zu können
 
  (vgl. Legende vom Hl. Augustinus und dem Knaben am Meer)


Auf eine Tasse Kaffee mit
Jens Henning

Jens Henning
Pfarrer, Dudenhofen, Hl. Hildegard von Bingen

1)    Wie hast du bisher Glauben gelernt? (Durch wen? Mit wem?)

Im Elternhaus und durch meine Großmutter. In unserer Familie wurde der Glaube gelebt: es wurde gebetet, zur Kirche gegangen und die geprägten Zeiten des Kirchenjahres gefeiert. Hier wurde mein Grundvertrauen in Gott und ins Leben geprägt. Als ich älter war, habe ich neue Orte des Glaubens gesucht. Ich war ein Jahr in Südafrika in einem Kloster. Dort habe ich Glauben neu und anders kennengelernt: in der Caritas: Glauben wurde konkret gelebt, im selbstlosen Dienst an den Armen und Kranken. Ich erlebte Glauben als Hinwendung zu den Menschen. Hier erfuhr ich auch meine Berufung zum Priester. Bis heute ist Glauben für mich ein Weg, eine Weiterentwicklung – teilweise auch schmerzhaftes Loslassen des Kinderglaubens. Man ist nie fertig: das Leben lernt einen Glauben, andere Menschen, Gespräche, Begegnungen… das alles ist Teil der Glaubensbiografie.

2)    In welchen Bereichen von Katechese bist du gerade tätig?

Ich bin ja erst kurz in der Pfarrei, vieles muss sich noch finden. Katechetische Angebote für junge Erwachsene und Erwachsene sind mir wichtig. Glaubenskurse sind ein gutes Angebot. Auch die Begleitung unserer fünf Kitas und unserer Jugend. Eine sehr gute Erfahrung mache ich im Moment schon mit „Gott im Wohnzimmer“ – ein Youtube Format.

3) Was fordert dich heraus?

Eine neue Sprache zu finden. Die traditionelle Sprache, die Floskeln – das erreicht mich und auch die Menschen nicht mehr. Es ist wichtig, die Glaubensaussagen in unsere heutige Zeit zu übersetzen. Die „Verheutigung des Glaubens“ ist mir eine echte Herzensangelegenheit. „Von der Magie zur Mystik“… kann so eine Überschrift sein. Glaubenserfahrungen zu ermöglichen, das ist eine wichtige Aufgabe.

4)    Wann ist eine Katechese für dich gelungen?

Wenn Menschen sich auf die Suche machen nach Gott. Wenn ich einen Anfangsreiz setzen konnte, der dazu führt, dass Menschen Fragen stellen, neugierig werden, tiefer verstehen wollen und  können. Wenn sie anfanghaft in eine tiefere Gottesbeziehung hineinwachsen. Passend dazu ist mein Primizspruch: Gott, du mein Gott, dich suche ich, meine Seele dürstet nach dir. (Ps 63)

5)    Wann und was  war dein letzter Glücksmoment?

Wir hatten in der Pfarrei für dieses Jahr die Erstkommunionfeiern ausgesetzt. Mit einer Familie haben wir dennoch gefeiert, weil das Kind gerne mit seinem Vater, der sterbenskrank war, das erleben wollte. Wir haben bei ihnen zu Hause im Wohnzimmer gefeiert: Kommunion und Krankensalbung. Es entstand eine tolle Gemeinschaft, Freude und Trauer zugleich waren in diesem Raum.  Es war ein sehr friedlicher Glücksmoment. Ich spürte, das Glück des Kindes, der Familie in diesem kostbaren Moment. In der Gesamtheit: ein Glücksmoment des Glaubens.

6)    Ergänze folgenden Satz: Katechese ist für mich…

…nicht punktuell.
… ein lebenslanger Prozess.
… ein Beziehungsgeschehen zwischen Gott und den Menschen, den wir nicht machen können.
… Begleitung vom Kinder – zum Erwachsenenglauben.
… Begleitung in die Freiheit eines Christenmenschen.
… tiefer in die Gottesbeziehung hineinzuwachsen.


Auf eine Tasse Kaffee mit
Tina Becker

Tina Becker
Gemeindereferentin, Ramstein, Hl. Wendelinus

1)    Wie hast du bisher Glauben gelernt? (Durch wen? Mit wem?)

Durch meine Eltern und Großeltern. Es wurde z.b. vor jedem Mittagessen gebetet und ich erlebte Segensrituale: Meine Omi, die mir ein Kreuz auf die Stirn machte oder über das frische Brot.
Weil es zunächst nicht erlaubt war, wurde ich erst Messdienerin, als ich älter war. Die Gruppenstunden uvm fanden im „Piushaus“, ein Haus, das Eigentum der Kirche war, statt. Dort habe ich gefühlt mehr Zeit verbracht als zu Hause. Fahrten, Ausflüge, nächtelange Gespräche… das hat mich geprägt.
Im Studium schließlich war es möglich, Fragen zu stellen, die dann auch ganz anders beantwortet wurden, als ich das vorher kannte.

2)    In welchen Bereichen von Katechese bist du gerade tätig?

In der Kita, der Erstkommunionvorbereitung und Schulunterricht.
Katechese findet für mich immer dann statt, wenn ich mit Menschen über Glauben spreche, wenn ein Wachsen im Glauben stattfindet.

3) Was fordert dich heraus?

Corona. – nicht in Kontakt sein können.
Aber auch neue Ideen, neue Wege und das dabei „Scheitern“ fordern mich. Mich beschäftigen Fragen in Bezug auf unsere Kirche, die sich verändert: Wie geht man damit um? Was erhalten wir? Was lassen wir sterben? Was erneuern wir? Wo enttäuschen wir? Eine  große Herausforderung: wie gelingt es, andere zu motivieren, mit Kirche zu sein? Am Reich Gottes mitzuarbeiten? Wie erreiche ich die Menschen? Gerade auch die, die der Kirche fernstehen?

4)    Wann ist eine Katechese für dich gelungen?

Wenn andere neugierig geworden sind auf Gott. Wenn die Augen leuchten.
Wenn es eine kritische Auseinandersetzung gibt und eine gute Gesprächs- Beziehung entsteht.
Kritische Nachfragen zeigen mir, dass ich andere angesprochen habe, herausgefordert. Manchmal ist auch die Provokation ein Erfolg.
Schön ist es auch, wenn man über sein Tun angefragt und wahrgenommen wird: Warum tust du, was du tust genauso?

5)    Wann und was  war dein letzter Glücksmoment?

Mein letzter Glücksmoment was Katechese betrifft, war trotz Corona meine letzte Kommuniongruppe. Der Mit dem Kigo – Team haben wir die Fastenzeit gestaltet: bunte Steine (angelehnt an die Geschichte Pasquarellas Perlen) die verschiedenen Kirchen verteilt. Die Aktion ist super angekommen und es freut mich, dass sich die Ehrenamtlichen so engagiert haben, dass Vernetzung geschah und viele Altersgruppen beteiligt waren und Freude daran hatten.

6)    Ergänze folgenden Satz: Katechese ist für mich…

… Gott suchen und mich von ihm finden lassen
… in Beziehung sein,... miteinander Wege gehen
... leben, deuten, feiern (Gerade das feiern vergessen wir oft)


Auf eine Tasse Kaffee mit
Steffi Disque

Steffi Disque
Katechetin, Dahn, Hl. Petrus

1)    Wie hast du bisher Glauben gelernt? (Durch wen? Mit wem?)

Glauben habe ich kennengelernt durch das Miteinander von Menschen, in der Gemeinschaft, durch Gespräche über den Glauben; während Freizeiten mit Jugendlichen, Aufenthalte in Taizé, während Gruppenstunden; durch einfache überraschende Kinderaussagen; durch so manches Buch und in manchen Gottesdiensten und vor allem Gespräche mit Freunden. Und überall dort, wo ich Menschen traf, die von Jesus „infiziert“ sind.

2)    In welchen Bereichen von Katechese bist du gerade tätig?

In der Firmkatechese, in der Kita und Grundschule.
Beim Glaubenskurs Alpha und in der Taufelternkatechese.
Bis letzten Herbst in der Erstkommunionvorbereitung

3) Was fordert dich heraus?

Wie können wir Menschen erreichen? Es ist wichtig, dass wir Wege finden, die im Jetzt und im Hier verlaufen. Ebenso die Art und die Sprache, wie wir mit Menschen kommunizieren und mit ihnen umgehen.
Dann nie den Mut verlieren, nicht aufgeben bzw. nicht resignieren.
Es ist eine gemeinsame Herausforderung für uns alle, sich zu hinterfragen:
Was ist wichtig? Was darf / muss wegfallen?
Hier Entscheidungen zu treffen, den Überblick zu behalten, ja – da mach ich weiter bzw. das muss geändert werden oder komplett wegfallen.

4)    Wann ist eine Katechese für dich gelungen?

Wenn Fragen kommen, Spannung in der Luft liegt und die Augen leuchten.
Aussagen, von Kindern, die einen zunächst „umhauen“, wenn Glauben anfängt, lebendig zu werden. Wenn du merkst, da passiert etwas, wenn ein Knistern zu bemerken ist, da fängt etwas zu wachsen an und dein Gegenüber versteht oder zu beginnt zu verstehen, was gemeint ist.
Wenn mein Gegenüber und ich gemeinsam mitten in einer Geschichte lebendig werden. 

5)    Wann und was  war dein letzter Glücksmoment?

Mein letzter Glücksmoment was Katechese betrifft, war trotz Corona meine letzte Kommuniongruppe. Der Nachmittag, an dem wir die letzte Stunde hatten und die Kinder mir kurz vor der Erstkommunion erzählten, wie es ihnen geht, was sie in der Vorbereitung mitgenommen hatten. Dann der Abschied dieser Gruppe, Auch die Rückmeldungen der Eltern, wahrscheinlich geprägt durch viel Umstand, Ärger, Corona etc.; aber trotzdem die vielen positiven Meldungen. Die Zeit, die ich mit diesen Kindern verbrachte, war eine besondere Zeit. Dann eine Sprachnachricht nach diesem Nachmittag, ich habe mir gerade diese Nachricht in der vergangenen Woche öfter angehört, eine Nachricht von einer Mama und einem Kind dieser Gruppe. Eine Nachricht, die mehr als emotional von diesem Kind kam.
Ein Glücksmoment ist auch der Alphakurs: die Gespräche und was an einem Abend entsteht bzw. fortgesetzt wird.

6)    Ergänze folgenden Satz: Katechese ist für mich…

…eine Berufung, der ich leider hauptamtlich nicht nachgehen kann. Aber nichts in der Welt hält mich davon ab, dieser Berufung zu folgen.


Auf eine Tasse Kaffee mit
Stefan Angert

Stefan Angert
Katechet. Ludwigshafen, Hl. Katharina von Siena

1)    Wie hast du bisher Glauben gelernt? (Durch wen? Mit wem?)

In der Familie, als Messdiener, auch als Vertreter des Messners.
Ich erlebte immer starke Persönlichkeiten: Der Pfarrer, der sich für Geflüchtete einsetzte, der Pastoralreferent, der ein neues Berufsbild prägte, der Religionslehrer mit seinen Texten und Themen.
Nach meinem Abitur war ich ein Jahr in Peru als Laienmissionar. Das war sehr eindrücklich, vor allem der große persönliche Einsatz von Menschen für Menschen in einfachen Verhältnissen.
Geprägt hat mich auch die Reise mit dem Bistum nach Nicaragua: Ich traf auf im Glauben sprachfähige Menschen, die beeindruckende Glaubenszeugnisse abgaben.
Ich studiere Theologie im Fernkurs, man bleibt ein ständig Lernender.

2)    In welchen Bereichen von Katechese bist du gerade tätig?

Mein Hauptfeld ist die Firmkatechese. Ich bringe Menschen die Hauskommunion, das ist für mich eine Art Lebenskatechese, denn man erfährt so viel von den Menschen. Auch regelmäßiges Bibelteilen ist Katechese-
Zuletzt habe ich nun einen Erwachsenen zur Taufe begleitet, das hat mich herausgefordert und bereichert.

3) Was fordert dich heraus?

Bei Jugendlichen die richtige Sprache zu finden, wo können wir andocken? Wie finden wir neue Formen für unsere Botschaft? Wie gelingt es uns, ansprechend zu vermitteln?

4)    Wann ist eine Katechese für dich gelungen?

Wenn durch Katechese ein wirkliches Gespräch, ein Dialog entstehen kann – denn das ist für mich das A und O.

5)    Wann und was  war dein letzter Glücksmoment?

Die Taufe in der Osternacht eines erwachsenen Taufbewerbers, den ich begleitet habe und dann auch Pate war. Ihn beim Empfang der Sakramente zu begleiten und zu beobachten, dass er sich getragen fühlt, das war ein Glücksmoment.

6)    Ergänze folgenden Satz: Katechese ist für mich…

…mehr als Unterricht
... gemeinsames Entdecken einer Beziehung zwischen Mensch und Gott


Auf eine Tasse Kaffee mit
Gottfried Böhm

Gottfried Böhm
Diakon, Landau, Hl. Augustinus

1)    Wie hast du bisher Glauben gelernt? (Durch wen? Mit wem?)

Im Elternhaus, durch meine Großeltern, Gebete waren hier sehr präsent und innerhalb der Familie wurde der Glauben gelebt, Ich erinnere mich z. B. daran, wie meine Oma immer aus dem Schott vorgelesen hat. Das Messdiener Sein und der damalige Pfarrer waren prägend, ebenso eine Lebensübergabe mit Tauferneuerung auf einer Freizeit. All das hat mein katholisches Glaubensleben vertieft und wurde im Diakonatsweg fortgeführt. Hier hatte ich einen Kollegen, der mich bestärkt hat auf meinem Weg. Mein Beruf als Krankenpfleger, meine Familie – auch das waren und sind für mich Orte des Lernens. Für all das bin ich sehr dankbar.

2)    In welchen Bereichen von Katechese bist du gerade tätig?

In der Seniorenarbeit: hier gibt es viele katechetische Elemente, bei Besuchen, bei Gesprächen, bei der Biografie Arbeit.

3) Was fordert dich heraus?

Die Rahmenbedingungen während Corona. – trotzdem zu machen, was möglich ist. Den Menschen geben, was sie brauchen. Zu fragen, was sie umtreibt und was ist nötig. Ohne persönliche Kontakte ist das schwierig, über das Telefon bekommt man nicht so viel von den Menschen als Ganzes mit.

4)    Wann ist eine Katechese für dich gelungen?

Wenn man dem Menschen, das geschenkt hat, war er braucht. Wenn man erfühlen oder erahnen konnte, wo es hingehen kann. Wenn man nach einem Gespräch ein gutes Gefühl hat. Wenn vieles angesprochen werden konnte und eine gute Begegnung möglich war. Dann spürt man: Das war gut so.

5)    Wann und was  war dein letzter Glücksmoment?

Ich war bei einer Frau zur Hauskommunion: es war ein längeres Gespräch über ihr Leben und ihren Glauben. Ein solches Gespräch tut gut und man geht fort mit dem Gefühl, dass man zur richtigen Zeit am richtigen Ort war. Solche gelingenden Gespräche zu erleben - in verschiedenen Bereichen - ist immer wieder ein Glücksmoment für mich.

6)    Ergänze folgenden Satz: Katechese ist für mich…

…die Begegnung mit den mir anvertrauten Menschen auf Augenhöhe


Auf eine Tasse Kaffee mit
Marcel Ladan

Marcel Ladan
Pastoralassistent, Lambrecht, Hl. Johannes XXIII

1)    Wie hast du bisher Glauben gelernt? (Durch wen? Mit wem?)

Ich bin in Bosnien geboren und habe dort bis zum sechsten Lebensjahr gelebt. Ich würde sagen, ich bin traditionell christlich aufgewachsen. Wir haben zu Hause und bei meinen Großeltern gebetet und meine Mutter hat mir aus der Kinderbibel vorgelesen. Die Bilder daraus haben sich bei mir sehr eingeprägt. Später in Deutschland war ich Messdiener und habe diese Zeit als sehr wertvoll empfunden.
Glauben lerne ich immer noch. Beim Vorbereiten von Katechese oder Schulunterricht lerne ich selbst viel dazu.

2)    In welchen Bereichen von Katechese bist du gerade tätig?

Bei der Erstkommunion- und Firmvorbereitung, in der Kita und im Religionsunterricht.

3) Was fordert dich heraus?

Dass, was ich selbst emotional verstanden habe, was ich gelernt habe im Glauben, gut weiter zu vermitteln. Die Antwort auf die Frage: was braucht mein Gegenüber?

4)    Wann ist eine Katechese für dich gelungen?

Wenn es gelingt, dass Augen glänzen, der Mund sozusagen vor Staunen offen steht, dass Menschen einen AHA Effekt erleben. Wenn Teilnehmer*innen das Erlebte, das Gesagte mit ihrem eigenen Leben verbinden und erleben, dass es mit ihrem eigenen Leben verknüpft wird und dadurch für sie lebendig wird.

5)    Wann und was  war dein letzter Glücksmoment?

Der war tatsächlich erst heute Morgen im Religionsunterricht in der ersten Klasse: Wir haben einen Zeichentrickfilm über Ostern angeschaut. Ein Schüler, der sonst eher desinteressiert im Unterricht dabei ist, drehte sich bei der Szene der Fußwaschung zu mir um und sagte: „der Jesus ist lieb“.  Dem Ton seiner Stimme konnte ich entnehmen, dass die Szene ihn ergriffen hatte. Er war ganz still geworden.

6)    Ergänze folgenden Satz: Katechese ist für mich…

…der Blick auf die Person
…ein Mittel, um in der passenden Sprache, den eigenen Glauben, das eigene Wissen weiter zu geben


Auf eine Tasse Kaffee mit
Andrea Guckert-Lauer

Andrea Guckert-Lauer
Gemeindereferentin, Mandelbachtal, Hl. Jakobus der Ältere

1)    Wie hast du bisher Glauben gelernt? (Durch wen? Mit wem?)

In meiner Familie hat das dazugehört, es war selbstverständlich zu beten, den Gottesdienst zu besuchen. Als ich 12 Jahre alt war, durfte ich in meiner Heimatgemeinde endlich Messdienerin werden, vorher war es für Mädchen nicht möglich. Ich war in einer Kindergruppe, später auch Leiterin und habe zusammen mit anderen eine KJG Gruppe vor Ort gegründet. Mein Heimatpfarrer gab uns Raum, Rückendeckung, Freiheit und Vertrauen.
Sehr geprägt hat mich ein Pfarrer im Religionsunterricht. Er hat uns gelehrt, dass man kritisch denken darf, dass man hinterfragen muss – dass dies zum Glauben dazu gehört. Er hat mich befreit in meinem Umgang damit und mir geholfen, meine eigenen Anfragen ernst zu nehmen.

2)    In welchen Bereichen von Katechese bist du gerade tätig?

Bei der Erstkommunionvorbereitung, in der Kita, und bei Kindergottesdiensten. Auch die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sehe ich als katechetisches Feld.

3) Was fordert dich heraus?

Corona – in allen Lebensbereichen fehlen die Menschen, das Gegenüber, der Austausch. Es fehlt das gemeinsame Tun. Manche Erstkommunionfamilien kenne ich z.B. leider überhaupt nicht, weil noch keine Begegnung möglich war. Die Katechese mit Erwachsenen ist eine Herausforderung – hier ist doch alles sehr im Wandel.  Es ist so wichtig, hören zu können, was die Menschen brauchen und wollen (was aber in diesen Zeiten schwierig ist).
Mich fordert es auch, zu spüren, dass Menschen nichts mehr von Kirche erwarten.

4)    Wann ist eine Katechese für dich gelungen?

Wenn ich spüren kann, dass Menschen gemeinsam unterwegs sind, miteinander gestalten, sich gegenseitig beschenken. Wenn es gelingt, dass jeder/ jede, seine/ihre eigenen Ideen und Vorstellungen einbringen kann.

5)    Wann und was  war dein letzter Glücksmoment?

Ich verschicke seit November wöchentlich Mails an die Kommunionfamilien. Leider kommt selten eine Rückmeldung. Umso mehr habe ich mich gefreut, als letzte Woche zwei Antwortmails von Kindern kamen und eine Frage darin lautete: Wie geht es Ihnen eigentlich?
Auf einen Glücksmoment darf ich mich jetzt schon freuen: In der Osternacht wird ein 8-jähriger Junge getauft – von dem kann man sagen: Der will das, und wird dabei unterstützt.

6)    Ergänze folgenden Satz: Katechese ist für mich…

…Glaube lebendig werden lassen
…dem Glauben Gesichter zu geben
... täglicher Auftrag und tägliche Herausforderung
... spannend
… Bewegung und Begegnung


Auf eine Tasse Kaffee mit
Jörg Rubeck

Jörg Rubeck
Dekan, Germersheim, Sel. Paul Josef Nardini

 

1)    Wie hast du bisher Glauben gelernt? (Durch wen? Mit wem?)

Die Wurzeln liegen im Elternhaus und bei meinen Großeltern: Durch das Erzählen, das Beten, den Kirchgang, das Halten der Feiertage, das Brauchtum, das Gemeinsame – an dieser Lebendigkeit teilhaben zu können.
In der Grundschule hatte ich im Religionsunterricht noch den Pfarrer, der mich sehr beeindruckt hat, der hat mich sicherlich auch geprägt. Ich kam zu den Messdienern und dann zur KjG, dort gab es einen tollen Pastoralreferenten. Diese Zeit erlebte ich als ein Öffnen von Türen zum Vertrauen und Glauben hin.

2)    In welchen Bereichen von Katechese bist du gerade tätig?

Ich tauche oft eher so am Rande in der Katechese auf: bei Beichten, Taufgesprächen und der Hochzeitsvorbereitung. Im weiteren Sinne sind für mich auch Trauergespräche Katechesen, bzw. jedes Gespräch, in dem Gott und das Leben der Menschen vorkommt. Dabei geht es um Fragen nach den Quellen und dem Ziel eines oft facettenreichen Lebens.

3) Was fordert dich heraus?

Der jeweilige Auftrag, die entsprechende Zeit, oder die Person – mich dem Moment zu stellen und gerecht zu werden:
Oder wie es unser Pfarrpatron ausdrückte, der Sel. Paul Nardini auch sagt: „Wo ich bin, da bin ich ganz.“ Diesem Anspruch versuche ich gerecht zu werden. Natürlich stellen momentan die Kontaktbeschränkungen eine Herausforderung dar: der direkte zwischenmenschliche Kontakt fehlt geht mir ab. Mich fordert auch heraus mit ansehen zu müssen, was Menschen einander antun, welche Freude manche haben, anderen Schaden zuzufügen, das macht mich traurig. Da heißt es selbst sensibel zu bleiben oder sensibler zu werden, sozusagen in einer „Hab-Acht-Stellung“ zu sein. Dabei mir selbst treu zu bleiben und dem Nächsten gerecht zu werden fordert stets auf Neue.

4)    Wann ist eine Katechese für dich gelungen?

Kann ich das messen? Ich bin mir da etwas unsicher.
Ich denke wenn ich alles gegeben habe, wenn ein echter und ehrlicher Dialog stattgefunden hat, wenn ich auch von mir und meiner Überzeugung etwas in das Gespräch hineingeben konnte. Wenn jemand den Glaubensfaden aufnimmt, Stück für Stück und mit Gott in allen Momenten des Lebens rechnet. Mir helfen da Fragen weiter wie: Fühlt sich der andere verstanden? Geliebt? Will er/sie auf Spurensuche nach Gott gehen? Das sind dann so kleine Mosaiksteinchen, die zu einem Gesamtbild, Fäden, die zum Netz werden können.

5)    Wann und was  war dein letzter Glücksmoment?

Ein Taufgespräch beispielsweise, dass mich richtig erfüllt, zufrieden macht. Dass eine regelrechte Vertrautheit miteinander entstand und es verbindende Erfahrungen gab. Wo ich die Freude und den Stolz der Eltern wahrnahm und die ehrliche Bereitschaft einer guten religiösen Begleitung des Kindes. Glücksmomente sind andererseits auch immer wieder Kontakte, die unverhofft/ unerwartet entstehen und Türen öffnen.

6)    Ergänze folgenden Satz: Katechese ist für mich…

… ein lebenslanger Prozess des Glaubens
 Beziehung zu einem DU, zu Gott
… Weggemeinschaft nach Emmaus: „Da gingen ihnen die Augen auf und sie erkannten ihn, als der das Brot brach“ (mein Primizspruch)
… ein Geleit auf noch unbekannten Wegen, auf Entdeckungstour nach Gott zu gehen


Auf eine Tasse Kaffee mit
Lars Harstick

Lars Harstick
Gemeindereferent, Martinshöhe, Hl. Bruder Konrad

1)    Wie hast du bisher Glauben gelernt? (Durch wen? Mit wem?)

Auf unterschiedliche Art. Zunächst durch meine Mutter, die mir die ersten Gebete beigebracht und erste Geschichten erzählt hat. Auch im Kindergarten und Religionsunterricht konnte ich viel lernen und das brachte mich weiter. Meine stärkste Prägung erlebte ich aber durch die Jugendverbandsarbeit, bei der JUNGEN KIRCHE SPEYER. Die bezeichne ich als meine geistliche Heimat. Die Schulungen, die Impulse, die Gespräche –auch die abends am Lagerfeuer – die ungeplant zu Glaubensgesprächen werden können, haben mich bereichert.

2)    In welchen Bereichen von Katechese bist du gerade tätig?

Katechese berührt ja viele Bereiche bzw. schwingt mit. Ich bin katechetisch intensiv tätig in der Firmvorbereitung zusammen mit den Jugendlichen.Auch durch die Ansprache in Wortgottesfeiern und in Andachten.

3) Was fordert dich heraus?

Dass im Moment keine persönlichen Begegnungen möglich sind, denn das macht es für mich aus: Intensive Glaubensgespräche, gemeinsam unterwegs sein, sich austauschen. Natürlich gibt es digitale Möglichkeiten, die aber einfach Grenzen haben. Eine andere Herausforderung ist, dass es einfach sehr viele Menschen gibt, die wir als Kirche nicht mehr erreichen.

4)    Wann ist eine Katechese für dich gelungen?

Wenn ein guter Austausch entstanden ist, aus dem alle Beteiligten etwas für sich mitnehmen. Wenn ein Mehrwert entstanden ist, z.B. etwas wird anders verstanden oder es gibt neue Fragen, die aufgeworfen werden. Ein gutes Gespräch, das in irgendeiner Weise etwas verändert – dann ist Katechese gelungen.

5)    Wann und was  war dein letzter Glücksmoment?

Der ist tatsächlich noch gar nicht lange her. Beim ersten Treffen der Firmbewerber*innen im Online-Kurs entwickelte sich ein tolles Gespräch der Jugendlichen untereinander über ihren Glaubensweg. Es war wunderbar zu erleben, dass dies ohne mein Zutun oder eine Vorgabe von mir geschehen ist. Für die erste Stunde hatte ich das so nicht erwartet.

6)    Ergänze folgenden Satz: Katechese ist für mich…

Ich habe neben Religionspädagogik auch Sozialmanagement studiert. Mein Lieblingsfach in diesem Studium war BWL: Besonders gut gefiel mir, dass es dort für alles eine Formel gibt, mit der jede Kennzahl berechnet werden kann. Für den Bereich Katechese würde meine Formel so lauten: K = ( O + D + E ) * G
... Offenheit + Dialog + Eigene Erfahrungen & Erlebnisse und das alles mit Geist.


Auf eine Tasse Kaffee mit
Gabriele Heinz

Gabriele Heinz
Gemeindereferentin, Winnweiler, Hl.Kreuz

1)    Wie hast du bisher Glauben gelernt? (Durch wen? Mit wem?)

Traditionell würde ich sagen. In meiner Familie gab es keinen Sonntag ohne Gottesdienst. Glauben hatte seinen Platz im Leben der Familie. Relativ früh kam ich zur KFD. Dort erlebe ich Gemeinschaft, den Austausch in Gruppen aus dem Glauben und über den Glauben, das alles sind Lernorte. Letztlich ist das Lernen nie abgeschlossen, es geschieht in meinem Leben.  Die Umschreibung Glauben erfahren, erspüren, ist mir näher als der Lernbegriff.

2)    In welchen Bereichen von Katechese bist du gerade tätig?

In der Erstkommunion – und Familienkatechese, im Kontakt mit jungen Familien. Auch Trauerbegleitung, die ich mache, ist für mich Katechese.

3) Was fordert dich heraus?

Corona.
Die Einschränkungen und auf wichtige Begegnungen innerhalb der Pfarrei/ des Gemeindelebens verzichten zu müssen. Das ist anstrengend. Gleichzeitig braucht es neue Ideen und ich will Zuversicht und Hoffnung ausstrahlen können; meine Begeisterung erhalten und weitergeben. Da frage ich mich: Reicht mein eigener Vorrat? Sprudelt meine Quelle?

4)    Wann ist eine Katechese für dich gelungen?

Wenn sich Teilnehmer*innen angenommen fühlen, gerne an die Zeit zurückdenken und positive Erfahrungen damit verbinden. Wenn die Nachfrage nach Mehr da ist, Neugierde geweckt wird. Für mich persönlich ist gelungene Katechese immer eine Bereicherung und eine eigne Glaubensvertiefung.

5)    Wann und was  war dein letzter Glücksmoment?

Im Moment bei der Vorbereitung zum Weltgebetstag, der Austausch und die kreativen Ideen.Letztes Wochenende erleben zu können, dass der gemeinsame Videoaustausch für die Erstkommunionkinder nicht nur eine Last ist, sondern auch Freude.Auch den Ostergarten aufzubauen und sich mit anderen über die Bibeltexte  auszutauschen, ist ein Glücksmoment.

6)    Ergänze folgenden Satz: Katechese ist für mich…

…über den eigenen Glauben, über das, was mich trägt, mehr zu erfahren.
…herausfordernd und spannend.
... nie langweilig.
… jedes Mal neu, weil man sich auch immer wieder auf neue Mensch einlässt.
... eine Etappe auf dem Glaubensweg.

 


Auf eine Tasse Kaffee mit
Felix Goldinger

Felix Goldinger
Pastoralreferent, ehemalig: Referat Katechese

1)    Wie hast du bisher Glauben gelernt? (Durch wen? Mit wem?)

Im familiären Kontext. Mein Opa, meine Eltern haben mich immer in die Kirche mitgenommen. Ich war Messdiener und bei der JuKi. Auch hatten wir eine tolle Gemeindereferentin. Durch diese Beziehungen, die Auseinandersetzung mit den Menschen wurde mir Glaube vermittelt und die Möglichkeit gegeben, mich selbst zu finden. Das ist auch heute noch so, dass ich ganz viel durch und von anderen lerne.

2)    In welchen Bereichen von Katechese bist du gerade tätig?

In den klassischen Feldern gerade eher nicht. Digitale Glaubenskommunikation ist mein Katechese-Bereich. Wie deuten wir miteinander, was die Pandemie uns zeigt? Was sagt uns das im Glauben? Sich mit Menschen über Glauben auszutauschen, über religiöse Erfahrungen ins Gespräch zu kommen, ist wichtig und ist auch getragen von meiner eigenen Sehnsucht danach.

3) Was fordert dich heraus?

Die Sprache, mit der wir Katechese betreiben. Nicht in die Falle der Floskeln zu tappen, Floskeln, die ich selbst nicht füllen kann. Die Dinge so zur Sprache zu bringen, dass sie anschlussfähig sind, das ist eine Kunst. Mich fordern auch die klassischen Bilder von DER Kirche und DEM Glauben heraus. Antworten, die immer die Gleichen sind, sind nicht befriedigend und ich habe Lust, diese zu hinterfragen. Eine weitere Herausforderung ist sicher auch Diversität – sich trauen, sich drauf einzulassen und auf Dinge zu zugehen, die mir fremd sind.

4)    Wann ist eine Katechese für dich gelungen?

Schön ist es zu erleben, mit Anderen im Austausch zu sein: selbst erzählen und zuhören können, Fragen miteinander teilen, die weiterführen. Wenn Katechese der Schlüssel für eigene Lebensthemen wird und mich ganz betrifft: Kopf und Herz, Hand und Fuß. Diese Ganzheitlichkeit trägt zum Gelingen bei. Gelungen finde ich auch die Beschreibung der Merkmale in „Katechese in veränderter Zeit“: Augenhöhe, dialogisch., persönlich... Katechese oder Glaubenskommunikation ist dann gelungen wenn sie sprachlich und emotional in Bewegung bringt.

5)    Wann und was  war dein letzter Glücksmoment?

Ein Glücksmoment, der schon länger her ist, mich aber immer noch beflügelt:
Im Rahmen einer Taufvorbereitung für Geflüchtete war das Thema Weihnachten an der Reihe. Mit den einzelnen Krippenfiguren haben wir das Evangelium erzählt. Ganz schlicht, aber emotional. Das Gespräch mit den Taufbewerbern und ihre Freude über Gott, der in einem Kind zur Welt kommt hat mich selbst angesteckt.

6)    Ergänze folgenden Satz: Katechese ist für mich…

…im Miteinander Gott suchen und finden

 


Auf eine Tasse Kaffee mit
Armin Hook

Armin Hook
Kooperator, St. Ingbert, Hl. Ingobertus

1)    Wie hast du bisher Glauben gelernt? (Durch wen? Mit wem?)

In meiner Kinderzeit, ich bin sozusagen sehr katholisch aufgewachsen. Man ist ganz selbstverständlich mit in die Kirche mit den Eltern. Dort hat man Gemeinschaft erlebt, im und nach dem Gottesdienst. Ich gehörte zur Kolpingfamilie.
Ganz besonders prägend waren drei Religionslehrer: Sie haben mich gelehrt, dass Vernunft und Glauben sich nicht ausschließen und  waren für mich große Vorbilder. Deswegen bin ich auch selbst weiterhin im Religionsunterricht tätig, ich finde das wichtig.

2)    In welchen Bereichen von Katechese bist du gerade tätig?

In vielen Bereichen: Wiederaufnahme, Taufe, Hochzeiten, Schule. Trauergespräche – in diese bin ich hineingewachsen mit der Zeit

3)    Was fordert dich heraus?

Wenn jemand nachfragt und ich dadurch mein Gesagtes hinterfrage. Ich merke, jemand geht einen Weg mit und denkt einen Schritt weiter. Ich suche neue Worte und komme selbst ins Nachdenken.
Eine andere Herausforderung erlebe ich bei Brautpaaren: ich will Gott ins Spiel bringen, ohne ihnen etwas überzustülpen.
Herausfordernd finde ich es auch, nie wirklich zu wissen, was einen in Begegnungen erwartet. Das ist spannend.

4)    Wann ist eine Katechese für dich gelungen?

Wenn Menschen sagen: das Gespräch hat gut getan – oder die Steigerung davon: wenn sie sagen: darüber haben wir noch nie gesprochen.
Spannende Diskussionen und wirkliches Interesse in der Schule machen für mich auch eine gelungene Katechese aus.

5)    Wann und was  war dein letzter Glücksmoment?

Ein Trauergespräch, das ich mit jemanden per Telefon geführt habe, weil er weit weg wohnte. Ich habe danach gespürt: das Gespräch war für uns beide gut, sein Danke bei der Beerdigung hat mich sehr berührt.

6)    Ergänze folgenden Satz: Katechese ist für mich…

… nicht die einzige, aber eine Möglichkeit bei den Menschen Gott ins Spiel zu bringen

 


Auf eine Tasse Kaffee mit
Simone Hartner

Simone Hartner
Gemeindereferentin, Ludwigshafen, Hl. Petrus und Paulus

1)    Wie hast du bisher Glauben gelernt? (Durch wen? Mit wem?)

Durch meine Familie und durch eine Firmkatechetin, die mich durch ihre Art begeistert hat.
Später durch Freunde und durch das Studium. Durch den Austausch mit Menschen, die auf der gleichen Wellenlänge sind wie ich.
Ich lerne auch weiter, von den Menschen, mit denen ich unterwegs bin.

2)    In welchen Bereichen von Katechese bist du gerade tätig?

In der Kita und in der Firmvorbereitung, außerdem in der Taufvorbereitung mit Erwachsenen

3)    Was fordert dich heraus?

Die Spannung ob der Gegenüber offen ist für Gott, dafür dass er Gott in seinem Leben entdeckt. Gottes Spuren zu bemerken und zu benennen.
Auch die neue Stelle – vor allem jetzt im Zusammenhang mit Corona – fordert mich heraus. Wie geht Beziehung? Vieles läuft im Moment über das Telefon.

4)    Wann ist eine Katechese für dich gelungen?

Wenn die Sehnsucht nach Mehr da ist. Wenn die Augen leuchten. Mein Anspruch ist schon, dass Katechese berühren muss und das ist letztlich ein Geschenk.

5)    Wann und was  war dein letzter Glücksmoment?

Bei der Taufe einer Mutter und ihrer beiden Kinder.  Ich habe gespürt, die sind glücklich, da bewegt sich etwas und sind erfüllt von dem, was sie gerade erleben.
Diese Taufe war auch meine erste Begleitung an dieser Stelle.

6)    Ergänze folgenden Satz: Katechese ist für mich…

... ein Werkzeug, das zu Gott, zum Leben führt
... Beziehung, weil Gott Beziehung ist
... miteinander Wege gehen
... miteinander Glauben lernen

 


Auf eine Tasse Kaffee mit
Egle Rudyte-Kimmle

Egle Rudyte-Kimmle
Gemeindereferentin, Thaleischweiler- Fröschen, Hl. Cyriakus

1)    Wie hast du bisher Glauben gelernt? (Durch wen? Mit wem?)

Mein Glaube hat seinen Keim im Widerstand. Ich wurde in der ehemaligen Sowjetunion geboren. Glaube und Kirche waren verboten. Die Frage war: was ist so schlimm daran, dass es nicht erlaubt ist? Das hat mich fasziniert.  Meine Uroma hat mir viel darüber erzählt und meine aufgeschlossenen Eltern haben mich unterstützt. Ich habe mich auf die Suche gemacht und kam zur Franziskaner Jugend, deren Art mich geprägt hat. So sehr, dass ich später Theologie studiert habe.

2)    In welchen Bereichen von Katechese bist du gerade tätig?

In allen Bereichen, vor allem aber in der Erstkommunion- und Firmkatechese

3)    Was fordert dich heraus?

Arbeitsweise und Katechese haben sich verändert, und das sehr schnell. Vieles was ich noch gelernt habe, geht so nicht mehr. Zugänge zu finden wird häufig schwerer. Kinder und Jugendliche zu begeistern gelingt oft nur im Ansatz, denn ohne die Einbindung der Eltern ist deren Begeisterung nur von kurzer Dauer.
Erwachsenenkatechese – auch unabhängig von den Sakramenten- ist die große Herausforderung. Eine Anknüpfung über die Erstkommunion ist ein Weg.

4)    Wann ist eine Katechese für dich gelungen?

Wenn es gelingt die Situation der Menschen in den Blick zu nehmen und sie dabei sogenannte „AHA – Erlebnisse“ haben: Gott war schon immer in meinem Leben, jetzt ist es gelungen, das zu entdecken.
Ebenso wichtig für das Gelingen von Katechese finde ich, dass ich authentisch bleiben kann.

5)    Wann und was  war dein letzter Glücksmoment?

Ich erlebe immer wieder die kleinen Glücksmomente: zu spüren, dass der Moment, das Gespräch, das Telefonat gut tat, genau zum richtigen Zeitpunkt kam.
Ein gutes Seelsorgegespräch mit Menschen in verletzlichen Lebenssituationen empfinde ich als Katechese und als „Glücksmoment“, weil es den Menschen gut tat.

6)    Ergänze folgenden Satz: Katechese ist für mich…

…ein Teil meines Lebensinhaltes
…ein Auftrag an mich, den ich selbst leben muss


Auf eine Tasse Kaffee mit
Andreas Braun

Andreas Braun
Pastoralreferent, Kaiserslautern Maria Schutz

1)    Wie hast du bisher Glauben gelernt? (Durch wen? Mit wem?)

Vom meinem Opa – seine Erzählungen haben mich als Kind fasziniert. Er hat so lebendig davon gesprochen und Gott war ganz selbstverständlich in seinem Alltag präsent. Er hat mich auf den Weg gebracht. Dann auch die Jugendarbeit, das Erleben von Gemeinschaft, der Austausch. Das sind Zugänge, die mich immer weiter geführt haben.

2)    In welchen Bereichen von Katechese bist du gerade tätig?

Mein Hauptfeld ist die Erstkommunionkatechese.
Ebenso bin ich auf der Suche und am Ausprobieren von neuen Formaten, um mit Erwachsenen ins Gespräch über die Bedeutung von Glauben zu kommen.

3)    Was fordert dich heraus?

Corona – wie kann man mit Menschen in Kontakt kommen?  Wie kann man über Distanz hinweg Nähe spüren lassen? Eine Herausforderung ist es, den Menschen aufzuzeigen, wie der Glaube im persönlichen Leben eine Bedeutung bekommen kann. Die Entdeckerlust fördern und Neugierde wecken, auch bei Menschen, die wenig mit den traditionellen Formen der Kirche zu tun haben.

4)    Wann ist eine Katechese für dich gelungen?

Wenn die Beziehung Gottes zu den Menschen spürbar wird.
Wenn man „herauspolieren“ kann: Gott ist mit mir schon immer unterwegs, ohne dass ich es bis jetzt bewusst wahrgenommen habe. Wenn diesem Gefühl Raum gegeben wird und Glaube gestaltet und aktiv angenommen wird.

5)    Wann und was  war dein letzter Glücksmoment?

Die Mutter eines Kommunionkindes ließ sich – angeregt durch die Beschäftigung  mit religiösen Themen während der Vorbereitungszeit, firmen.
Ein Glücksmoment, der schon länger her ist, mich aber immer noch erfüllt:
In meiner ersten Pfarrei gab es einen Weg mit Bildstöcken. Einer war eine Pieta – mitten in den Weinbergen. Gesprächsthema war die Vorstellung von Himmel. Da sagte ein kleines Mädchen: Himmel ist so, wie wenn ich nicht die Zähne putzen muss.
Sie hat so gut ins Wort gefasst, was es heißt, sich keine Sorgen zu machen und sich geborgen zu fühlen.

6)    Ergänze folgenden Satz: Katechese ist für mich…

... eine Entdeckungsreise.
... die Begleitung dabei.


Auf eine Tasse Kaffee mit
Dominique Haas

Dominique Haas
Pastoralreferentin Grünstadt Hl. Elisabeth

1)    Wie hast du bisher Glauben gelernt? (Durch wen? Mit wem?)

Klassisch würde ich sagen. In der Pfarrei gab es ein Pastoralteam, das mich begeistert hat.
Ich habe mir immer wieder Orte und Gleichgesinnte gesucht, um Gott zu suchen, um gemeinsam unterwegs zu sein. Auch durch sogenannte Events, an den vielen zusammen kommen. Sie geben das Gefühl, nicht alleine zu sein und ich bekomme Input. Wichtig sind für mich auch die „Face-to-face“ – Zeiten mit meinem Gott: mit ihm Zeit verbringen, mich einüben, hören. Glaube ist ein Prozess, der nie am Ende ist. Ich bin also immer noch dabei.

2)    In welchen Bereichen von Katechese bist du gerade tätig?

Mein Schwerpunkt ist in die Firmkatechese, das Reden über Gott mit Jugendlichen.
Eine weiterer Bereich sind Glaubenskurse und die Begleitung von Menschen, die "schon da sind" und nach Vertiefung im Glauben suchen. Und die, die "noch nicht" da sind und Antworten auf die großen Fragen wollen (z,B. erwachsene Firmbewerber, Wiedereintritt)

3)    Was fordert dich heraus?

Die Unverbindlichkeit von Jugendlichen, aber auch das Wissen um den Druck, den viele junge Menschen erleben. Das nimmt ihnen die Zeit, sich auch mit Glauben und Kirche zu beschäftigen.
Dass es wenig Orte für Menschen gibt, die Fragen haben bzw. dass die Kirche gar nicht als Ort wahrgenommen wird, wo es Raum hat für diese Fragen

4)    Wann ist eine Katechese für dich gelungen?

Wenn sie auf die Fragen der Menschen hört und auf deren Lebenssituation reagiert.
Wenn Inhaltsvermittlung durch persönliches Erzählen geschieht und das dann ins eigene Leben übertragen werden kann.
Wenn sich meine Sicht verändert, sich verstoffwechselt und damit Frucht bringt.

5)    Wann und was  war dein letzter Glücksmoment?

Bei einem Online- Gespräch mit Jugendlichen über Glauben, das diese gerne „mentoring“ nennen, sagte eine Jugendliche plötzlich: Achso…! Und ich habe gemerkt: dass Gott etwas mit ihrem Leben zu tun hat, ist ihr jetzt vom Kopf ins Herz gerutscht.

6)    Ergänze folgenden Satz: Katechese ist für mich…

…ein möglicher Beginn für einen Weg mit Gott.
... ein Startpunkt, der einen Raum aufschließt, wo eine Auseinandersetzung mit den großen Fragen beginnt.
… Miteinander und Vielfalt, die Spaß macht.


Auf eine Tasse Kaffee mit
Nils Schubert

Nils Schubert
Pfarrer, Kusel St. Remigius

1)    Wie hast du bisher Glauben gelernt? (Durch wen? Mit wem?)

Durch andere Menschen und in verschiedenen Formen: Durch Gespräche, durch Diskussionen, durch das Studium, durch vieles, das ich einfach selbst ausprobiert habe.

2)    In welchen Bereichen von Katechese bist du gerade tätig?

Das stellt sich mir zuerst die Frage: Was ist eigentlich Katechese?
Klassisch gesehen bin ich in allen Bereichen von Katechese tätig.
Im Moment vor allem in der Erwachsenenkatechese.
Vor allem ist Katechese ein lebenslanger Prozess, denn ich komme doch nie an den Punkt, an dem ich sagen kann: Ich habe jetzt Glauben.
Bei Katechese bin ich Lehrender und Lernender zugleich.
Es braucht den Dialog.
Leider kommt der Austausch über Glauben in Gemeinden kaum vor.

3)    Was fordert dich heraus?

Wie kann man vom Glauben vernünftig reden?
Wie erreiche ich die Menschen?
Es braucht eine gute Art, wie Menschen Zeugnis geben ohne dass das realitätsfern wirkt.
Ich darf mich nicht in Phrasen verlieren, die werden nicht verstanden.
Wie kann ich Menschen ins Gespräch bringen und auf Augenhöhe kommunizieren, ohne für die Menschen der Pfarrer zu sein „der weiß wie es richtig ist“.

4)    Wann ist eine Katechese für dich gelungen?

Menschen werden neugierig und haben einen Hunger nach mehr.
Wenn sie für sich erleben, dass sie einen Schritt weitergekommen sind bzw. weitergehen können.

5)    Wann und was  war dein letzter Glücksmoment?

Wir hatten im Dezember das Online- Format „24x Weihnachten neu erleben“,
an den vier Abenden entstanden tolle Gespräche und mit jedem Abend wurde das intensiver

6)    Ergänze folgenden Satz: Katechese ist für mich…

… eine Lebensaufgabe
… Lehrender und Lernender zugleich zu sein
… bereit sein, über meinen Glauben zu reden und von anderen und ihrem Reden zu lernen


Auf eine Tasse Kaffee mit
Artur Kessler

Artur Kessler
Gemeindereferent, Landau Maria Himmelfahrt

1)    Wie hast du bisher Glauben gelernt? (Durch wen? Mit wem?)

Ich lerne immer noch.
Ich würde aber sagen, ich hatte prägende Erfahrungen durch die Familie, in der Schule, in Kindheit und Jugend und vor allem immer wieder durch besondere Menschen.
Der Austausch mit Suchenden ist der rote Faden in meiner Glaubensbiografie.
Wichtig ist mir der Gedanke, dass Glaube sich verändern und weiterentwickeln darf. Jeder kann immer dazu lernen

2)    In welchen Bereichen von Katechese bist du gerade tätig?

In der Pfarrei bin ich der Verantwortliche für Katechese.
Von der Taufelternkatechese bis hin zu einem Trauergespräch, das auch katechetische Anteile enthalten
kann, bin ich tätig.
Katechese hat sich in meinen Berufsjahren auch immer wieder verändert.

3)    Was fordert dich heraus?

Ich möchte eine Sprache sprechen, die Menschen heute verstehen. Eine Glaubensverkündigung ohne Floskeln.
Es ist wichtig, Räume zu öffnen, in den Glaube zur Sprache kommen kann, in denen man gemeinsam nach Antworten sucht.
Die hörende Haltung ist eine große Herausforderung für Katechese.
Zwei Gedanken helfen mir dabei:
Wo bin ich nah bei den Menschen?
Wir sind alle Gottsucher.

4)    Wann ist eine Katechese für dich gelungen?

Wenn ich den Menschen ins Gesicht schaue und merke: ein kleiner aber guter Impuls reicht aus und sie sind berührt und neugierig.
Katechese ist gelungen, wenn Menschen sich öffnen können.

5)    Wann und was  war dein letzter Glücksmoment?

Bei einem Treffen der Firmbewerber*innen, das ein multimedialer, interaktiver Gottesdienst war und bei den vier Erstkommunionfeiern im August.

6)    Ergänze folgenden Satz: Katechese ist für mich…

…lebenslanges „In Berührung kommen“ mit meinem Glauben
... eine Aufgabe, die mich als Person fordert
... Austausch und Glauben teilen mit anderen

 


Auf eine Tasse Kaffee mit
Stefanie Müller

Stefanie Müller
Pastoralreferentin Maxdorf Hl. Antonius von Padua

1)    Wie hast du bisher Glauben gelernt? (Durch wen? Mit wem?)

Ich würde erfahren sagen statt gelernt.
Durch meine Großeltern, Eltern durch verschiedene Gruppen, durch den Austausch, durch das Lesen der Bibel
Das ist mir auch heute noch wichtig.
Meine Zeit in der KHG in Freiburg war prägend.
Durch das Vertiefen und Reflektieren stärke ich meine persönliche Beziehung zu Gott. Hier finde ich geistliche Begleitung auch wichtig.

2)    In welchen Bereichen von Katechese bist du gerade tätig?

Erstkommunion- und Firmkatechese, in den Kitas, in der Erwachsenenkatechese vor allem durch Alpha Kurse (evtl. ökumenisch)
Taufelternkatechese ist geplant

3)    Was fordert dich heraus?

Corona – natürlich.
Ansonsten aber die Frage: Wie geht`s heute? Wie übersetze ich Glauben heute?
Wie kann ich Menschen begeistern, befähigen für ihren eigenen Weg?
Wie geht „das Neue“?
Hier ist es spannend, das zusammen mit einem Team von Ehrenamtlichen zu entdecken und sich auszutauschen.

4)    Wann ist eine Katechese für dich gelungen?

Wenn Menschen glücklicher sind
Wenn Menschen ein „mehr“ erfahren:
mehr von Gott, mehr von Jesus, mehr Leben

5) Wann und was war dein letzter Glücksmoment?

Die Sternstunden im Advent
Die Gottesdienste in den Einrichtungen der Lebenshilfe im Advent: wie die Menschen mitgehen, sich einlassen
Das Angebot an Heilig Abend: Besuch beim Christkind
Wenn ich Sehnsucht bei den Menschen wahrnehme und diese auch anfragen und „etwas wollen“

6)    Ergänze folgenden Satz: Katechese ist für mich…

…immer wieder spannend
…von meinem Glauben und von Gott zu erzählen

 

 

Auf eine Tasse Kaffee mit
Tanja Rieger

Tanja Rieger
Referentin Katechese, Bistum Speyer

1)    Wie hast du bisher Glauben gelernt? (Durch wen? Mit wem?)
Vor allem durch Gespräche mit anderen Menschen, auch durchs Studium, aber vor allem durch Erfahrungen und durchs Ausprobieren und Entdecken.

2)    In welchen Bereichen von Katechese bist du gerade tätig?
In allen ...

3)    Was fordert dich heraus?
Die Sprache der Menschen zu treffen, Katechese als lebensrelevant erfahrbar machen. Die vielen unterschiedlichen Vorstellungen und Erwartungen an Katechese.

4)    Wann ist eine Katechese für dich gelungen?
Eigentlich ganz schlicht dann, wenn Interesse bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen geweckt ist. Wenn nachgefragt wird – gerne auch kritisch. Vor allem aber dann, wenn es Spaß macht, Glauben zu entdecken und darüber zu sprechen. Bei Jugendlichen in der Firmvorbereitung habe ich das oft erlebt: wenn du dich selbst als Person auch hineingibst, entstehen tolle Gespräche. Katechese ist auch Beziehung für mich.

5)    Wann und was  war dein letzter Glücksmoment?
Positive Rückmeldungen zur „Lehrveranstaltung“ Katechese im Pastoralkurs: lebendig und interessant.

6)    Ergänze folgenden Satz: Katechese ist für mich…
Eine Berufung.